Anderer Betreuungsschlüssel gefordert

Landtagsvizepräsidentin Astrid Vockert, Bürgermeister Tjark Bartels, Gerlinde Kauffmann, Cornelia Blume, Andrea Große und Landtagsabgeordnete Editha Lorberg (v. l.) diskutierten mitKiTa-Leiterinnen und Elternvertretern. (Foto: L.Irrgang)

KiTa-Leiterinnen und Eltern diskutierten mit Politik und Verwaltung

Mellendorf (ig). Es war eine intensive Diskussion auf Augenhöhe, die am vergangenen Dienstag zwischen Elternvertreterinnen, Kindergartenleiterinnen, Mitgliedern der Verwaltung und Politikern stattfand. Über die Landtagsabgeordnete Editha Lorberg (CDU) war der Kontakt zum Niedersächsischen Landtag hergestellt worden. So konnten Gerlinde Kauffmann und Cornelia Blume, welche die Diskussion moderierten, mit Astrid Vockert (CDU) die Landtagsvizepräsidentin in der Wedemark begrüßen. Schon lange sich habe sich der Gemeindelternrat mit dem Thema der Betreuung in den Kindertagesstätten auseinandergesetzt, „wir fragte uns, warum das nicht alles so ist, wie wir uns das wünschen“, machte Gerlinde Kauffmann in ihrer Einführung deutlich. Die Arbeit der Erzieherinnen sei hierbei gerade nicht der Anknüpfungspunkt gewesen, so Kauffmann, „die machen alle eine hervorragende Arbeit.“ Vielmehr sei es der im KiTa-Gesetz verankerte Betreuungsschlüssel, „welcher einen sehr engen Rahmen für die Betreuung vorsieht.“ Der Elternrat forderte hier eine Änderung des Betreuungsverhältnisses, „und damit eine inhaltliche Verbesserung der Arbeit.“ Der Schlüssel sei so knapp bemessen, dass dem vorhandenen Personal oftmals die Zeit fehle, neben der Grundversorgung auch anderes den Kindern zu bieten. „Gerade auf dem Bereich von projektbezogenem Arbeiten und Bildung sehen wir ein Defizit“, so Kauffmann direkt an die Vizelandtagspräsidentin. Diese betonte, dass es nicht die Betreuung allein sei, „man muss auch schon bei den Kleinsten von Bildung, Betreuung und Erziehung sprechen.“ Keinesfalls dürfe sich um eine bloße Versorgung handeln, „die Kinder müssen auch eine Wertschätzung erfahren.“ Noch nie sei jedoch so viel Geld in diesem Bereich in die Hand genommen worden, wie in den letzten Jahren, betonte Vockert, aber mehr „an Finanzen in diesem Bereich ist momentan nicht drin, wenn ich etwas anderes behaupte, wäre das unrealistisch.“
Einen höheren finanziellen Aufwand würde beispielsweise eine Änderung des KiTaG darstellen, welchen die Gemeindeelternratsvertreter anregten, die eine Umgestaltung des Betreuungsschlüssels zur Folge haben könnte. „Eine Betreuung von eins zu sechs, also eine Erzieherin für sechs Kinder wäre das Traumziel“, so Kauffmann. Dies sollte die Politik nicht aus dem Blick verlieren, „denn die Kinder sind unsere Zukunft.“ Dies unterstrich auch Cornelia Blume, denn so befürchte der Elternrat bei sinkenden Kinderzahlen einen Abbau der Bertreuung. „Denn wir wissen, dass die Kassen leer sind.“ Die Frage in Hinblick auf Investitionen sei nicht, ob man es sich leisten könne, „sondern wir müssen uns fragen, ob wir es uns leisten können, es nicht zu tun“, betonte Gemeindebürgermeister Tjark Bartels (SPD), der die zahlreichen Verbesserungen auf dem Gebiet der Kinderbetreuung in der Gemeinde etwas durch zahlreiche Neu- und Ausbauten in den letzten Jahren verwies. Bei einer solchen Investition durch die Gemeinde „müsste mehr Geld von Bund und Land kommen, diese Forderung möchte ich durchaus erheben.“ Die Gemeinde habe massiv an der Verbesserung der Qualität gearbeitet, „da sind wir auf der Höhe der Zeit, aber mit mehr Personal könnte man auch noch mehr ausrichten.“ Die Landtagsabgeordnete Editha Lorberg nannte die mitunter emotionale Diskussion „wichtig und sehr gut“, auch die in der Politik mit dem Thema befassten hätten „Angst, dass sich aufgrund einer reinen finanziellen Sicht die Dinge verschlechtern.“