Appell: „Katzenpopulation reduzieren“

Es ist zurzeit nicht einfach junge Katzen in der Wedemark zu vermitteln. „Es gibt ein Überangebot an Katzen in der Wedemark“, sagt die Katzenfreundin.

Engagierte Katzenfreundin richtet Aufruf an ihre Mitmenschen: „Nicht weggucken“

Wedemark (awi). „Das ist ein Thema, das alle angeht und wo man die Menschen unbedingt mal aufrütteln muss“: Eine engagierte Katzenfreundin (Name ist der Redaktion bekannt) spricht aus, was viele denken, namentlich erwähnt werden möchte sie nicht, „denn es geht hier nicht um mich, sondern um die Sache“. Im Straßengraben bei Mellendorf wurden Katzenbabys gefunden. An einem Stall wurden vier verwilderte Katzenbabys abgelegt, ein stromernder Kater ängstigt andere Katzen und auch Menschen in Plumhof/Berkhof, acht tote Katzen auf der Wiekenberger und Berkhofer Straße seit November 2009, Katzenfindelkinder bei der Katzenhilfe aus dieser Region, in Brelingen ist ein Katzenhasser bekannt. Nun wurde über eine ehemalige Katzenhilfe“frau“ ein weiterer Fall in der Wedemark über „wild“geborene Katzenbabys bekannt. In einem Haus bei Bissendorf leben zwei Katzen und zwei unkastrierte Kater, jetzt mit jeweils einem Wurf von vier Kleinen, total verlaust und verfloht. Die Katzenmütter sind wahrscheinlich schon wieder tragend. Die Menschen, bei denen die Katzen leben, haben eigentlich selber nicht genug zu essen. Jemand, der die Familie betreut, hat vier Junge aufgenommen, mindestens vier Kleine sind noch, weil sie noch zu jung sind, bei der Mutter. „Wegschauen bringt oft Konsequenzen, die fatal sein können. Egal in welcher Angelegenheit“, sagt die Katzenfreundin, die sich massiv für die Sterilisation und Kastration von Katzen stark macht. „Im 21. Jahrhundert gibt die Menschheit an, wie zivilisiert, modern und cool sie ist. Wenn es aber um Schwächere, Abhängige oder Tiere geht, dann wird oft weggeschaut oder lapidar der Spruch gebracht: So ist eben die Natur oder das geht mich nichts an“, sagt die Wedemärkerin verärgert und gibt zu bedenken: „Der Mensch läuft im 21. Jahrhundert auch nicht mehr barfuss im Lendenschurz und schwingt die Keule oder schläft in Höhlen.“ Die Zivilisation, das Moderne und die Coolness für sich allein in Anspruch zu nehmen sei nicht fair, diese Eigenschaften sollten sich auf das Dasein aller Kreaturen beziehen, dann seien diese Ansprüche erst berechtigt.
Zur Zivilisation gehöre Verantwortung, zum Modernen gehöre Hinsehen und zur Coolness gehöre Mut. Verantwortung, Hinsehen und Mut ließen Taten walten und so manches Elend verhindern. Hier soll das Thema Katze im 21.Jahrhundert kurz anvisiert werden. Die Wedemärker Katzenfreundin kann nicht verstehen, dass sich beispielsweise ein Bundesbürger ins Ausland begibt und dort Tiere rettet, aber die stromernde Katze in der Nachbarschaft ignoriert. Auch hier in Deutschland und nicht nur in den südlichen Ländern gebe es herrenlose Tiere, die täglich um ihr Überleben kämpften. Hunger, Stress und Krankheiten ständen auch bei diesen Kreaturen auf dem Tagesplan. „Sicherlich sind die Tiere in den südlichen Ländern, überwiegend in den Urlaubsorten schlecht dran, aber sollten wir nicht erst vor unserer eigenen Haustür kehren?“, fragt die Wedemärkerin.
Der moderne Mensch wisse nicht, welche Schuhe oder welche Uhr er heute tragen möchte, wenn er sich auf den Weg zum Arzt machen möchte, um seine Wohlstandsschmerzen behandeln zu lassen. Oder sich cool in der Fußgängerzone auf und ab bewege, um gesehen zu werden, wogegen nebenan im Gebüsch gerade eine verwilderte Hauskatze das zweite Mal in einem Jahr sechs Junge zur Welt gebracht habe. Diese Jungen würden dann logischerweise auch verwildern und im nächsten Jahr wenn die Hälfte weiblich sei, ebenfalls jeweils mindestens vier Junge zur Welt bringen. „Dann haben wir im dritten Jahr bereits zu der Mutterkatze noch mal 24 Katzen dazu. So ist die Natur eben“ bedeutet nicht, hungern, leiden oder im Straßenverkehr umzukommen. Die Katze ist daran nicht schuld, sondern der Mensch“, konstatiert die engagierte Frau.
Doch die Natur biete gar nicht soviel Platz für die Katzen. Der Mensch reduziere die Natur und damit sei auch hier Verantwortung für alles drum herum vom Menschen zu tragen. Er tue es aber nicht. Dabei sei es doch so einfach. Würde man alle freilebenden Katzen und selbstverständlich Kater kastriert, würde sich ein hochgradiges Elend erst gar nicht bilden, betont die Katzenfreundin und richtet einen Appell an jeden, hier zu helfen, das Elend zu mindern. Es gebe viele Institutionen, die dabei unterstützten, wie Tierschutzverein, Katzenhilfe, andere Vereine oder die eigene Familie, Freunde und Bekannte. Der Appell richte sich aber auch an die Politiker, für solche Aktionen einen „Groschen“ Förderung zur Verfügung zu stellen, um damit die Tierarztkosten für den Helfer für eine Kastration zu mindern.
Übrigens: Ein Kater, der nicht kastriert ist, hat keinen Spaß daran nicht kastriert zu sein. Das ist ein volkstümlicher Irrtum und primitiv menschlich gedacht. Ein nicht kastrierter Kater steht unter starkem Stress und nur der Trieb ein Weibchen zu finden ist sein Ziel. Der Kater läuft viele Kilometer, um ein Weibchen zu finden und setzt sich dabei vielen Gefahren aus, Straßenverkehr, Krankheiten und Kämpfe mit Rivalen. Ist der Kater mühselig ans Ziel gekommen, ist der „Spaß“ an dem Weibchen beschränkt auf maximal drei Sekunden und endet mit Kratzern und Bissen.