Baustelle Kiebitzkrug: Brief an Minister Bode

„Baumaßnahme verzögert sich unnötig lange“

Wedemark (awi). Die Baustelle auf der L 190 am Kiebitzkrug und vor allem, wie es gelaufen ist, ist dem FDP-Ratsfraktionsvorsitzenden Erik van der Vorm ein Dorn im Auge. Er schrieb jetzt einen geharnischten Brief ans Wirtschaftsministerium und bekam auch prompt eine Antwort, die ihn allerdings auch nicht wirklich befriedigte. „Bei der Bearbeitung sind wesentliche Managementfehler gemacht worden. Es wurde wertvolle Zeit vertan“, kritisiert van der Vorm.
„Warum wurden die Arbeiten neun Tage eingestellt, ohne dass das zu entsorgende Material sofort abgetragen und bis zum Ergebnis der Analyse zwischengelagert wurde? Dadurch ist wertvolle Zeit vertan worden“, kritisiert van der Vorm die Erklärung von Staatssekretär Oliver Liersch, dass trotz vorheriger Bohrkernentnahme bei der Bauvorbereitung nach dem Abfräsen deutlich geworden sei, dass ein Austausch des da-runter liegenden Materials aufgrund dessen nicht gegebenen Tragfähigkeit erforderlich sei, damit nicht zeitnah mit erneuten Sanierungsmaßnahmen gerechnet werden müsse. Da der Boden belastet gewesen sei, seien chemische Untersuchungen notwendig geworden, um fachgerecht entsorgen zu können. Van der Vorm äußert in seinem Antwortschreiben an Liersch sein Befremden darüber, dass erst zwei Monate nach Auftragserteilung im August mit den Arbeiten begonnen worden und in den Zusatzauftrag nicht aufgenommen worden sei, dass die Arbeiten vordringlich mit Einsatz von mindestens zwei Baggern durchzuführen seien. „Wäre mit den Arbeiten zeitnah begonnen worden, wären mit Sicherheit die jetzt durch den Wintereintritt bedingten Verzögerungen vermieden worden“, ärgert sich der FDP-Ratsherr. Durch den Wintereinbruch sei völlig offen, wann die Arbeiten wieder aufgenommen werden könnten. Wenn das erst im Februar oder März der Fall sein sollte, müssten sich die Verkehrsteilnehmer also solange mit der Situation abfinden. „Das kann doch nicht sein“, so der FDP-Fraktionschef. Er weist darauf hin, dass die L 190 offizielle Umleitungsstrecke für die A7 und die A352 ist. Die Aussage von Staatssekretär Oliver Liersch, die ampelgeregelte Baustrecke sei auf 250 Meter verkürzt worden, akzeptiert van der Vorm ebenfalls nicht: „Die ampelgeregelte Baustrecke wurde nicht verkürzt. Sie ist lediglich von der östlichen Fahrbahn auf die westliche verlagert worden. Eine Verkürzung der Umlauf- und Wartezeiten hat nicht stattgefunden.“
Van der Vorm bittet Liersch, die Sache nicht auf sich beruhen zu lassen: „Insbesondere hätte in den Nachtrag zum Bauvertrag aufgenommen werden müssen, dass mindestens zwei Bagger eingesetzt und die Baustelle im Zwei-Schicht-Betrieb geführt werden müsse. Eventuelle Mehrkosten wären bei geschickter Verhandlung nicht entstanden. Im Übrigen wäre hier abzuwägen gewesen, ob mögliche Mehrkosten nicht hinzunehmen sind, wenn dadurch verhindert worden wäre, dass die Baustelle über den Winter stillgelegt werden muss.“ Van der Vorm wartet jetzt gespannt auf eine erneute Stellungnahme aus dem Ministerium.