Ab sofort ist „emilie" am Start

Freuen sich, das evangelische Familienzentrum emilie jetzt endlich an den Start bringen zu können: Koordinatorin Anke Cohrs (hintere Reihe stehend mit Grafikerin Petra Jungkind, Pastor Michael Brodermanns (von links), Pastorin Silke Noormann, Karin Ernst für den Kirchenkreis Burgwedel-Langenhagen als Träger und Caren Holstein-Lemke von der KiTa Krausenstraße. Foto: A. Wiese

Kirchenkreis ruft evangelisches Familienzentrum ins Leben

Mellendorf (awi). Es war eine lange, gar nicht mal schwierige, aber durchaus spannende Geburt, bei der es viel zu bedenken gab. Doch seit dem 1. Mai ist „emilie" am Start, das Familienzentrum des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Burgwedel-Langenhagen mit Sitz im Gemeindehaus der evangelischen Kirchengemeinde Mellendorf/Hellendorf. Eigentlich gibt es gleich drei strahlende Eltern: Den Kirchenkreis, die evangelische Kirchengemeinde St. Georg und die evangelische Kindertagesstätte Krausenstraße. Kern von „emilie" sind Krippe und Kindertagesstätte mit ihrem Erziehungs-, Bildungs- und Betreuungsauftrag. Vorbild ist das Familienzentrum Emma und Paul in Langenhagen. Im Bereich der Landeskirche gibt es mittlerweile mehr als 40 Familienzentren, alle in Zusammenarbeit mit dem diakonischen Werk. Für drei Jahre sind die Personalkosten für eine Koordinatorin gesichert. Diese verantwortungsvolle Aufgabe hat mit Wirkung vom 1. Mai Anke Cohrs mit 19,5 Stunden übernommen, die nach 37 Jahren in der KiTa Krausenstraße das entsprechende Rüstzeug an Erfahrung, Motivation und auch Ortskenntnis mitbringt. Sie hat ihr Büro im Gemeindehaus der St. Georg-Kirchengemeinde, das extra auch für diesen Zweck um einen Raum erweitert wordne ist, und bietet mittwochsnachmittags von 14.30 bis 16 Uhr und dienstagsvormittags feste Sprech- und Beratungszeiten an. Sie kennt sich aus mit den Beratungs- und Unterstützungsangeboten der kirchlichen und öffentlichen Stellen: mit Lebensberatung und Seelsorge, Sozial- und Erziehungsberatung, Bildungsangeboten für Eltern und Projekten gemeinsam mit Haupt- und Ehrenamtlichen. Das Familienzentrum „emilie" möchte offen sein für alle Menschen, unabhängig von Konfession und Nationalität. Es möchte Begleitung und Beratung anbieten auf der Grundlage des christlichen Menschenbildes und des diakonischen Auftrages. Es möchte durch ein ganzheitlichen Bildungsverständnis nicht nur die Kindern, sondenr immer auch die gesamte Familie im Blick haben und deren Lebensqualität steigern. Nicht zuletzt geht es darum, bedarfsorientierte Angebote in der Gemeinde anzubieten und für Vernetzung im Gemeinwesen zu sorgen.
Hierfür wird sich die KiTa Krausenstraße mit ihren Mitarbeiterinnen und deren Kontakten zu Fachdiensten, Referenten und Beratungsstellen, aber auch die Kirchengemeinde mit ihren haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern einbringen. Selbstverständlich gelten die Angebote von „emilie" auch für die evangelischen Kindergärten in Brelingen, Bissendorf und Resse, aber nicht nur für die, sondern für alle Eltern und Familien in der Wedemark, von Abbensen bis Berkhof, von Bissendorf-Wietze bis Gailhof oder Elze, betonen Pastorin Silke Noormann und Pastor Michael Brodermanns von der Kirchengemeinde St. Georg. Beide stellten „emilie" am Dienstag gemeinsam mit Caren Holstein-Lemke und Anke Cohrs sowie Karin Ernst als Vertreterin des Trägers Kirchenkreis der Presse vor. Mindestens acht Jahre geistere die Idee von „emilie" schon durch die Wedemark und den Kirchenkreis, so Silke Noormann. So langsam habe das Projekt Familienzentrum dann Gestalt angenommen, hätten sich Beratungs-, Unterstützungs- und Bildungsangebote konkretisiert und Räume der Begegnung geöffnet, wo man sich treffen könne. Insbesondere auch Neubürger versuchten Kontakte an ihrem Wohnort über die Kirchengemeinden