„Andere Dimension erschloss sich“

Makroaufnahmen und Landschaft faszinieren Hobbyfotograf Karsten Molesch (links) aus Meitze. Doch zunehmend fotografiert der SPD-Ratsherr auch Menschen, zum Beispiel seinen Hobbyfotografen-Kollegen Reinhard Schmalz (rechts), den das ECHO in einer seiner nächsten Ausgaben vorstellt. Foto: A. Wiese

Hobbyfotografen: Heute Karsten Molesch aus Meitze

Meitze/Bissendorf (awi). Ist Karsten Molesch überhaupt ein Hobbyfotograf? Schließlich hat er Grafikdesign in Hannover studiert, arbeitet auch beruflich viel mit der Kamera. Aber eben Grafikdesign und nicht Fotografie. „Ich war mehr für die Buchstaben, die Fotografen für gute Bilder zuständig“, schmunzelt er. Doch privat fotografieren, das ist etwas anderes. Ohne Erfolgsdruck, spontan, einfach aus Spaß an der Sache. Auf die Fotografie hat den Grafiker die Musik gebracht und sein Faible für ungewöhnliche Plattencover. Ein Schaf, das auf einem Sofa liegt, das im Meer steht. Wie fotografiert man so etwas? Inzwischen weiß er es: Indem hinter dem Fotografen 15 Schäfer mit ihren Schäferhunden standen, so dass das Schaf nicht wagte, sich zu bewegen.
Digital war unerreichbar
Seine erste Kamera Anfang der 80er Jahre war eine Minolta M300. Doch mit der analogen Fotografie konnte Molesch sich nur bedingt anfreunden. Filme zu entwickeln war umständlich. Digitalfotografie war für Hobbyfotografen damals noch in unerreichbarer Ferne. „Der Wunsch war da, aber ich wusste nicht wie“, bringt es Molesch auf den Punkt. Und so rückte die Fotografie für ihn zunächst mal in den Hintergrund. Nach dem Studium legte er sich als letzte analoge Kemera eine Canon AE-1 zu, fotografierte damit privat die üblichen Anlässe und natürlich auf Reisen. „Ich brauche ein bisschen Luft zum Fotografieren. Wenn ich mit anderen Leuten spazieren gehe, kann ich schlecht fotografieren, selbst beim Hundespaziergang ist es schwierig. Dann entwickelte sich die Digitalfotografie mit atemberaubender Geschwindigkeit. Vor etwa zwölf Jahren legte sich Karsten Molesch privat eine Canon 5D-MK2 zu und begann die Bilder mit Photoshop digital zu bearbeiten. Der Hobbyfotograf entdeckte die Markofotografie für sich: Blumen, Insekten, andere Details. „Ich merkte plötzlich, dass man auf dem Foto Dinge sehen kann, die man eigentlich nicht sehen kann. Für mich entschloss sich eine ganz andere Dimension.“
Glück und Blinkwinkel
Um den richtigen Moment für ein Foto zu erhaschen, braucht man Glück und den richtigen Blickwinkel, weiß Molesch mittlerweile, denn es kommt immer auf die Perspektive an. Auf seiner website www.nahaufnahme-wedemark.de findet der interessierte Betrachter eine breite Auswahl von Motiven und fotografisch aufbereiteten Themen, wobei die Makrofotografie viel Raum einnimmt. Doch zunehmend findet der 54-Jährige es interessant, Menschen zu fotografieren. „Das möchte ich in Zukunft mehr machen“, hat er festgestellt: „Mich reizen die Gesichter. Wenn die Leute locker drauf sind, macht es wahnsinnig Spaß.“ Etwas anderes als die Digitalfotografie kann er sich nicht mehr vorstellen, „weil man vieles realisieren kann, was vorher nur im Kopf ging.“ Man könne seine Vorstellungen immer umsetzen, habe eine gute Kontrolle und sei quasi unbegrenzt in der Zahl der Bilder. Früher ein 36 Bilder-Film – heute eine 64 Gigabyte-Karte, meist sogar zwei in einer Kamera, da sind der Fotografierlust und der Kreativität quasi keine Grenzen gesetzt. Faszinierend findet Molesch auch das raw-Format. Das RAW-Format lässt noch Spielraum, Dinge am Bild zu verbessern, egal ob Schärfe, Helligkeit oder Verzerrungen. Fotografie kann man heutzutage nicht mehr trennen von Grafik, meint er nicht nur vor seinem beruflichen Hintergrund. Seine Webseite aktualisiert er laufend, will sie demnächst noch erweitern. Jetzt findet man dort etwa 200 Motive und andere Hobbyfotografen jede Menge Anregungen für den eigenen Umgang mit Kamera und Objektiven.
Interessenten bitte melden
Diese Serie wird fortgesetzt. Es haben sich schon einige Interessenten bei der Redaktion gemeldet, die das ECHO jetzt in lockerer Reihenfolge vorstellt. Die Vielfalt bei diesem Hobby, der Fotografie ist riesig. Wer Interesse hat, schickt eine E-Mail an redaktion@wedemark-echo.de oder ruft einfach an: (0 51 30) 976 93 41.