„Auslaufen der Hauptschule unabwendbar“

Bürgermeister Helge Zychlinski, Realschulleiterin Karen Rotter (r.) und Konrektorin Heike Heuer-Oelmann sind sich einig, was die Zukunft von Realschule und Hauptschule betrifft: Eine gemeinsame gibt es nicht. Foto: A. Wiese

Die Eltern haben längst entschieden, Alternativen gibt es nicht, sagt Zychlinski

Wedemark (awi). Eine Entscheidung zu überdenken sei nur sinnvoll, wenn es Alternativen gebe. Aber das sei im Fall der Hauptschule in der Wedemark, über die der Rat am Montag laut Verwaltungsvorschlag den Aufhebungsbeschluss verhängen soll, nicht der Fall, stellte Bürgermeister Helge Zychlinski bei einem Pressegespräch am Mittwoch unumwunden fest. Die Kritik aus der CDU an seinem Vorgehen weist er scharf zurück und holt sich dabei Rückendeckung von der Schulleitung der Realschule. So bestätigten Schulleiterin Karen Rotter und ihre Konrektorin Heike Heuer-Oelmann, dass die Schulleitungen und die Verwaltung im Juni an einem Tisch gesessen und über die Konsequenzen aus den Anmeldezahlen an den Schulen gesprochen hätten. Dass die Hauptschule in diesem Jahr sechs Anmeldungen für die fünfte Klasse zu verzeichnen habe sei zwar gegenüber fünf in 2013 und vier in 2012 schon eine Zunahme, mache aber klar, dass sie als eigenständige Schule nicht haltbar sei, und die Alternative Zusammenlegung mit der Realschule oder gar Umwandlung beider Schulen in eine Oberschule gebe es nicht, sagte Karen Rotter unmissverständlich. Die Realschule sei eine gesunde Schule mit 353 Schülern, zweizügig in Klasse fünf und sechs, einzügig in Klasse sieben und dreizügig in den Klassen acht bis zehn. Die Zweizügigkeit sei ein stabiler Trend. Zychlinski und Rotter waren sich absolut einig, dass in der Wedemark weder eine Oberschule, die als verkappte Gesamtschule zu werten sei, noch eine gemeinsame Haupt- und Realschule Sinn mache. Das Realschulkollegium habe sich bereits vor eineinhalb Jahren zu 100 Prozent dafür ausgesprochen, die Realschule so zu lassen, wie sie ist. Sie habe ein Schulprogramm, das jetzt hinsichtlich Qualitätsmerkmalen überarbeitet werde, und werde von Schulberatern der Landesschulbehörde fachkundig unterstützt. Zychlinski und Rotter entkräfteten aus ihrer Sicht auch die anderen von der CDU angebrachten Argumente gegen einen Beschluss zum Auslaufen der Hauptschule zum jetzigen Zeitpunkt: Kinder mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf würden an allen Schulen der Wedemark beschult, insbesondere auch an der Realschule Wedemark bereits jetzt mit großem Erfolg. Und auch eine Sprachlernklasse für Flüchtlingskinder, die kein Deutsch sprächen, könne für jede Schule beantragt werden.