Bengt-Pflughaupt-Preis an Jhana Nelles

Die ersten Preisträger des Bengt-Pflughaupt-Preises nahmen die Glückwünsche der Schulleiterin Swantje Klapper (M.), der Fördervereinsvorsitzenden Karen Drews (r.) und von ECHO-Verlagsleiter Thorsten Schirmer (l.) entgegen: Siegerin Jhana Nelles (3. v. l.)

ECHO, Gymnasium und Förderverein begründen journalistischen Nachwuchswettbewerb

Wedemark (awi). Das Gymnasium Mellendorf, der Förderverein des Gymnasiums und das ECHO haben am Mittwochabend in einer Feierstunde den ersten Bengt-Pflughaupt-Wanderpreis für journalistische Nachwuchsarbeit vergeben. Erste Preisträgerin des in der Oberstufe des Gymnasiums ausgeschriebenen und von nun an jährlich zu vergebenen Preises ist die Zwölftklässlerin Jhana Nelles.
Sie überzeugte die Jury, die aus Schulleiterin Swantje Klapper, der Fördervereinsvorsitzenden Karen Drews, Deutschlehrerin Daniela Bögershausen und ECHO-Redakteurin Anke Wiese bestand mit ihrer Reportage über die Erfahrungen einer Freundin, die für ein Jahr in einem Kinderheim in Mexiko arbeitete. Die komplette Reportage inklusive Fotos lesen Sie auf Seite 4 dieser Ausgabe. Die Wettbewerbsbeiträge der Zweitplatzierten Alina Neumann – ein Bericht über ihr Praktikum im Kinderpflegeheim Mellendorf – und des Drittplatzierten Eike Köhn – ein Bericht über die Haiti-Spendengala aus Sicht des CVJM Bissendorf – werden am nächsten Mittwoch im ECHO veröffentlicht. Teilnehmerurkunden gab es für Ronja Ridder und Charlotte Fischer. Im Sinne der Arbeit des im September letzten Jahres im Alter von 48 Jahren verstorbenen Autors und Journa-
listen Bengt Pflughaupt sollen die Schüler eine maximal drei DIN A 4-Seiten lange Reportage zu einem Thema mit sozialem Hintergrund recherchieren und schreiben und wenn es geht auch bebildern. „Dieser Preis dient dem Andenken eines verdienten Wedemärker Journalisten ebenso wie der Verknüpfung von Generationen von Schülern und der Motivation – eventuell sogar der beruflichen – von Schülern mit journalistischem und sozialem Interesse“, waren sich die Vertreter der drei veranstaltenden Institutionen Schule, Förderverein und Zeitung einig. Neben dem Wanderpreis mit dem Foto von Bengt Pflughaupt erhielt die Siegerin Jhana Nelles einen Gutschein für ein Seminar des Jugend-Presse-Clubs.
Im Mittelpunkt dieser ersten Bengt-Pflughaupt-Preisverleihung, der viele weitere folgen sollen, standen natürlich die Schüler, die sich der Herausforderung des Wettbewerbs trotz Zwischenprüfungsstress mutig stellten und sehr interessante, gut geschriebene Beiträge von großer thematischer Vielfalt abgeliefert haben. Aber im Mittelpunkt stand bei dieser Auftaktveranstaltung auch der verstorbene Namensgeber Bengt Pflughaupt. Herzlich begrüßte die Fördervereinsvorsitzende Karen Drews zu Beginn der Veranstaltung mit geladenen Gästen aus Politik, Verwaltung, Lehrerkollegium, Elternvertretung, Schülerschaft, Freunden und Familie von Bengt Pflughaupt insbesondere Manfred Pflughaupt, den Vater von Bengt Pflughaupt. Den 75-jährigen hat der unvermittelte Tod seines Sohnes schwer getroffen. Dennoch war es ihm ein Bedürfnis an der Preisverleihung teilzunehmen. Ausdrücklich betonte er, dass dieser journalistische Nachwuchspreis absolut im Sinne seines Sohnes sei und gratulierte Gewinnerin Jhana Nelles und den Preisträgern herzlich. Leben und journalistisches Wirken von Bengt Pflughaupt brachten ECHO-Redakteurin Anke Wiese und Heinz Gerbig den Besuchern der Preisverleihung näher. Der ehemalige Gymnasiallehrer Heinz Gerbig würzte seine Erinnerungen zudem mit Anekdoten aus der Schulzeit Bengt Pflughaupts. Beide verband nach dem Abitur Pflughaupts eine herzliche Freundschaft und die gemeinsame Liebe zu Frankreich und insbesondere der Bretagne. Gerbig hatte mit einer Studienfahrt in der Oberstufte Pflughaupts Begeisterung für diesen Landstrich geweckt. Als erstes Buch veröffentlichte der Journalist und Autor Ende der 80er Jahre dann auch einen Reiseführer für die Bretagne. Er arbeitete gerade an einem weiteren Buch über Frankreich, das er jedoch nicht mehr vollenden konnte. Die Gäste der Preisverleihung erfuhren von den Stationen des Journalisten Bengt Pflughaupt, der als Boulevard-Berichterstatter und Polizeireporter begonnen, dann aber bald seine Berufung für soziale Themen und soziales Engagement entdeckt und ihr nachgegangen war. Den Wedemärkern sind durch Lesungen und viele Veröffentlichungen seine Bücher „Mit den Augen der Liebe“ über das Leben und Wirken der Ärztin Ruth Pfau in den unwegsamen Wüsten Pakistans und „Mein langer Lauf ins Licht“ über das Schicksal des erblindeten kenianischen Marathonläufers Henry Wanyoike ein Begriff. Als Pressesprecher und Berichterstatter im Auftrag von Licht für die Welt (früher Christoffel Blindenmission) hatte der für sein Wirken posthum mit dem Laureus Award für couragierten Journalismus ausgezeichnete Bengt Pflughaupt Henry Wanyoike und desse Projekte in der kenianischen Heimat in ganz Europa bekannt gemacht. Heute ist Henry Wanyoike für Licht für die Welt unterwegs und wird in diesem Zusammenhang auch im August noch einmal in der Wedemark erwartet. Sowohl Schulleiterin Swantje Klapper als auch Fördervereinsvorsitzende Karen Drews und Verlagsleiter Thorsten Schirmer gaben ihrer Hoffnung Ausdruck mit dem Bengt-Pflughaupt-Preis etwas Bleibendes, Verbindendes und Gedenkendes zugleich initiiert zu haben. Thorsten Schirmer nahm zudem zu den Aufgaben des Journalismus Stellung, der durchaus auch „eine Waffe sein kann“: „Wir Journalisten sind die Augen und Ohren der Gesellschaft!“