Am Recyclinghof weggeschickt

aha: Verbot für Kleintransporter über 2,8 Tonnen

Bissendorf (awi). Gerhard Decker aus Mellendorf ist verärgert: Als er am Sonnabend seinen alten Röhrenfernseher, ein altes Fahrrad und ein Paar Stiefel auf dem Wertstoffhof in Bissendorf entsorgen wollte, wurde er von den Mitarbeitern des Recyclinghofes wieder weggeschickt, weil sein Privatwagen auf dem Gelände angeblich nicht zulässig ist. „Ich war noch nicht einmal richtig ausgestiegen, da wurde ich von einem Mitarbeiter auf das am Einfahrtsbereich hängende Schild hingewiesen, welches das Befahren für Fahrzeuge über 2,8 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht untersagt. Ich wurde mit dem Hinweis, dass ich ja außerhalb des Geländes parken und dann die Sachen zu Fuß reinbringen könnte, sofort wieder des Platzes verwiesen“, berichtet Decker. Als Alternative wurde ihm angeboten, zur Deponie nach Lahe zu fahren. Da sein alter 67-er Röhrenfernseher ein stattliches Gewicht hatte und unhandlich war, sei ihm nur der Weg nach Lahe geblieben. Also sei er von Bissendorf zusätzlich hin- und zurück mehr als 50 Kilometer gefahren und habe zudem 30 Minuten in der Schlange gestanden. Bei dem Verbotsschild handelt es sich um das Zeichen „Z 253“ (ein Schild mit rotem Kreis und mittig ein schwarzer LKW). Normalerweise gilt dieses Schild für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen, aber bei dem Wertstoffhof-Schild ist im Schild noch der Zusatz 2,8 Tonnen. Dem Beamten bei der Polizeistation Mellendorf sei das Schild „Z 253“ mit Gewichtszusatz im Schild auch nicht bekannt“, teilt Decker mit, der sich dort vorsichtshalber erkundigt hat. Doch selbst wenn aha per Hausrecht solche Schilder aufhängen dürfe, sei die Situation problematisch, gibt Gerhard Decker zu bedenken: „So gut wie kein Kleintransporter darf den Wertstoffhof befahren, da fast alle für 3,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht zugelassen sind und das tatsächliche Gewicht bei diesem Schild nicht zählt.“ Kein Fiat Ducato, kein Renault Trafic, kein Mercedes Sprinter, Iveco, VW Transporter, ja sogar mancher VW-Bus, also die Kleintransporter dürften den Platz nicht befahren.
Auf Nachfrage des ECHO nahm aha-Pressesprecherin Helene Herich Stellung zu dem Vorkommnis, bedauerte die entstandene Situation und erklärte aus Sicht des Unternehmens, wie es dazu kommen konnte. Es habe sich bei dem abgewiesenen Fahrzeug um einen Fiat Ducato gehandelt, der nicht als personenbeförderndes Fahrzeug ausgewiesen, sondern ein rundum geschlossenes Kastenfahrzeug war. Somit habe es sich für die aha-Mitarbeiter um ein gewerbetypisches Fahrzeug mit mehr als 2,8 Tonnen gehandelt, das damit vom Befahren des Wertstoffhofes ausgeschlossen war. Herich erklärte jedoch: „Kunden die mit einem Fahrzeug kommen, das gewerbetypisch ist, erhalten in der Regel eine Unterstützung und es entsteht im Vorfeld ein Dialog. Unsere Wertstoffmitarbeiter bieten oftmals eine Sackkarre an, damit die Kunden dann die zu entsorgenden Sperrabfälle auf dem Hof abliefern können. Wir leihen somit unsere Hilfsmittel an Dritte aus, damit es diese mit der Entsorgung leichter haben.“ In diesem Fall sei der Wagen geschlossen gewesen und auf Grund der Größe als gewerbetypisches Fahrzeug identifiziert worden. Der Fahrer sei vom aha-Mitarbeiter angesprochen worden und man habe ihm angeboten, außen abzuladen oder zur Deponie zu fahren. Der Kunde habe offenbar etwas ungehalten reagiert und es sei leider kein Dialog mehr entstanden, der auch diesem Kunden ermöglicht hätte, mittels einer Sackkarre den Fernseher auf den Wertstoffhof Bissendorf zu transportieren und abzugeben, bedauerte die aha-Sprecherin.