Autorenlesung bei Hensel Türen

Jörg von Bargen (rechts) stellt sich zu Beginn seiner Lesung in der Galerie der Bissendorfer Zimmertürenfabrik Hensel den Gästen vor. Foto: B. Stache

Jörg von Bargen stellt seinen Roman „Die Abtrünnigen“ in Bissendorf vor

Bissendorf (st). Den Stoff für seine Romane liefern ihm Fernseh- und Zeitungsmeldungen – reale Ereignisse, die dem Autor Jörg von Bargen als geistige Vorlage dienen. „Ich lasse mich immer gerne von Dingen inspirieren, die real geschehen sind“, erklärte er am Mittwochabend in der Galerie der Bissendorfer Zimmertürenfabrik Hensel. Dort stellte der Autor seinen neuen Kriminalroman „Die Abtrünnigen“ aus der Hamburgreihe um Hauptkommissar Fabian Hilpert vor. Das Buch beschäftigt sich mit dem Thema Rechtsradikalismus. Zwei Erlebnisse hätten ihn zum Schreiben dieses Romans angeregt: eine als rechte Bastion gebrandmarkte Gemeinde in der Nordheide sowie der erste NSU-Tote, ein türkischstämmiger Gemüsehändler, der im Jahr 2001 in Hamburg-Bahrenfeld ermordet wurde. Er denke sich für seine Romane nicht alles aus, um sich nicht zu weit von der Realität zu entfernen, erklärte Jörg von Bargen im Gespräch mit dem Wedemark Echo. „Die Abtrünnigen“ sind aber nicht authentisch, so der Autor. „Das soll auch kein Aufklärungsbuch über Rechtsradikalismus in Deutschland sein.“ Er wandte sich zugleich gegen jede Form von Radikalisierung: „Die Auswirkungen von Radikalismus, ob von rechts oder von links, sind die gleichen.“ Die Krimi-Lesung in der Hensel-Türen-Galerie wurde von Geschäftsführerin Christine Hensel und Katharina Sauer, Geschäftsführerin der Buchhandlung Bücher am Markt, organisiert. „Es ist dies die zweite Autorenlesung mit Jörg von Bargen hier in der Zimmertürenfabrik Hensel. Im November 2014 hat er aus seinem Roman ´Die Gutachter` gelesen. Das ist sehr gut angekommen. Daher haben wir uns entschlossen, Herrn von Bargen für den heutigen Abend mit seinem neuen Roman ´Die Abtrünnigen` einzuladen“, berichtete Katharina Sauer. „Wir haben die Autorenlesung unter das Motto ´Lesen in außergewöhnlichen Räumlichkeiten` gestellt“, fügte Christine Hensel an. Und so fanden die Gäste in der Galerie mit ihren 200 Zimmertüren gepolsterte Armlehnstühle vor und Autor von Bargen konnte es sich auf einer Couch bequem machen. „Damit es auch schön gemütlich wird“, erklärte die Hensel-Geschäftsführerin. Die Lesung dauerte zirka zwei Stunden und zog die Gäste in ihren Bann. Der Autor las weitgehend aus dem Prolog, um das Grundgerüst des Romans vorzustellen. Sein nächster Roman wird voraussichtlich 2016 erscheinen, gab Jörg von Bargen am Abend bekannt. Christine Hensel hatte auch noch eine Ankündigung: „Am Sonntag, 6. Dezember, kommt der Nikolaus in die Hensel-Türen-Galerie nach Bissendorf. Alle Kinder sind mit ihren Eltern und Angehörigen herzlich eingeladen. Es gibt Glühwein, selbstgebackene Kekse und auch Kakao.“ Wer seine geputzten Stiefel mit dem ausgefüllten Hensel-Nikolausflyer bis Donnerstag, 3. Dezember, bei der Türenfabrik abgibt, kann sie am Nikolaustag in der Galerie wieder abholen – vom Nikolaus befüllt.