Abwasser wird teurer: 28 Cent pro m³

Qualität hat ihren Preis: Die Filtrationsanlage im Bissendorfer Klärwerk (Gebäude hinten) hat eine besonders hohe Reinigungsstufe. Das Wedemärker Abwasser hat mit die besten Werte in der Region Hannover. Foto: A. Wiese

Betreiber hat das Entgelt erhöht – Rat muss wohl oder übel nachziehen

Wedemark (awi). Rückwirkend zum 1. Januar erhöht die Gemeinde Wedemark die Abwassergebühr von jetzt 2,69 Euro auf zukünftig 2,97 Euro pro Kubikmeter. Das hat der Rat der Gemeinde am Montagabend abgesegnet. Mehr oder weniger zähneknirschend, denn Grund dafür sei eine erhöhte Vergütungsforderung des Abwasserbetreibers, erklärte Kämmerer Joachim Rose am Montag im Bürgerhaus.
Der Beirat, in dem neben dem Bürgermeister und dem Kämmerer auch Vertreter der Ratsfraktionen sitzen, habe sogar ein Schiedsverfahren angestrengt, um die Erhöhung abzuwenden, doch nur mit eingeschränktem Erfolg. Zwar müsse die Gemeinde nicht ganz so viel zahlen wie zunächst gefordert, doch mehr sei es, unter dem Strich 360.000 Euro. Gesetzlich sei geregelt, dass die Abwasserkos-ten zu 100 Prozent über die Gebühren gedeckt werden müssen. Daher komme der Rat um die Gebührenerhöhung um 30 Cent pro Kubikmeter nicht herum. Viele Jahre seien die Gebühren konstand gewesen, bis sie zum 1. Januar vor zwei Jahren um 20 Cent pro Kubikmeter erhöht worden waren. Eigentlich habe die Gemeinde diesen Preis für eine Mindestzeit von drei Jahren kalkuliert, räumte Rose ein, doch das Begehren des Abwasserbetreibers habe dem entgegen gestanden. CDU-Fraktionsvorsitzender Jörg Onnasch betonte, dass sich die Rats- und Gemeindevertreter im Beirat des Entsorgungsunternehmen durch Einigkeit ausgezeichnet und auf diese Weise noch einen erheblichen Betrag für die Gemeinde gespart hätten. Zwar setzte sich die Gemeinde Wedemark mit ihren Gebühren jetzt an die Spitze der 21 Kommunen in der Region. Es dürfe aber auch nicht vergessen werden, dass die technische Qualität der Abwasserreinigung in der Wedemark ebenfalls spitzenmäßig sei. Wie den Veröffentlichungen des Betreibers KED zu entnehmen ist, gab es in der Wedemark 1986 neun Kläranlagen für nur 25.000 Einwohner. Das Konzept der KED habe es möglich gemacht, sieben alte Einrichtungen zu schließen und alle Aufgaben in Bissendorf zu konzentrieren. Die Anlage dort sei von ursprünglich 10.000 auf 35.000 Einwohnerwerte ausgebaut und um Nitrifikation, Denitrifikation sowie Phosphatelimination erweitert. Allein in die Filtrationsanlage als vierte Klärstufe habe die KED weit über drei Millionen Euro investiert.