Ausbildung im Bauwesen auf Profilsuche

iedersächsische Wissenschaftsministerin Wanka zu Gast in Mellendorf (Foto: G. Gosewisch)
 
iedersächsische Wissenschaftsministerin Wanka zu Gast in Mellendorf (Foto: G. Gosewisch)

Wissenschaftsministerin Wanka zu Gast im neuen ABZ Mellendorf

Mellendorf (gg). Nach der baulichen Erweiterung und Umstrukturierung des Ausbildungszentrums für Bauberufe ABZ, eine Einrichtung des Bauindustrieverbandes und der Ingenieurkammer Niedersachsen in Mellendorf, ist die Erweiterung und Strukturierung der Lehrinhalte weiterhin ein Dauerauftrag der Branche. Der wurde im Rahmen des Hochschultages diskutiert und von der Niedersächsischen Ministerin für Wissenschaft und Kultur Johanna Wanka unterstützt. Ihr Anliegen ist eine ständige Verbesserung des Wissentransfers: „Die Ergebnisse aus der Forschung müssen in der Wirtschaft ankommen.“, so ihr Appell. Foren wie der Hochschultag seien dafür hervorragende Instrumente und in anderen Branchen keine Selbstverständlichkeit. Als vorbildlich wertete sie die Tradition dieser Veranstaltung in den letzten Jahren. Politisch gewollt sei einer weitere Förderung der Universitäten, die im Wettbewerb untereinander ihr Profil weiter schärfen müssen und über die Qualität der Ausbildung die Zielvereinbarung mit dem Land Niedersachsen erfüllen sollen. Perspektivisch muss nach derzeitigen doppelten Abiturjahrgängen mit dramatisch fallenden Zahlen der Studienanfänger gerechnet werden. Rechtlich geregelt sei im Moment schon der einfache Zugang von Meistern zum Hochschulstudium, das müsse noch besser transparent gemacht werden. Dass die Flexibilisierung bei der Wahl der Ausbildungsinhalte im Studium noch nachgebessert werden muss sei klar. „Niedersachsen hat auf die Studentenproteste zur Strukturierung der Master- und Bachelor-Studiengänge reagiert. Es wurden Arbeitsgruppen eingesetzt, die Verbesserungen bewirken werden.“, erklärt die Ministerin. Die Inhalte der Ausbildung präsent und damit attraktiv zu machen ist auch das Anliegen von Rolf Warmbold, Präsident des Bauindustrieverbandes Niedersachsen und Hans-Ullrich Kammeyer, Präsident der Ingenieurkammer Niedersachsen, denn die Zahlen der Hochschulabsolventen decken schon jetzt nicht mehr den Bedarf. Die Lerninhalte und Angebote im ABZ an den Bedarf der Wirtschaft anzupassen werde über besondere Studien hinterfragt. Ein Beispiel sei die Langzeit-Analyse von Anforderungsprofilen in Stellenausschreibungen. Um der Spezialisierung in den Bauberufen in der Ausbildung gerecht zu werden, profiliert sich das ABZ mit dem Neubau. Labore, Maschinenhallen und spezifische Schulungs- und Demonstrationsräume für Baugeräteführer, Betonbauer, Gleisbauer, Kanalbauer, Maurer, Mechaniker für Baumaschinentechnik, Spezialtiefbauer und viele weitere werden hier geboten, und durch 1.500 m² Ausbildungsfreifläche ergänzt. Zwei Internate mit 120 Betten zur Unterbringung im Rahmen der Lehrgänge stehen zur Verfügung.
Gleich hinter dem neuen Eingangsbereich des ABZ sind das Informations- und Servicezentrum und die Verwaltung entstanden. Zu finden sind hier das Kompetenz-Zentrum für Betontechnologie und für Baumaschinentechnik sowie das Zentrum für Straßenwärter. Große Erleichterung drückte Bürgermeister Tjark Bartels bei seinem Besuch aus: „Bei solchen Umstrukturierungen wie hier kann die Gemeinde Entscheidungen nicht erzwingen. Es ist erfreulich, dass die Erweiterung gelungen ist. Mellendorf profitiert davon.“