Abschied von der Rabengruppe

Die Kinder der Rabengruppe ließen symbolisch für den Abschied von der Nachmittagsgruppe Luftballons in den Himmel steigen. Foto: A. Wiese

In der Kita Krausenstraße gibt es jetzt keine Nachmittagsgruppe mehr

Mellendorf (awi). Mit dem Abschied in die Sommerferien und dem von den Schulkindern, die im September eingeschult werden, feierte die evangelische Kindertagesstätte Krausenstraße in der letzten Woche auch Abschied von ihrer Rabengruppe. Mindestens seit 1976 hat es diese Nachmittagsgruppe in der kirchlichen Kita in Mellendorf gegeben. Von 12 bis 18 Uhr wurden die Kinder betreut. Zuletzt war sie die einzige Nachmittagsgruppe in der gesamten Wedemark und jetzt wird sie eingestellt. Die Kinder werden auf Dino- und die Bärengruppe im Vormittagsbereich verteilt, ebenso die Erzieherinnen, erklärte Kita-Leiterin Caren Holstein-Lemke. Für viele Eltern, die im Einzelhandel oder der Erwachsenenbildung arbeiteten, sei die Gruppe ideal gewesen. Und sie habe auch einen hohen Anteil an Migrationskindern gehabt. „Mit der Rabengruppe konnten wir immer auf die Nachfrage der Gemeinde reagieren, um Flüchtlingskinder aufzunehmen“, erläuterte die Kita-Leiterin. Damit habe der Kindergarten auch seinen diakonischen Auftrag erfüllt und eng mit der Kirche zusammengearbeitet, indem er sich nicht nur nachmittags um die Kinder, sondern zugleich auch um die Familien und alles, was diese brauchten, kümmerte, inklusive der Schulausstattung für die Flüchtlingskinder, wenn sie zur Schule kamen. „Es war eine Gruppe, in der die Erzieherinnen oft hoch belastet waren, insbesondere in letzter Zeit, wo viele Kinder aus Syrien zu uns kamen, und zwar oftmals stark traumatisiert. Vor diesem Hintergrund hätte Holstein-Lemke die Gruppe auch gerne weitergeführt und auch von Eltern sei noch Nachfrage dagewesen, aber in Absprache mit der Gemeinde habe man sich geeinigt, die eine Vormittagsgruppe auf 15 Uhr zu verlängern. „Tatsache ist, dass wir gar keine Kinder von außen mehr aufnehmen können, weil unsere Kapazitäten durch unsere Krippenkinder voll erschöpft werden“, so Holstein-Lemke. Die Flüchtlingskinder werde die Gemeinde daher künftig anderen Kitas zuweisen müssen, bedauerte sie. Kinder und Erzieherinnen feierten am Donnerstag letzter Woche einen zünftigen Abschied von der Rabengruppe: „Wir müssen die Raben fliegen lassen“, so die Erzieherinnen und so stiegen viele bunte Lufballons in die Höhe und verloren sich schnell zwischen den Wolken am blauen Himmel. An allen hingen Zettel, auf denen die Kinder aus der Rabengruppe formuliert hatten, was ihnen in der Gruppe besonders gut gefallen habe. Das war mal die Bauecke, mal das Basteln und Kneten. Alle Kinder bekamen Orden mit Bildern, die sie künftig als Dinos oder Bären auswiesen. Und einige gehen ja auch ab September in die Schule. Und weil die Kita Krausenstraße eine kirchliche Einrichtung ist, gehörten zum Abschiedsfest natürlich auch eine Abschiedsrede, ein Lied und ein Gebet von Pastorin Karin Borchers-Ludwig dazu. Zum Abschluss gab es dann das, worauf sich die Kinder von Beginn an am meisten gefreut hatten: Ein tolles Grillfest mit Eis zum Nachtisch!