Ausstellung zur Personalunion

Brigitte Dörfler vom Freundeskreis des Museums hat die Ausstellung federführend mit vorbereitet. Foto: A. Wiese
 
Museumsleiter Karl-Hans Konert zeigt ein Schriftstück, das ein Hobbyhistoriker zufällig auf einem Flohmarkt entdeckt hat. Foto: A. Wiese

Neuestes Projekt im Museum gut angelaufen

Wedemark (awi). Wenn Jungfer Anni bei ihrer Gästeführung durch Bissendorf vor dem Amtshaus in ihrer lebhaften Art von Georg Wilhelm erzählt, der die Frauen so liebte, und das Schicksal von Sophie Dorothea nachmalt, dann bekommt man richtig Lust, noch mehr über diese Herrschaften zu erfahren: Kein Problem: Im Richard-Brandt-Heimatmuseum wird seit 20. Juli eine Ausstellung zurm Jubiläum der Personalunion zwischen Hannover und Großbritannien gezeigt. Immerhin spielte das Bissendorfer Amtshaus dabei ja auch eine Rolle. Auf zwei Tafeln und in zwei Vitrinen werden insbesondere drei Kopien historischer Urkunden gezeigt, insbesondere eine originalgetreue Abbildung des „Act of Settlement“ aus dem Jahre 1701, die den Anspruch des Welfenhauses auf die britische Krone begründete. Weil damals absehbar war, dass die amtierende Königin ohne thronberechtigte Nachkommen bleiben würde, schaute sich Großbritannien auf dem Kontinent um, wer dank Abstammung vom britischen Königshaus die Voraussetzung erfüllte. Die entscheidende Voraussetzung war, dass die Person protestantischen Glaubens sein musste Dies traf auf Kurfürstin Sophie zu, die vom britischen König Jakob I abstammte und als „Sophie von der Pfalz“ mit dem hannoverschen Kurfürsten Ernst August verheiratet war.
Neben Porträts der entscheidenden Personen soll die kleine Ausstellung natürlich die Bedeutung der Kurprinzessin Sophie Dorothea hervorheben, die Königin von Großbritannien geworden wäre, hätte nicht ihr Ehemann sich wegen der sogenannten „Königsmark-Affäre“ von ihr scheiden lassen. Zur Vorbereitung dieser Scheidung fand im Jahre 1694 eine Konferenz von fünf Ministern der Herzogtümer Hannover-Calenberg und Celle-Lüneburg im Amtshaus in Bissendorf statt. Hierzu hat uns das Niedersächsische Landesarchiv – Hauptstaatsarchiv Hannover freundlicherweise u.a. ein Digitalisat der Heiratsurkunde dieses Paares überlassen – ein Dokument von 45 Seiten, das als Ausdruck mit den Unterschriften des Paares und der beiden Väter gezeigt wird!
Auch der „Weg zur Krone“ wird bei uns dargestellt, so zum Beispiel die Route, die die Kutsche mit Georg Ludwig von Hannover aus nach London nahm. Dies ging Anfang Mai dieses Jahres durch die Medien, als ein Ehepaar aus Eschede bei Celle den Weg mit einer traditionellen Kutsche unter heutigen Bedingungen fuhr. Dazu wurde die Gesellschaft von Landtagspräsident Bernd Busemann vor dem Portal des Niedersächsischen Landtags mit guten Wünschen verabschiedet.
Die Ausstellung soll aber auch auf die große Landesausstellung zu diesem Thema hinweisen: „Als die Royals aus Hannover kamen“. Im Landesmuseum und im Schloss Herrenhauses werden dazu hervorragende Exponate präsentiert. Auch im Hannoverschen Historischen Museum und im Museum für Karikatur und Zeichenkunst – Wilhelm Busch wird dieses Thema bis zum Herbst Gegenstand von Sonderausstellungen sein. Natürlich präsentieren auch das Residenzmuseum Celle und Schloss Marienburg zu diesem Thema eigene Ausstellungen. Hierzu hat Königin Elisabeth II erstmals die Erlaubnis erteilt, dass Gegenstände aus dem Tower of London außerhalb Großbritanniens zu Ausstellungszwecken verliehen werden durften, sie sind auf der Marienburg zu sehen.