Aufgepasst beim Silversterfeuerwerk

Gesetz verbietet Feuerwerk in der Nähe von Reetdach- und Fachwerkhäusern

Wedemark. Silvesterraketen verursachen alljährlich viele Unfälle und hohe Schäden. In der Nähe von Reetdach- und Fachwerkhäusern (im Umkreis von 200m) ist das Abbrennen von Feuerwerken gesetzlich verboten. Eigentlich sollen Böller, Raketen und Feuerwerk zum Jahreswechsel böse Geister und Dämonen vertreiben. Doch so manche Silvesterrakete wird zum Alptraum für ihren „Absender“. Entstehen Schäden, kann er zur Kasse gebeten werden. Die gerichtlichen Auseinandersetzungen dauern mitunter Jahre. „Wer sich fahrlässig verhält oder gar gegen bestehende Gesetze und Verordnungen verstößt, muss in der Regel für den Schaden haften“, betont Jürgen Auhagen, Fachbereichsleiter für Ordnung und Soziales in der Gemeinde Wedemark. „Deshalb sollten nur vom Bundesamt für Materialforschung (BAM) freigegebene Feuerwerkskörper gezündet werden – und zwar nur im Freien und strikt nach Gebrauchsanweisung.“ Kinder und Jugendliche dürfen nur bestimmte Produkte zünden. Selbst gebaute Raketen sind generell verboten. „Seit dem 1. Oktober 2009 ist überall in Deutschland das Abbrennen pyrotechnischer Gegenstände nicht nur in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen, sondern auch in der Nähe von Reetdach- und Fachwerkhäusern gesetzlich verboten“. Verursacht eine Rakete trotz aller Sorgfalt Schäden am Haus, kommt in der Regel die Haftpflichtversicherung des Verursachers dafür auf. Ist unbekannt, wer den Feuerwerkskörper abgefeuert hat, zahlt die eigene Gebäudeversicherung. Folgekosten, beispielsweise durch Löschwasser, sind ebenfalls mitversichert. „Sehen Sie sich Ihre Versicherungspolice und die Versicherungsbedingungen nochmals genau an, damit es hinterher keine unangenehmen Überraschungen gibt.“, rät Jürgen Auhagen. Auch die Eigentümer bzw. die Bewohner sind in der Pflicht. Wer in der Silvesternacht das Fenster zum Schlafzimmer offen lässt oder auf seinem Balkon leicht brennbare Gegenstände lagert, muss unter Umständen damit rechnen, dass ihm eine Mitschuld angelastet wird.