Anwohner befürworten Sackgassen

Oliver Schultz (rechts) trägt den Entwurf des Gemeindeentwicklungsplans vor. Foto: B. Stache

Ortsrat Bissendorf-Wietze tagt bis tief in die Nacht

Bissendorf-Wietze (st). Mit großem Interesse verfolgten zahlreiche Bürgerinnen und Bürger am Mittwochabend die Sitzung ihres Ortsrates Bissendorf-Wietze. Unter Leitung von Ortsbürgermeister Daniel Leide war das Gremium um 20 Uhr im Raum der Christopheruskirche zusammengekommen. Es folgte eine mehr als dreistündige Sitzung, die wesentlich von zwei Tagesordnungspunkten bestimmt war. Zum einen die Anhörung des Ortsrates zu den Eckpunkten für die Entwurfserarbeitung von drei Bebauungsplänen. Dazu der Beschlussvorschlag, die Veränderungssperren zur Sicherung der drei Bebauungsplanverfahren Nr. 04/105 „Ahornweg, Fichtenweg, Landwehrwiesen", 04/106 „Östlich Natelsheideweg" und 04/107 „Am Wietzestrand / Bussardweg" für die Dauer eines Jahres zu verlängern. Nach lang anhaltenden Diskussionen, an denen auch Max Hüsken und Oliver Schultz als Vertreter der Verwaltung teilnahmen, stimmten die Ortsratsmitglieder dem Vorschlag zur Verlängerung der Veränderungssperren bei einer Gegenstimme zu. Ortsbürgermeister Leide hatte deutlich gemacht, dass es bei allen Planungen oberstes Ziel sei, den Charakter der Waldsiedlung Bissendorf-Wietze zu erhalten. Die unterschiedlichen Vorstellungen des Ortsrates zu den entsprechenden Bebauungsplanverfahren wurden der Verwaltung mit auf den Weg gegeben. Für eine rege Diskussion mit Anwohnern sorgte der Hinweis auf eine mögliche Baumaßnahme, die aus einem alten Bebauungsplan der 60er Jahre wieder aufgegriffen wurde: Ein Verbindungsweg zwischen „Am Wildpfad“ und „Kreihnbrink“. Bürgerinnen und Bürger sprachen sich deutlich gegen einen solchen Durchstich zwischen den bisherigen Sackgassen aus. Der Ortsrat werde auch über diesen Verwaltungsvorschlag erneut beraten, kündigte Leide an. Zum zweiten bestimmenden Tagesordnungspunkt trug Oliver Schultz vom Team Bauplanung, Bauaufsicht der Gemeinde Wedemark den Entwurf des Gemeindeentwicklungsplans vor. Er erläuterte unter anderem die Bevölkerungsentwicklung und zog folgendes Fazit: Eine älter werdende Bevölkerung bei abnehmender Bevölkerungszahl. Dies habe Auswirkungen auf Themen wie Barrierefreies Wohnen, Öffentlicher Personennahverkehr und Einzelhandelskonzepte. Weitere Themen waren zentrale öffentliche Einrichtungen sowie Freizeit-, Erholungs- und Sporteinrichtungen. Die Ortsratsmitglieder nutzten die Gelegenheit, Schultz noch Einrichtungen in Bissendorf-Wietze zu benennen, die im vorgestellten Gemeindeentwicklungsplan noch nicht aufgeführt waren, unter anderem das Pfarrbüro der evangelischen Kirche sowie das Jugendgästehaus Eichenkreuzburg am Natelsheideweg. Unter dem Punkt Natur und Landschaft erfuhren die Ortsratsmitglieder und Bürger, dass zirka 50 Prozent der Wedemark unter Naturschutz oder Landschaftsschutz stehen. Die Anregung eines Ortsratsmitglieds, bei zukünftigen Planungen die Gewässerrandstreifen der Wietze zu beachten, nahm Oliver Schultz auf. Als letztes Thema der nächtlichen Sitzung wurde die Infrastruktur behandelt. Am Dienstag, 15. Juli, tritt der Ortsrat Bissendorf-Wietze erneut im Raum der Christopheruskirche, Christophoruskirchweg 1, öffentlich zusammen.