zu knüpfen und suchten nach Unterstützung, um ihren Alltag zu meistern. Dabei seien "normale Familien" ebenso angesprochen wie Patchworkfamilien, Alleinerziehende, erziehende Großeltern oder Menschen, die ihre Eltern pflegten. Mittlerweile habe der Kirchenkreis die Trägerschaft der kirchlichen Kitas von den Kirchengemeinden übernommen und auch in diesem Zusammenhang signalisiert, dass er ein Familienzentrum in Mellendorf unterstützen werde. Caren Holstein-Lempke freut sich, dass es jetzt endlich soweit ist. Der Beratungsbedarf bei den Eltern sei sehr groß. Wie er genau aussehe, das werde eine Umfrage demnächst ergeben. Immer wieder stelle das KiTa-Team fest, dasss Eltern das evangelische Profil ihrer Einrichtung als Halt suchten. Die Mitarbeiterinnen hätten diesbezüglich bereits viele Fortbildungen absolviert, weil sie erkannt hätten, dass es hier ein zusätzliches Aufgabengebiet für die KiTas gebe. Die KITa Krausenstraße habe schon immer viele Kooperationspartner gehabt und habe ihre Konzeption aus dem aktuellen Anlass heraus jetzt noch einmal überarbeitet. Anke Cohrs selbst, die neue Koordinatorin des Familienzentrums freut sich darauf, endlich loslegen zu dürfen. Die gute Zusammenarbeit mit allen beteiligten Gruppen stehe für sie obenan. Konzeption und Flyer seien fertig, sie wolle sich jetzt Zeit nehmen, alle Gruppen kennenzulernen und in Haus und Kirchengemeinde als Ansprechpartnerin für viele Sorgen bekannter zu werden. Die Elternumfrage nach den speziellen Bedarfen sei für September geplant. Dann werde auch ein Elterncafé installiert. Die Beratung müsse langsam aufgebaut und mit professionellen Partnern wie der Lebensberatung abgestimmt werden. In der KiTa Krausenstraße gebe es bereits eine Mitarbeiterin, die die sich über EU-Fortbildungen für Elternarbeit qualifiziert habe. Das Familienzentrum emilie wolle zu keiner bestehenden Einrichtung in Konkurrenz treten, betonte Pastorin Silke Noormann. Hier gelte nur das Motto „Suchet der Stadt Bestes!" Sie betont schon, dass „wo evangelisch draufsteht auch evangelisch drin ist", doch entscheidend sei die christliche Motivation, die dahinterstehe. Die Würde des Menschen sei unantastbar und selbstverständlich lade das neue Familienzentrum Menschen unterschiedlicher Herkunft und Religionszugehörigkeit ein. Es werde gerne Hilfestellung zur religiösen Erziehung bieten, wie dies auch bisher bereits in den Kirchengemeinden geschieht: mit Knirpskirche und Krabbelgottesdienst, mit Kindergottesdienst und Kinderbibeltagen. Dass die gesamte Kirchengemeinde St. Georg hinter dem Projekt stehe, zeigt auch die gute Resonanz bei der Sammlung des Freiwilligen Kirchgeldes für das Familienzentrum, durch das der Bau des zusätzlichen Raumes im Gemeindehaus unter anderem möglich geworden sei. Für die Ausgestaltung der Ideen von „emilie" und Koordinatorin Anke Cohrs steht im Kirchenkreis ein Topf zur Verfügung. Schon immer habe es in der St. Georg-Kirchengemeinde spezielle Angebote für Familien mit Kindern gegeben, betont Pastor Michael Brodermanns. Seit Jahren habe Pastorin Silke Noormann die religionspädagogische Begkleitung der Delfi- und Spielgruppen übernommen. Mit dem Trägerwechsel für die KiTas und Krippen zum Kirchenkreis habe sich der Kirchenvorstand daher zunächst schwer getan. Doch diese Bedenken hätten sich gelegt, die Realität habe gezeigt, dass die enge Verbindung auch auf diese Weise gehalten werden könne.
Kontaktformulare zu „emilie" finden Interessierte auf der Homepage des Familienzentrums www.emilie-wedemark.de. Das von Grafikerin Petra Jungkind mit viele Liebe zum Detail gestaltete Informationsmaterial liegt unter anderem im Gemeindehaus und im Kindergarten Krausenstraße aus. Telefonisch ist Koordinatorin Anke Cohrs mittwochsnachmittags und dienstagsvormittags unter der Nummer (0 51 30) 6 09 08 41 zu erreichen.