Abend der klaren Worte

„Geschlachtete Politik“ – großer Erfolg für die MIT

Elze. Kürzlich fand im Gasthaus Goltermann die „Geschlachtete Politik“ der Mittelstandsvereinigung der CDU/CSU statt. Über 60 Gäste erschienen zu der traditionellen MIT-Veranstaltung, die unter dem Motto „politischer Aschermittwoch der Wedemark“ als Abend der klaren Worte konzipiert ist. Mit dem stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der CDU im niedersächsischen Landtag Frank Oesterhelweg hatte der Vorstand der MIT um ihren Vorsitzenden Felix Adamczuk und Sven Jagata hierfür offensichtlich auch den richtigen Mann eingeladen. Nachdem sich die Versammlung zunächst am Büfett mit Schlachteplatte sowie Grünkohl und Bregenwurst satt gestärkt hatte, hielt Oesterhelweg einen flammenden circa 45 Minuten dauernden Vortrag. Der Redner streifte dabei nahezu alle aktuellen landes- und bundespolitischen Themen. Besondere Aktualität hatte sein Vortrag deshalb, da er selbst Teilnehmer an den Koalitionsverhandlungen in Niedersachsen war und daher deren Ergebnisse für die CDU aus erster Hand kommentieren konnte. Oesterhelweg bezeichnete sich selbst als einen konservativen Unionspolitiker, was sich auch als roter durch seinen Vortrag zog. Er übte Kritik an der heutzutage teilweise übertrieben betonten political correctness, welche oft die Behandlung gesellschaftlicher Probleme irrational beeinflusse. Bild- und anekdotenreich erläuterte er sein Bekenntnis zu heimatlichen Werten. Auch müsse den wertkonservativen Teilen der Bevölkerung wieder stärker Raum in der CDU geboten werden. Am Beispiel von Bundestagsdebatten in den fünfziger und sechziger Jahren erläuterte Oesterhelweg, dass politische Positionen wieder besser erkennbar sein müssten und die sich ergebenden Diskussionen der Demokratie durchaus förderlich wären. Hinsichtlich der bundespolitischen Lage nach der Wahl erlaubte sich Oesterhelweg auch einen kritischen Blick in das eigene Unionslager, was die Bewertung des Wahlergebnisses anging. An den lebhaften Vortrag schloss sich dann noch eine Diskussionsrunde an. Danach befragt inwieweit die CDU in einer großen Koalition in Niedersachsen ihren Markenkern erhalten könnte verteidigte Oesterhelweg die Koalition. Es sei natürlich so, dass man in einer solchen Konstellation immer auf die eigene Wahrnehmbarkeit achten müsse, die CDU habe sich jedoch in entscheidenden Punkten im Koalitionsvertrag durchgesetzt. Außerdem besetze man entscheidende Ministerien um Ziele aus dem Unionsprogramm umzusetzen. Eingerahmt wurde die Veranstaltung durch Grußworte der Wedemärker Landtagsabgeordneten Editha Lohrberg und dem MIT Landes- und Bezirksvorstand Dietmar Reddig. In seinem Schlusswort betonte der MIT-Vorsitzende Felix Adamczuk die politische Sendung der MIT als Interessenvertretung der Wirtschaft und des Mittelstands. Man werde sich weiter für eine mittelstandsfreundliche Gemeinde in der Wedemark einsetzen.