77-Jährige bei Unfall schwer verletzt

Ein Beamter des Verkehrsunfalldienstes markiert die Spuren, die auf den Unfall auf dem Parkplatz des Ärztehauses Am Meierhof hinweisen. Eine Autofahrerin hatte die Kontrolle über ihren Wagen verloren, der zunächst gegen den Mini (links im Bild) und dann gegen den Mercedes (Mitte) prallte. Der wurde gegen den Skoda (rechts) gedrückt. Zwischen diesen beiden Autos wurde eine 77-jährige Wedemärkerin eingeklemmt und schwer verletzt. Foto: A: Wiese
 
Herausgerissene Büsche wurden gegen einen geparkten Opel Astra geschleudert, der dadurch ebenfalls beschädigt wurde. Fotos: A. Wiese

78-jährige Autofahrerin hinterlässt eine Spur der Verwüstung

Mellendorf (awi). Eine 78-jährige Autofahrerin aus Langenhagen hat am Freitagvormittag auf dem Parkplatz einer Arztpraxis Am Meierhof in Mellendorf die Kontrolle über ihren Wagen verloren und zwei Autos gegeneinander geschoben. Dazwischen wurde eine 77-jährige Wedemärkerin eingeklemmt und schwer verletzt. Da Lebensgefahr zunächst nicht ausgeschlossen werden konnte, wurde das Opfer mit dem Rettungshubschrauber in die Medizinische Hochschule Hannover geflogen.
Die Unfallverursacherin selbst wurde bei dem Unfall nicht verletzt. Den Polizeibeamten des Polizeikommissariates Mellendorf und wenig später des Verkehrsunfalldienstes Hannover, die den Unfall aufnahmen, bot sich ein Bild der Verwüstung und sie benötigten eine Weile, um den Unfallhergang zu rekonstruieren. Denn der VW Tiguan der Langenhagenerin war keineswegs nach dem Aufprall auf die Autos zum Stehen gekommen. Die Frau fuhr nach Zeugenaussagen mit hoher Geschwindigkeit weiter quer über den Parkplatz, und brach durch eine Hecke auf die Straße Am Meierhof. Dort riss sie das Steuer nach links herum, stieß gegen zwei Müllcontainer, schob diese gegen zwei geparkte Wagen und kam dann erst rund 50 Meter weiter an der Einmündung in die Berliner Straße zum Stehen.
Wie Torsten Schiewe von der Pressestelle der Polizeidirektion Hannover gestern Mittag mitteilte, stellt sich für die Polizei der Unfallhergang zurzeit folgendermaßen dar: Die 78-Jährige wollte auf dem linken Teil des Parkplatzes vor der Arztpraxis drehen. Dafür setzte sie zunächst zurück in eine Parkbucht und schlug rechts ein, um danach wieder vorwärts zu fahren. Als sie dafür auf das Gaspedal des Automatikwagens trat, verlor sie die Kontrolle über ihren Wagen. Der schoss aus der Ausfahrt des linken Parkplatzes auf die gegenüberliegende Seite, wo sich ebenfalls Stellplätze befanden. Der Tiguan prallte zunächst gegen einen geparkten Mini Cooper, anschließend gegen einen Mercedes A-Klasse, der rechts daneben stand. Dieser Wagen wurde durch den Aufprall auf das Heck gegen den rechts daneben parkenden Skoda Yeti geschoben. In dieses Fahrzeug war die 77-jährige Wedemärkerin gerade im Begriff einzusteigen und wurde zwischen den Fahrzeugen eingeklemmt. Der Tiguan setzte seine Fahrt wie geschilder quer über den Parkplatz durch die Hecke auf die Straße Am Meierhof, gegen die Müllcontaier bis zur Einmündung Berliner Straße fort. Dort habe die 78-Jährige den Tiguan, der auf den ersten Blick mit leichten Blessuren davonkam, in einer Parkbucht abgestellt, schilderten Zeugen dem ECHO vor Ort. Währenddessen hatte Jessica Ernst, die mit ihrem kleinen Sohn auf dem Arm, den Unfall unmittelbar beobachtet hatte, die schwerverletzte 77-Jährige zwischen den beiden zusammengeschobenen Fahrzeugen herausgezogen, nachdem zwei Passanten den Mercedes angehoben und zur Seite gerückt hatten.
„Die Frau steckte fest, ich bekam sie nicht heraus. Erst als zwei Männer mitanfassten und das eine Auto anhoben, konnte ich sie herausziehen. Als ich sie im Arm hielt, kam schon ein Arzt aus der Praxis und kümmerte sich um die Frau“, berichtet Jessica Ernst. Die junge Frau ist noch sichtlich geschockt. „Ich habe alles beobachtet, ich war auf dem Weg zu meinem Wagen. Als ich das Auto da rangieren sah, dachte ich, ich lasse den mal erst ausparken, bevor ich weitergehe. Wäre ich ein paar Schritte weiter gewesen, hätte sie mich und meinen Sohn voll erwischt“, schildert die Zeugin, die auf die Befragung durch die Polizei wartet. Ebenso unter Schock steht die Besitzerin des stark demolierten Mercedes A-Klasse, auch wenn sie den Unfall nicht gesehen hat. „Ich war in der Arztpraxis gerade auf der Toilette und habe nur einen lauten Knall gehört. Dann riefen auf einmal alle durcheinander und fragten, wem das Auto gehört“, erzählt sie sichtlich mitgenommen.
Die Polizei schätzt den Gesamtschaden auf rund 21.000 Euro. Die Ermittlungen zur Unfallursache dauerten an, so Torsten Schiewe von der Pressestelle der Polizeidirektion Hannover. Der Führerschein der 78-jährigen Fahrerin, die bei dem Unfall unverletzt blieb, sei vor Ort nicht beschlagnahmt worden. Die Polizei ermittele nur. Alles andere sei Sache der Justiz, so Schiewe im Nachgang zu einem Unfall, wie es ihn in der Wedemark so noch nicht gegeben hat.