„Anfang und Ende vorgegeben“

Lothar Seruset mit einer seiner Holzskulpturen, die von Sonntag beim imago Kunstverein im Bürgerhaus in Bissendorf ausgestellt sind.Foto: A. Wiese

Serusets Skulpturen haben besondere Perspektive

Bissendorf (awi). Den Auftakt beim imago Kunstverein in diesem Jahr macht der Bildhauer und Holzschneider Lothar Seruset mit seiner „Flugstunde“. Vom 25. Januar bis 8. März sind die Skulpturen und Holzschnitte in den Räumen von imago im Bürgerhaus zu sehen. Eröffnung ist am Sonntag, 25. Januar, um 12 Uhr, Künstlergespräch am Sonntag, 22. Februar, von 15 bis 17 Uhr, Finissage am Sonntag, 8. März, von 15 bis 17 Uhr. Der 58-jährige Künstler aus Lentzke bei Berlin fertigt Skulpturen aus Holz und Bronze – als Abformungen der Holzskulpturen. Viele seiner Werke haben einen Bezug zum Fliegen – daher auch der Titel der Ausstellung: Flugstunde. Doch wer sich umsieht, stößt auch auf ein anderes häufiges Motiv: Totenköpfe. Auf die Frage, was das zu bedeuten habe, antwortet Seruset nachdenklich: „Das frage ich mich auch.“ „Anfang und Ende sind vorgegeben, ohne dass wir wissen, wann das sein wird“, philosophiert er, deutet auf seine Werke und meint erklärend: „Unter einem liegen schon viele.“ Ein Roman erzähle von einer Studie, die besage, dass die Zahl der heute auf der Erde lebenden Menschen die übertrifft, die jemals hier gelebt haben. „Insofern können Sie Totenköpfe hintun, wo Sie wollen“, so Serusets eigenwillige Interpretation und er weist darauf hin, dass in Japan die Menschen bereits übereinander beerdigt würden.
Viele von Serusets Werken sind in öffentlichen Gebäuden bei Stiftungen und in Museen ausgestellt. Er arbeite oft an mehreren Objekten gleichzeitig, so der Künstler im Gespräch, an einer Skulptur zwischen vier Wochen und vier Monaten. Seine Werkzeuge sind Kettensäge, Flex, Stechbeitel, diverse Sägen und Schnitzeisen. Die fertigen Skulpturen werden bemalt: mit Öl- und Wasser- beziehungsweise Acrylfarben – je nachdem, welchen Effekt Seruset erzielen will, manchmal auch nur teilweise, denn der Holzcharakter soll bei den Kunstwerken auch weiterhin zu sehen sein.