76. Mitgliederversammlung der Forstbetriebsgemeinschaft

Dirk Niemann (rechts) informiert über das Flurbereinigungsverfahren. Foto: B. Stache
 
Horst-Eckhard Sievert eröffnet die 76. Mitgliederversammlung. Foto: B. Stache

Viele Infos zum Flurbereinigungsverfahren „Hannoversche Moorgeest“

Wennebostel (st). Großen Zuspruch fand die 76. Mitgliederversammlung der Forstbetriebsgemeinschaft Forstverband Fuhrberg am Freitagabend im Gasthaus Bludau in Wennebostel. Vorsitzender Horst-Eckhard Sievert begrüßte als Gäste unter anderem den Leitenden Forstdirektor Gerd Bosse, den langjährigen Geschäftsführer Helmut Ostermann, Joachim Hasberg vom Landvolk Kreisverband Hannover sowie Eigentümervertreter aus den angrenzenden Flächen. Mit den Worten: „Bei dem anstehenden Flurbereinigungsverfahren ´Hannoversche Moorgeest´ besteht das berechtigte Interesse der Eigentümer, über Auswirkungen informiert zu werden“, übergab Sievert an den Referenten des Abends, Dirk Niemann. Der Dezernatsleiter beim Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Niedersachsen (LGLN) informierte über den aktuellen Stand des Flurbereinigungsverfahrens, das im Dezember 2012 eingeleitet wurde, und lieferte Antworten auf häufig gestellte Fragen. „Von 60 Widersprüchen gegen die Einleitung des Verfahrens wurden bislang 15 zurückgenommen. Bei 900 Teilnehmern ist das eine normale Größenordnung“, erklärte Niemann. Zwei Anträge auf Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der Widersprüche seien beim Oberverwaltungsgericht (OVG) eingegangen, wovon ein Antrag bereits zurückgenommen wurde, hieß es. „Erst nach Entscheidung über den beim OVG vorliegenden Antrag wird die Vorstandswahl in diesem Flurbereinigungsverfahren stattfinden“, so der Referent. Derzeit werde die Legitimation der 900 Verfahrensteilnehmer überprüft und mit den Grundbucheintragungen abgestimmt. Nach der Vorstandswahl, die Niemann noch im Jahr 2013 sieht, werde mit dem Wertermittlungsverfahren der betroffenen Flächen begonnen. Diese Werte stellen die Grundlage für einen möglichen Tausch oder Verkauf dar. Anschließend gibt es einen Planwunschtermin: „Dazu wird jeder an dem Flurbereinigungsverfahren Beteiligte vom Landesamt zu einem persönlichen Gespräch eingeladen.“ Spätestens 2019 werde ein Konzept entwickelt sein, wie die Neuverteilung innerhalb des Flurbereinigungsgebietes aussehen wird. „Diese Ergebnisse werden in einen Flurbereinigungsplan bis spätestens 2021 zusammengefasst“, erläuterte der Vortragende. Die Schlussfeststellung des Verfahrens ist derzeit für das Jahr 2024 prognostiziert. „Ich stelle mir die Neuzuteilung und anschließenden Verfahrensschritte etwas zügiger vor, damit die Flurbereinigung 2022 beendet sein wird“, so Niemann optimistisch: „Das ganze Projekt lebt von der Mitarbeit der Teilnehmer, das heißt der Grundeigentümer, die innerhalb des Flurbereinigungsgebietes an dem Verfahren beteiligt sind.“ Der Referent betonte die Einhaltung des Freiwilligenprinzips. „Grundsatz ist: Die Teilnehmer werden mit Land von gleichem Wert abgefunden und nicht mit Geld“, erklärte er. Ein Verzicht auf Abfindung in Land und Grundstücksverkauf gegen eine Geldzahlung sei aber auch möglich. Als dritte Option gibt es den Gestattungsvertrag, bei dem der Eigentümer seine Fläche behält, dem Naturschutz aber die Möglichkeit für entsprechende Maßnahmen erlaubt. In der anschließenden Fragestunde standen Dirk Niemann und Bezirksförster Jörg Hagemann den Mitgliedern Rede und Antwort. Der Tausch von Grundstücken stand dabei im Mittelpunkt des Interesses.