Ausdrücken können, was ich sagen möchte

Rucksack auf und der Sonne entgegen: Wie 2011 mit seinem bestem Freund Friedrich will Silvan (l.) sich dorthin treiben lassen, wo ihn der Zufall hinverschlägt. Foto: Privat

Silvan Birkner kehrt der Wedemark und dem ECHO für unbestimmte Zeit den Rücken

Mellendorf (sb). Mit einem weinenden und einem lachenden Auge verlässt Silvan Birkner in der kommenden Woche die Wedemark. Nach fast 20 Jahren, davon 12 in der Schule und dreieinhalb beim Wedemark-ECHO, möchte er die Welt entdecken und die Dinge dann – das zumindest ist seine Hoffnung – mit anderen Augen sehen. Weil er lernen möchte, seine Gedanken und Erlebnisse über Sprache jedem zugänglich zu machen, wird er einen Blog führen: momentaufnahmen-von-woanders.blog.de. „Die moosüberwachsenen Hinweise sind längst dem Dick-icht gewichen. Heute weisen offizielle Straßenschilder auf den Wildwechsel zwischen Negenborn und Resse hin. Die alten ‚Warnschilder zur Unfallprävention‘, seinerzeit mein erstes Thema fürs Wedemark-ECHO, entbehren nicht einer gewissen Symbolik. Im Januar 2009 angebracht, haben sie inzwischen ausgedient. Bald schon werden sie vergessen sein. Genau wie ich haben die Schilder ihre Aufgabe in der Wedemark erfüllt. Die Gefahr übermäßiger Dramaturgie ist an dieser Stelle groß. Nach 20 Jahren verlasse ich meine Heimat in Richtung Moskau, mit der Eisenbahn weiter noch gen Osten. Australien soll dann eines der Ziele sein, die weiteren sind Sache des Zufalls. Nach meiner Motivation für diese Reise gefragt, antworte ich meistens: endlich mal unbeengt sein. Entdecken, kennenlernen, herausfinden. Ohne Druck und Ansprüche von außen, ohne Vorgaben und Erwartungen aus dem Umfeld.
Trotz unzähliger Artikel bin ich noch weit davon entfernt, exakt das ausdrücken zu können, was ich sagen möchte. Diese Erkenntnis kann wehtun, wo meine sprachliche Selbstgefälligkeit sonst doch kaum Grenzen kennt.
Über meinen Blog, über Briefe, über Notizen und Geschichten möchte ich meine Gedanken zum Ausdruck bringen lernen. Inspiration wird kommen, ganz gewiss. Ich freue mich über jeden, der meiner Sprache dann und wann seine Aufmerksamkeit geschenkt hat und weiterhin schenken wird.