„Auch wir wollen einen Spielplatz“

In Oegenbostel gibt es genug Kinder, die sich sehnlichst einen Spielplatz wünschen. Weitere sind unübersehbar unterwegs. Jetzt formierten sich Eltern und Kinder – mindestens 40 gibt es hier im Alter von null bis zwölf Jahren, hat die Initiative ermittelt – zu einem demonstrativen Foto. Foto: A. Wiese

Bürgerinitiative in Oegenbostel kämpft seit über drei Jahren und gibt nicht auf

Oegenbostel (awi). Seit mehr als drei Jahren fordern Oegenbosteler Eltern und der Bürgerverein massiv einen Spielplatz für ihren Ort – einer von ganz wenigen in der Wedemark, der über gar keine Spielmöglichkeit für Kinder verfügt. Dabei gibt es hier mindestens 40 Kinder zwischen null und zwölf Jahren, sagt Nicole Wolff, Vorsitzende des Bürgervereins.
Die Eltern sehen die am ehes-ten zu verwirklichende Möglichkeit nach wie vor in der Kuhle am Feuerwehrhaus. Aber genau diesen Standort lehnt Ortsbürgermeister in Rosemarie Spindler bekanntlich vehement ab und hatte davon vor gut zwei Jahren auch den Fachausschuss überzeugt. Auf den Vorschlag eines Alternativvorschlags durch Gemeindeverwaltung oder Ortsrat warten die Oegenbosteler bis heute und wollen das so nicht hinnehmen und das Thema erneut angehen. „Abwarten bringt anscheinend gar nichts“, so Nicole Wolff, Friedrich Haack und Sonja Wilhelms vom Bürgerverein. Sie entnehmen der örtlichen Presse derzeit immer wieder, dass die Gemeinde Geld in die Hand nimmt, um Spielmöglichkeiten für Kinder in den Dörfern zu schaffen beziehungsweise zu erhalten, so kürzlich in Abbensen und Brelingen. „Aber für Oegenbostel ist nichts drin. Das ist völlig unverständlich“, findet nicht nur Nicole Wolff. Nach wie vor sind die Oegenbosteler überzeugt, dass die in Realverbandsbesitz befindliche ehemalige Tongrube, in der sich das Feuerwehrhaus befindet, mit ihrer natürlichen Einfriedung für einen Spielplatz geeignet wäre. Eine Tischtennisplatte gibt es dort bereits und in den achtziger Jahren war die Grube auch lange Standort des Bauwagens der Gemeindejugendpflege. Dennoch hatte der Finanzausschuss vor zwei Jahren den Antrag des Ortsrates, 6.000 Euro in den Haushalt einzustellen, damit in der Kuhle der lange geforderte Spielplatz eingerichtet werden könne, mit der Mehrheit von SPD und Grünen abgelehnt. Der Platz sei ungeeignet, zu dezentral von der Lage her und gefährlich, weil die Regionsstraße überquert werden müsse. Zudem bestehe durch die unmittelbare Nähe zur Feuerwehr eine Gefährdung beim Ausrücken im Einsatzfall, begründete Ortsbürgermeisterin Rosemarie Spindler seinerzeit die Entscheidung ihrer Parteikollegen und machte deutlich, dass es für den Standort Kuhle am Feuerwehrhaus keine Gesprächsbereitschaft von ihrer Seite und der Seite ihrer Partei mehr gebe. „Ich habe damals wöchentlich Gespräche mit dem damaligen Fraktionschef der SPD Jürgen Benk zu der Thematik geführt, aber wir sind nicht weitergekommen“, so die Oegenbostelerin Elisabeth Wilhelms. Auf Nachfrage des ECHO sagte der gut im Thema steckende SPD-Ratsherr Jürgen Benk, er bedauere sehr, dass es für Oegenbostel keine Lösung gebe. Er persönlich könne nicht nachvollziehen, warum der Standort am Feuerwehrhaus nicht für einen Spielplatz geeignet sein sollte, der von den Spielgeräten her ohnehin auf kleinere Kinder zugeschnitten sei, die nicht ohne Aufsicht über die Hauptstraße gehen würden. Benk wandte sich daher am Donnerstag noch einmal an Bürgermeister Helge Zychlinski, der dem Bürgerverein kürzlich auf ein Schreiben geantwortet hätte, die Gemeinde sei dabei, ein Spielplatzkonzept für die ganze Wedemark zu erarbeiten und das müsse abgewartet werden. Benk erklärte, der Bürgermeister habe zugesagt, sich noch einmal kurzfristig mit den Oegenbosteler Initiatoren auf der Suche nach einer Lösung in Verbindung zu setzen. Bürgerinitiative und Eltern betonen, sie seien, was den Standort betreffe, durchaus kompromissbereit, allerdings sei die Suche nach einem privaten Grundstück für den Spielplatz bisher erfolglos.