75 Jahre FFW Berkhof

Symbolisieren 75 Jahre FFW Berkhof: Jörn Kahlmeyer (von links), Louis Kahlmeyer, Karin Edlich, Marc Höhne, Heino Horstmann, Hermann Giesemann, Martin Tornow, Werner Behrens, Rainer Tornow und Michael Hartmann. Foto: B. Stache
 
Ortsbrandmeister Michael Hartmann begrüßt die zirka 300 Gäste zum Festkommers 75 Jahre FFW Berkhof. Foto: B. Stache

Beim Festkommers lebt die lange Geschichte auf – und die Stimmung steigt

Berkhof (st). 75 Jahre Freiwillige Feuerwehr Berkhof – das galt es am Sonnabend mit einem Festkommers gebührend zu feiern. Dazu hatten Ortsbrandmeister Michael Hartmann und sein Team in ein großes, in Feuerwehrfarben rot-blau-geschmücktes Zelt auf der Feuerwehrwiese nach Berkhof eingeladen. Die Zeltwände waren mit zahlreichen Fotos bestückt, die von der Historie der FFW Berkhof kündeten. Einsatzfahrzeuge-Bilder hingen zusätzlich unter dem Zeltdach, beginnend mit einem von Pferden gezogenen Löschgespann aus dem Jahr 1910 bis hin zum modernen Tragkraftspritzenfahrzeug mit Wasser TSF-W. Zirka 300 Gäste waren der Einladung gefolgt, darunter die Erste Gemeinderätin Susanne Schönemeier, Ortsbürgermeisterin Rosemarie Spindler, stellvertretender Brandabschnittsleiter Volker Kluth und Gemeindebrandmeister Maik Plischke. Nach der Begrüßungsansprache des Ortsbrandmeisters lasen Rolf Meyer und Holger Popillas im Wechsel aus der gemeinsam mit Cord-Heinrich Backhaus erarbeiteten Chronik der FFW Berkhof vor. Der geschichtliche Rückblick erinnerte an die Gründungstage 1942 und den ersten Brandmeister Louis von Tippermann, die Anschaffung der ersten Motorspritze sowie einen großen Scheunenbrand bei Tornow in Plumhof 1965. Im März 1973 wurde die Jugendfeuerwehr gegründet, 1989 gewann Berkhof die Gemeindewettkämpfe und das neue Feuerwehrgerätehaus wurde eingeweiht. Die Auflistung brachte so manche humorvolle Geschichte zu Tage: Beim Übungsdienst an einem Sonntagmorgen im Jahr 1994, die FFW Berkhof hatte gerade das erste TSF-W der Wedemark übernommen, kam die Einsatzmeldung „Scheunenbrand Berkhoferstraße/Ecke Krügerweg“ – schräg gegenüber vom Feuerwehrgerätehaus. „Wir waren mit großer Mannschaftsstärke sehr schnell am Einsatzort“, erinnerten sich die Chronisten. Beim Befehl zum Schnellangriff auf das Feuer wurde allerdings bemerkt, dass „unser schönes Auto noch in der Fahrzeughalle stand.“ 2012 gab es ein neues TSF-W, ein Jahr später fiel der Entschluss zur Gründung der Kinderfeuerwehr, die 2014 ihren ersten Dienst hatte: „Ein weiterer großer Meilenstein für unsere Feuerwehr Berkhof, eine Absicherung für die Zukunft.“ Heute leisten 25 Aktive ihren freiwilligen Dienst in der Ortswehr, die Kinderfeuerwehr zählt 14, die Jugendfeuerwehr sieben Mitglieder. 90 fördernde und passive Mitglieder stellen eine weitere große Stütze der FFW Berkhof dar. 75 Jahre gelebte Geschichte repräsentierten zehn Feuerwehrangehörige, die beim Kommers mit einem kurzen Steckbrief zur Bühne gebeten wurden – vom Dienstältesten Werner Behrens mit seinen 67 Mitgliedsjahren in der FFW über Karin Edlich, Leiterin der Kinderfeuerwehr, bis hin zu Louis Kahlmeyer, der jüngst in die Jugendfeuerwehr gewechselt ist. In ihrem Grußwort lobte die Erste Gemeinderätin Susanne Schönemeier das gute Verhältnis der Bewohner zu ihrer FFW. Sie kündigte an, dass die Gemeinde im kommenden Jahr die Planung für ein neues Feuerwehrgerätehaus in Berkhof aufnehmen wird. Ortsbürgermeisterin Rosemarie Spindler dankte im Namen des Ortsrats für 75 Jahre ehrenamtlichen Einsatz und trug ihr Grußwort in Reimform vor. So hieß es beispielsweise: „Das schaffen sie, sie sind trainiert für alles was zur Rettung führt“ und „Diesen Profis gehört unsere Empathie – Berkhof wäre arm ohne sie.“ Dank für das Engagement gab es auch vom stellvertretenden Brandabschnittsleiter Volker Kluth. „Es ist nicht selbstverständlich, 365 Tage im Jahr, 24 Stunden am Tag einsatzbereit zu sein und dem Nächsten zu helfen. Diese Leistung kann man mit Geld gar nicht aufwiegen“, führte er aus. Gemeindebrandmeister Maik Plischke überbrachte Glückwünsche von der Gemeindefeuerwehr und dem Gemeindekommando und übergab ein Flachgeschenk. „Feuerwehr ist nicht nur Brandschutz, Feuerwehr wird durch die Familien getragen, Feuerwehr ist Kameradschaft, Feuerwehr ist Dorfgemeinschaft“, zählte er auf und gab einen Ausblick auf die Feuerwehr der Zukunft. Den Reden folgte ein gemeinsames Abendessen. Der Partyservice Heims aus Schwarmstedt hatte reichlich und gut aufgetischt. Die musikalische Unterhaltung der Gäste übernahm am Abend die Tony Pop Band aus Braunschweig. Schon nach wenigen Minuten hatte Bandleader Tony Pop eine „neue Frontsängerin“ engagiert: Astrid begeisterte mit dem Capri-Fischer-Song „Wenn bei Capri die Sonne im Meer versinkt“. Die Band brachte Stimmung ins Festzelt. Zum Gassenhauer „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“ schunkelten die ersten Besucher, andere begannen zu tanzen – es wurde eine lange Nacht auf der Feuerwehrwiese in Berkhof.