Aktion „Alkohol gegen Ausweis“

Einig gegen Alkoholverkauf an Jugendliche: Der Präventionsrat und die Vertreter der beteiligten Geschäfte. (Foto: H.H. Schröder)

Geschäftsleute und Gemeinde gegen Alkoholverkauf an Jugendliche

Wedemark (hhs). Der Verkauf von Alkohol an Jugendliche unter 16 Jahren ist per Gesetz verboten. Dennoch wird diese Altersgrenze nur selten beachtet, sollte man angesichts der Veröffentlichung der Ergebnisse von Teskäufen denken. Bei der letzten Testkaufaktion schnitten die Einzelhändler in der Gemeinde Wedemark schlecht ab: In 50 Prozent der Fälle, ingesamt neunmal, erhielten die Jugendlichen problemlos Alkohol. „Die besondere Aktualität des Themas verdeutlicht, dass wir weiter daran arbeiten müssen“, leitete Bürgermeister Tjark Bartels ein Pressegespräch am Donnerstag ein, bei dem die Ergebnisse der Arbeit einer Projektgruppe aus Präventionsrat und Wedemärker Einzelhändlern vorgestellt wurden: Den gesamten September über wird die Aktion „Alkohol gegen Ausweis“ in den Geschäften durchgeführt. Die jungen oder jugendlichen Alkoholkäufer müssen ihren Personalausweis an den Kassen vorzeigen und die älteren werden gebeten, es auch zu tun, um ein Zeichen zu setzen gegen den Alkoholmissbrauch in jungen Jahren. In den ersten Alkohol-Testkaufphasen hatte die Wedemark immer gute Plätze belegt, so Bartels weiter. Der Jugendschutz der Region Hannover habe damals der Gemeinde die Idee zur Diskussion gestellt, mit der Einführung der Ausweiskontrolle für alle Altersgruppen beim Alkoholkauf eine Vorreiterrolle einzunehmen. Bei den Lebensmittelmärkten REWE Zwingmann, famila und Frischmarkt Pagel fand man sofort positive Resonanz. Eine Projektgruppe wurde gegründet, in der zudem noch der Jugendschutz der Region Hannover, die Polizei Mellendorf, die Gemeindejugendpflege, GfV-Werbung und der Wedemärker Präventionsrat beteiligt sind. Inzwischen sind auch die beiden Tankstellen Autohof Mellendorf und Tankstelle Autohaus Kahle in Elze beteiligt sowie Kuddel's Getränkeshop sowie der Heli Getränkemarkt. „Es geht insbesondere darum, Vorbild für die Jugend zu sein“, sagte Stephanie Schittek von der Gemeinde, und man erhoffe sich als Nebenwirkung auch, dass alle Kassiererinnen grundsätzlich daran denken, bei Jugendlichen nach ihrem Ausweis zu fragen, wenn sie mit einer Flasche Alkohol an der Kasse erscheinen. Man wolle sicherlich nicht die Käufer abschrecken, die vom Alter her zum Erwerb von Alkohol berechtigt sind und die nun damit rechnen müssen, nach ihrem Ausweis gefragt zu werden, sofern sie ihn nicht schon in der Hand haben. Auch die älteren Kunden sollten bei der Aktion mitmachen und mit ihrer freiwilligen Teilnahme ein deutliches Zeichen gegen Alkoholverkauf an Jugendliche setzen. Silke Gottschalk, Kommissarin bei der Mellendorfer Polizei, stellte in diesem Zusammenhang klar: „Personalausweise werden schon für Personen ab zwölf Jahren ausgestellt. Da muss die Kassiererin schon deutlich draufschauen. Es ist somit verkehrt zu glauben, dass der Inhaber eines Personalausweises mindestens 16 Jahre alt sein muss. Wer jetzt noch Alkohol an Jugendliche unter 16 Jahren verkauft und bei einem Testkauf erwischt wird, muss mit einem Bußgeld von mindestens 180 Euro rechnen“, sagte sie. „Die Schonphase ist beendet“. Die Aktion „Alkohol gegen Ausweis“ im September wird vom Präventionsrat mit Infoständen vor den beteiligten Geschäften begleitet. Hier gibt es dann weitere Informationen zu der Aktion und Broschüren sowie Infomaterial.