Beschäftigung von Flüchtlingen ist Thema

Im Gespräch: Die CDU-Landtagsabgeordnete Editha Lorberg (links) besuchte Unternehmer Jürgen Pleuß (Mitte) in Elze. Begleitet wurde sie unter anderem von Karen Drews (von rechts), Henning Burtz und Gerd Menke. Foto: A. Wiese

CDU-Landtagsabgeordnete Editha Lorberg besuchte Elzer Handwerksbetriebe

Elze (awi). Wo die örtlichen Handwerksbetriebe der Schuh drückt, wollte die CDU-Landtagsabgeordnete Editha Lorberg letzte Woche von den Betrieben Franke-Fliesen, Dirk Müschen Gerüstbau, Pleuß Elektro und Andreas Jennert, Sanitär und Heizung, wissen. Stellvertretend begleitete das ECHO die Wedemärker Landespolitikerin bei ihrem Besuch bei Jürgen Pleuß. Dabei waren auch Gerd Menke vom CDU-Gemeindeverbandsvorstand sowie Henning Burtz, Karen Drews, Frank Riebesehl und Wolfgang Kasten vom CDU-Ortsverband Nord. Jürgen Pleuß begrüßte die Gäste in seinem Lager auf dem Firmengrundstück an der Walsroder Straße und freute sich über das Interesse am Handwerk. Pleuss Elektro sei in seinem 20. Jahr gut aufgestellt und habe im Hausgeräteservice quasi Alleinstellungsstatus. Eingesetzt werde vor allem auf Miele und Siemens geschultes Personal, aber auch Geräte aller anderen Hersteller würden repariert. Seit einem Jahr beschäftige er einen Fachmann von Bauknecht, was beim aktuellen Fachkräftemangel auch in dieser Branche ein absolutes Pfund sei, mit dem er wuchern könne, so Pleuß. Die meisten Fachkräfte bilde sein Betrieb selber aus. Zurzeit gebe es vier Auszubildende und auch Elektrohelfer würden geschult, die dann später in eine Fachausbildung als Energie- und Gebäudetechniker eintreten könnten. Beschäftigt würden zurzeit 17 Angestellte. Ein Leiharbeiter werde demnächst übernommen. Editha Lorberg erkundigte sich, ob an dem Gerücht etwas dran sei, dass es sich nicht mehr lohne Elektrogeräte zu reparieren. So pauschal könne man das nicht sagen, erklärte Jürgen Pleuß. Er und sein Team erlebten noch viele langlebige Geräte, die bis zu 20 Jahre alt werden könnten. Pleuß ist ein Familienbetrieb, in dem die 80-jährige Mutter von Jürgen Pleuß sich noch um die Buchhaltung kümmert, sozusagen als Hobby, das fit hält.
Ein Thema, das Jürgen Pleuß ins Gespräch brachte, war die Beschäftigung von Flüchtlingen. Es gebe viele Arbeitswillige, die nicht arbeiten dürften. Das sei gerade auch für seine Branche, die unter Fachkräftemangel leide, sehr schade. Zwar müssten auch in ihrem Heimatland ausgebildete Elektriker hier noch einmal intensiv geschult beziehungsweise sogar ausgebildet werden, dennoch würde er sich wünschen, dass nicht so viel Zeit vergehe, bis die Asylbewerber eine Arbeitserlaubnis erhielten, betonte Pleuß. Es sei auch in seinem Interesse, dass der Anerkennungsstatus der Asylbewerber gesichert sei, bevor er viel Zeit und Geld investiere und die Flüchtlinge dann doch Deutschland wieder verlassen müssten, argumentierte Editha Lorberg. Pleuß wird demnächst einen Mann aus dem Libanon, mit dem er seit vielen Monaten im Gespräch ist, als Elektrohelfer ausbilden können. Weitere Themen waren unter anderem die Beschulung in der Berufsschule und ein Vorschlag von Jürgen Pleuß, Gehaltszahlungen von einer zentralen staatlichen Stelle aus zu koordinieren, um sie transparent zu machen und den Prozess zu verschlanken. Mit dem Standort Wedemark sei er zufrieden, so Pleuß. Mit 15 Kilometer Radius für die Hauptarbeiten sei sein Einzugsbereich klein, die Autos müssten nicht viele Kilometer zurücklegen. An öffentlichen Ausschreibungen der Gemeinde Wedemark beteilige er sich äußerst selten, so Jürgen Pleuß auf Nachfrage. Allein der Umstand, dass er die Ausschreibungsunterlagen kaufen müsse, um teilnehmen zu können, halte ihn davon ab. Ausschreibungen seien zudem äußerst aufwändig und den Zuschlag bekomme man nur, wenn man der günstigste Anbieter sei – und dann bleibe eigentlich unterm Strich nichts mehr über.
Erweiterungs- beziehungsweise Neubaupläne an einem neuen Standort in Elze schließt Pleuß nicht grundsätzlich aus, sieht dies jedoch in absehbarer Zeit nicht als realisierbar an, da weder ein passendes Grundstück in Sicht noch die wirtschaftliche Lage so sei, dass sich solche Pläne amortisieren ließen. Was sich der mittelständische Unternehmer wünschen würde? „Dass Krankschreibungen von Ärzten überprüft werden." Aber das sei ein so weites Feld, dass sich da so bald nichts tun werde, waren sich Jürgen Pleuß und seine Gäste aus der Politik einig.