Barrierefreies Wohnen in Resse am Start

Bauunternehmer Karsten Wiebe, Jochen Pardey vom Verein Bürger für Resse, Bürgermeister Helge Zychlinski und Renate Löhr vom Behindertenbeirat beim symbolischen ersten Spatenstich für das barrierefreie Wohnprojekt in Resse am Osterberg direkt neben dem Frischmarkt. Foto: A. Wiese

Erster Spatenstich ist getätigt, die Baufahrzeuge können anrollen

Resse (awi). „Was lange währt, wird endlich gut“, freuten sich Bürgermeister Helge Zychlinski, Bauunternehmer Karsten Wiebe, Karl-Heinz Müller von der Gesellschaft für Baubetreuung-Verwaltungs-Service mbH und Jochen Pardey vom Verein Bürger für Resse darüber, dass es mit dem barrierefreien Wohnen in Resse nun endlich losgeht. Auch Renate Löhr für den Behindertenbeirat und Erika Ebeling für den Seniorenbeirat waren zu diesem historischen Akt nach Resse gekommen und ließen sich nach dem kurzen Zeremoniell Schmalzbrote und heiße Getränke schmecken. Insbesondere Renate Löhr bedankte sich ganz herzlich dafür, dass jetzt auch in Resse barrierefreier Wohnraum für Senioren geschaffen werde. In Mellendorf gibt es für diese Zielgruppe die Seniorenresidenz Rebenweg, in Elze entsteht gerade ein Gebäude mit 20 barrierefreien Wohnungen an der Walsroder Straße (das ECHO berichtete). Im Laufe des nächsten Jahres soll das Gebäude in Resse bezugsfertig sein, der genaue Zeitpunkt hängt unter anderem vom Verlauf des Winters ab. Möglicherweise folgt ein zweites Gebäude. Das steht noch nicht hundertprozentig fest. Das Grundstück dafür ist jedenfalls in unmittelbarer Nachbarschaft vorhanden.
Bereits 2008, als das Ärztehaus fertig war, und den Supermarkt nach der Gründung einer dörflichen Genossenschaft kurz vor der Eröffnung stand, beschloss der Verein Bürger für Resse den Bau von barrierefreien Wohnungen als eines der nächsten Projekte in Angriff zu nehmen. Es sollte ein wichtiger Schritt für die Gestaltung des Dorfes in eine an die gesellschaftlichen Anforderungen angepasste Entwicklung sein. Die Bereitstellung von barrierefreiem Wohnraum sollte ein Angebot an die Resser Bevölkerung eröffnen, in ihrer Lebensplanung auch Resse, als möglichen Ort für den Verbleib im Alter, wählen zu können. Bisher sei in Resse zu beobachten, so Wiebe und Müller in einer Pressemittelung, dass eine Reihe Resser Bürger, die ihr Leben in Resse verbracht und dort ihre Wurzeln hätten, im nahenden Alter das Dorf verließen, um in anderen Orten ihren altersgerechten Platz zu finden, der geeigneten Wohnraum und eine gesicherte Versorgung biete. Das habe Resse bisher nicht bieten können. Zwar habe sich die Lebensqualität in Resse n den letzten Jahren entscheidend verbessert, aber durch das neue Ärztehaus und den Lebensmittelmarkt sowie die Angebote des Mooriz, wie Kino im Dorf und verschiedener anderer kultureller Angebote, entwicklte sich nach und nach ein neues „Wir-Gefühl“ in der Resser Bevölkerung.
Der Verein Bürger für Resse als Motor und Plattform für diese Entwicklung im Dorf versuche nun, auch das Thema „Wohnen“ im Ort zu thematisieren. Ein Projekt mit zwei mal acht barrierefreien Wohnungen konnte auf den Grundstücken der Gemeinde direkt zwischen Lebensmittelmarkt und dem Ärztehaus mit Unterstützung der Gemeinde entwickelt werden. Vorgestellt wurden verschiedene Nutzungsmodelle und Wohnformen. Eine Genossenschaftslösung mit der Möglichkeit „Wohnen auf Zeit“ wurde von der Resser Bevölkerung nicht angenommen. Ähnliche Vorbehalte zeichneten sich aber auch in anderen Orten ab. Die Bevölkerung stehe derzeit offenbar alternativen Wohnformen wie Genossenschaftswohnen oder Wohngruppen noch zurückhaltend gegenüber. Trotzdem sei zu beobachten, dass besonders in größeren Orten, in denen sich leichter gleichgesinnte Menschen zusammengefunden hätten, solche Projekte erfolgreich gestartet sind.