Anspruchsvolle Meitzer Hubertusjagd

Die Meitzer Hubertusjagd fordert viel von Reiter und Pferd – wie hier beim spektakulären Wietzeübergang. Foto: B. Stache

Reiter und viele Besucher erfreuen sich an sonnigem Herbstwetter

Meitze (st). „Ich freue mich sehr, dass ich Jagdherr werden durfte, denn die Meitzer Jagd ist eine ganz besondere und anspruchsvolle“, erklärte Malte Voigts aus Kremmen bei Berlin zu Beginn der Hubertusjagd des Reitvereins Meitze und der Jagdgemeinschaft Meitze. „Es ist eine schöne Sache, bei diesem Wetter hier dabei zu sein mit den zirka 60 Pferden und den 20 Hunden der Niedersachsen-Meute. Das ist einfach ein Erlebnis“, schwärmte der Jagdherr. Helmut Bäßmann jun., staatlich geprüfter Landwirt und Inhaber der 1,5 Hektar großen Reitanlage in Meitze, hatte die Jagd gemeinsam mit Camill Freiherr von Dungern und Cord-Peter Garms (Realverband Fuhrberg) organisiert. Von Dungern war mit seiner 20 Foxhound zählenden Niedersachsen-Meute bei sonnigem Herbstwetter nach Meitze gekommen. „Die Hunde sind gut trainiert, schnell und laufen im Moment sehr sicher“, kündigte der Master, der von seinem Sohn Cosimo und Tochter Celestina begleitet wurde, beim Stelldichein an. Helmut Bäßmann jun. begrüßte dabei Reiter und Zuschauer sowie die Jagdhornbläser „Rally Trompes de la Bruyère“ und gab allen noch einmal Verhaltensregeln mit auf den Weg. Das 14 Kilometer lange Geläuf mit 25 anspruchsvollen Hindernissen, darunter die Wietze, führte über Felder, Wege und Wiesen von Meitze und Fuhrberg. Geritten wurde in drei Feldern: einem ersten, geführt von Jagdherr Malte Voigts, in dem gesprungen werden musste, einem nicht springenden Feld, das in flottem Tempo – ganz ohne Hindernisse – von Camilla Freifrau von Dungern geführt wurde. Unter Führung von Sabine Lorenz aus Langenhagen begleiteten die Reiter im dritten Feld die Jagd als Beobachter in gesetztem Tempo. Als Schleppenreiterin fungierte Monja Rohrig. Aus einem Kanister, der seitlich am Sattel der Reiterin angebracht war, tropfte Anisöl. Dieser Fährte folgten die Hunde der Niedersachsen-Meute mit großem Spürsinn, Schnelligkeit und Ausdauer. Eindrucksvolle Bilder boten sich den vielen Zuschauern, die teilweise auf Treckergespannen Platz genommen hatten, vor allem an der Wietze, die sich als ein sehr anspruchsvolles Hindernis für Pferde und Reiter erwies. So manches Tier bedurfte der besonderen Führung durch seinen Reiter, um die erste Scheu vor dem Gewässer zu überwinden, andere verweigerten sich gänzlich. Einzelne Reiter hatte sich kurzerhand für eine alternative Überquerung des Gewässers entschieden und waren zur nahegelegenen Brücke geritten. Bei einigen Stürzen gab es manch unfreiwilliges Bad für Pferd und Reiter – alles blieb erfreulicherweise ohne schwerwiegende Folgen. An der Jagdvesper in der großen Reithalle des Reiterhofs Bäßmann, zu der die Schlachterei Grimsehl aus Brelingen ein ansehnliches und wohlschmeckendes warmes Büfett aufgebaut hatte, nahmen auch die gestürzten Reiter von der Wietze wieder teil, nachdem sie in trockene Kleidung geschlüpft waren. Die erfolgreiche Meitzer Hubertusjagd 2016 fand so ihren gemütlichen Ausklang.