Berge soll Geschäfte führen

Christian Berge mit seinen tschechoslowakischen Wolfshunden. Foto: Andrea Busch (Foto: Andrea Busch)
 
Amerikanische Wolfshunde. Foto: Andrea Busch (Foto: Andrea Busch)

Buchholzer Volljurist in den Vorstand des größten Deutschen Wolfsvereins gewählt

Buchholz. Christian Berge aus Buchholz/Aller ist am 20.03.2010 einstimmig bei zwei Enthaltungen als stellvertretender geschäftsführender Vorstand der Gesellschaft zum Schutz der Wölfe – GzSdW - gewählt worden. Die GzSdW ist mit 1.038 Mitgliedern der größte Verein in Deutschland (und vermutlich in Europa), der sich für den Schutz von Wölfen einsetzt. Nächstes Jahr feiert der Verein sein 20jähriges Bestehen. Nach einer Einarbeitungszeit soll Berge geschäftsführender Vorstand werden und die Geschicke des Vereins leiten. Er tritt damit in die Fußstapfen von dem bekannten Hundetrainer und jetzigen Wolfsforscher Günter Bloch („Auge in Auge mit dem Wolf“, „Wölfisch für Hundehalter“) und Elli Radinger, die vor einem Jahr in Walsrode einen guten Einblick in die Wölfe vom Yellowstone Park/USA („Yellowstone Wölfe“) gegeben hatte. Die Mitgliederversammlung erfolgte in Sachsen in der Oberlausitz in Rietschen, mitten im deutschen Wolfsgebiet. Dort leben auf 6 Rudel und einem Wolfspaar verteilt ca. 60 Wölfe. Im Jahr 2000 hat die sog. Neustädter Wölfin das ersten Mal Wolfswelpen in die Welt gesetzt. Damit begann die Ära der Deutschen Wölfe. Im Land Brandenburg wurde gerade veröffentlicht, dass dort ca. 25 Wölfe leben. Nimmt man die auf Deutschland verteilten Einzelwölfe dazu, kann man zwischenzeitlich feststellen, dass es bereits gut 100 Wölfe in Deutschland gibt. Bei Unterlüß (Celle) auf dem Gelände der Firma Rheinmetall ist bekanntlich seit 2006 ein Wolfsrüde. Örtliche Jäger gehen jedoch davon aus, dass auf den Truppenübungsplätzen Bergen und Munster ca. 5 Wölfe leben. Diese Information kommt von erfahrenen Jägern, die auch bereits Wölfe erlegt haben in Ländern, wo es gestattet ist. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Wolfsrüde 4-5 Jahre lang alleine Standort treu lebt, ist eher sehr gering. Die Standorttreue bedeutet, dass er nicht alleine sein kann, führt Berge aus. Das würde die Aussage der Jäger bestätigen. Theo Grüntjens, der zuständige Förster von Rheinmetall, spricht auch davon, dass wohl noch ein zweiter Wolf vor Ort sei. Aufgrund des Alters der Tiere liegt es nahe, dass auch Nachwuchs produziert wurde, sagt Berge. Aufgrund des starken Übungsbetriebs auf den NATO-Truppenübungsplätzen Bergen und Munster haben die Wölfe hervorragende Rückzugsmöglichkeiten. In Deutschland steht der Wolf unter Artenschutz und unterliegt nicht dem Jagdrecht und ist damit strengstens geschützt. Das Land Niedersachsen hatte bereits für den Sommer 2009 einen Wolfsmanagement Plan angekündigt. Leider ist bis heute keiner veröffentlicht. Angesichts der Tatsache, dass sowohl im Bereich Wilseder Berg in der Lüneburger Heide, in Dannenberg (im Dezember 2007 geschossen), Unterlüß, Südniedersachsen - der Wolf aus dem hessischen Reinhardtwald, der zwischen Hessen, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen pendelt - und anderen Stellen in Niedersachsen immer wieder Wölfe gesehen wurden und das schon seit mindestens 4 Jahren kann man nur mit Unverständnis reagieren, dass das Land so lange braucht. Der genannte Truppenübungsplatz bietet allerbeste Voraussetzungen für Wölfe.
Christian Berge wurde mit den Mitgliedern der GzSdW im Rahmen einer Exkursion durch das Gebiet der Nochtener Wölfe anschaulich das optimale Gebiet der Wölfe gezeigt. Berge kann dazu nur sagen, dass das Gebiet der Lüneburger Heide ebenso gute wenn nicht sogar bessere Voraussetzungen bietet für Wölfe. Schaut man sich die Wanderwege der Wölfe an und wo sie in den vergangenen Jahrzehnten gerade vor der Grenzöffnung 1989/90 von Osten nach Westen kamen, dann ist dies eindeutig, das wohl beste Wolfsgebiet in Deutschland im Norden von Berlin in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. In direkter gerade Linie grenzt die Lüneburger Heide an. Bernd Dankert, Dipl. Forstwirt, vom Referat Artenschutz im sächsischen Umweltministerium und der zuständige Wolfsmanager im Ministerium, selbst passionierter Jäger, führte gegenüber Berge aus, dass wohl eher mehr als 25 Wölfe in Brandenburg leben würden aufgrund des althergebrachten Wanderweges nördlich von Berlin. Dies ist ein weiteres Indiz, dass es sehr wichtig wäre, schnellstmöglich auf die Erfahrungen aus Sachsen aufbauend einen Wolfsmanagement Plan vorzustellen, meint Berge. Das Rad muss nicht immer neu erfunden werden. Christian Berge hat selbst 2 Tschechoslowakische und zwei amerikanische Wolfshunde und beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit Wölfen und Wolfshunden und hat seine Informationsstrukturen in ganz Europa, USA und Kanada aufgebaut und steht in guten Kontakt mit den wichtigsten Wolfsforschern. Mehr Information unter www.gzsdw.de . Die GzSdW ist ein gemeinnütziger Verein und gibt steuerlich absetzbare Spendenquittungen für Spenden.