Alles klar für MoorIZ: Vertrag ist unterschrieben

„MoorIZ kann kommen“: Am Montag dieser Woche unterzeichneten Bürgermeister Tjark Bartels, links, und der Umweltdezernent der Region Hannover, Prof. Dr. Axel Priebs, den entsprechenden Vertrag. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Bürger für Resse e.V. sucht weiter Mitstreiter

Resse (hhs). MoorIZ kommt nach Resse. Am Montag dieser Woche haben die Region Hannover, vertreten durch ihren Umweltdezernenten Prof. Dr. Axel Priebs, und die Gemeinde Wedemark, vertreten durch ihren Bürgermeister Tjark Bartels, den Vertrag zum Bau und Betrieb des Moorinformationszentrums in Resse unterzeichnet. Der Vertrag regelt , dass die Region Hannover als Bauherrin für das Informationszentrum fungiert und es mit Mitteln aus dem Konjunkturprogramm II finanziert. Die Mittel dafür stammen aus einer Investitionspauschale von Bund und Land plus einem Eigenanteil der Region. Damit werden die Planungs- und Baukosten finanziert. das Grundstück stellt die Gemeinde Wedemark zur Verfügung, sie bleibt auch nach Fertigstellung des Gebäudes Eigentümerin und übernimmt den Betrieb des Umweltinformationszentrums.
„Es soll losgehen, endlich...“, freute sich Bürgermeister Tjark Bartels bei der Begrüßung der Teilnehmer Vertragsunterzeichnung in der Grundschule Resse. „Wir haben in langen Gesprächen über vier Jahre alle Hürden für dieses Projekt aus dem Weg geräumt und am Ende ein sehr gutes Ergebnis entwickelt. Ich danke der Region für ihren Einsatz und ich danke auch dem Verein Bürger für Resse für sein gewaltiges Engagement“. Axel Priebs, der Umweltdezernent der Region Hannover, ordnete die Entstehungsgeschichte des Projektes als ein „ausgesprochen positives Erlebnis“ ein. „Es war geprägt von dem Willen, gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen“, fuhr er fort. „Nun ist ein dauerhaft bezahlbares Projekt von inhaltlich und fachlich großer Bedeutung dabei herausgekommen. Das Moorinformationszentrum wird die Natur den Menschen näher bringen“.
MoorIZ, wie das Gebäude beinahe liebevoll bezeichnet wird, sei als Mehrzweckgebäude geplant und erfülle diesen Aspekt , indem es wichtige Funktionen in der Umweltbildung erfüllen werde, der Naherholung diene und der Weiterbildung. Der Verein Bürger für Resse habe den Bereich der Umweltbildung übernommen. Das Architektenbüro „ahrens grabenhorst“ habe für einen hohen energetischen Standard gesorgt und ein Planungsbüro werde die Ausstellung im MoorIZ vorbereiten. „Ich bin optimistisch, dass wir ein rundum herausragendes Ergebnis erzielen werden“, so Priebs.
Karl-Heinz Müller vom Verein Bürger für Resse sagte, das Moorinformationszentrum sei eine große Aufwertung der Ortschaft Resse und werde die Natur viel stärker in das Bewusstsein der Bürgerinnen und Bürger der Region Hannover rücken. Der Verein werde sich nun bemühen, MoorIZ mit Leben zu erfüllen. „Der Naturraum Hannoversche Moorgeest soll erlebbar werden. MoorIZ soll die dauerhafte Erhaltung unserer Moore fördern und unserer Ortschaft einen lebendigen und informativen Mittelpunkt geben“. Jochen Pardey pflichtete dem bei und sagte: „Wir bemühen uns gerade, den Kreis der daran Arbeitenden zu erweitern“. Es gebe im Verein bereits einen Arbeitskreis zum Thema Moore und drei Arbeitsgruppen. „Wir suchen – nicht nur in Resse – Natur interessierte Bürger, die Lust haben, an der Gestaltung des Moorinformationszentrums MoorIZ  mitzuwirken. Wir haben einen Arbeitskreis gebildet, der sich einmal im Monat, jeweils am 4. Donnerstag trifft. Das nächste Treffen ist am 23. September in der Gaststätte Resseo am Resser Sportplatz an der Osterbergstraße“, konkretisierte Karl-Heinz Müller dieses Angebot. Wer gern mit gestalten möchte, wende sich an Jochen Pardey unter 0176/28067705 oder an Karl-Heinz Müller unter 095131/456813.
Dann „schritten“ der Bürgermeister und der Umweltdezernent zur Vertragsunterzeichnung. Axel Priebs erinnerte dabei daran, dass Planung und Bau von MoorIZ immer unabhängig vom Verlauf des Projektes Hannoversche Moorgeest gesehen worden sind. Er konnte sich aber nicht einen kleinen Seitenhiebes gegen den Bundesumweltminister und Umweltbundesamt verkneifen. Die hatten neulich die Finanzierung des Projektes Moorgeest abgelehnt, weil es angeblich die Randbereiche der Moore in zu geringem Maße mit einbeziehe. „Es ist schon kurios“, sagte Priebs, in der Bevölkerung ist der Kompromiss, den wir in langen Diskussionen gefunden haben, in hohem Maße akzeptiert, wir finden dafür überall im betroffenen Bereich breite Unterstützung, und nun soll davon nichts unterstützt werden. Ich glaube aber dennoch, dass wir einen richtigen Durchbruch erzielen werden. Da müssen unsere Bundestagsabgeordneten direkt in Berlin dran arbeiten“. Eine umfassende Randzone der Moore sei aus Sicht des Naturschutzes keinesfalls notwendig. „Mit den jetzigen Maßnahmen erreichen wir das formulierte Ziel, die Wiedervernässung der Hochmoore“. Insofern sei es sehr ärgerlich, dass bei einer derart beispielhaften Identifikation mit dem gesamten Projekt, die man als beispielhaft bezeichnen müsste, nun kein Geld vom Bund dafür fließen soll“.
Mit dem Bau von MoorIZ soll noch in diesem Herbst begonnen werden in etwa dort, wo gegenwärtig auf gemeindeeigenem Grund die Abfallcontainer stehen, direkt an der Straße „Altes Dorf“. MooorIZ wird einen großen Ausstellungsraum erhalten und einen Vortragsbereich, die variabel voneinander getrennt werden können nach Bedarf. Hinzu kommen noch Räume für Büro, Exponate und sanitäre Anlagen. Die Baukosten wurden mit 950.000 Euro angegeben. Für Besucherinnen und Besucher soll das Informationszentrum etwa 30 Stunden wöchentlich geöffnet sein. Sonderveranstaltungen für Schulen, Vereine und Verbände sind vorgesehen, ebenso Workshops zum Thema Moor im Verein mit Exkursionen seien denkbar, hieß es.