Besuch aus den USA bei Hemme-Milch

Jörgen Hemme (links) und Tochter Alwine beim Gruppenfoto mit den amerikanischen Gästen aus dem Mittleren Westen. Foto: B. Stache

Amerikanische Landwirte im Erfahrungsaustausch mit Jörgen Hemme

Sprockhof (st). Am Donnerstagnachmittag machten 20 amerikanische Landwirte aus dem Mittleren Westen der USA Station auf dem Hof von Jörgen Hemme in Sprockhof. Sie wurden von zwei Mitarbeiterinnen der Deutsch-Amerikanischen Handelskammern (AHK) mit Sitz in Chicago begleitet. „Die Reise ist Teil der Initiative ´Transatlantischer Landwirtschaftsdialog`, wird von der AHK organisiert und durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert“, erklärte AHK-Senior Manager Corinna Jess. Diese Initiative ist Teil des European Recovery Programms (ERP), das 1947 vom amerikanischen Außenminister George Marshall als Marshallplan ins Leben gerufen wurde. „Das Programm fördert unter anderem den politischen, kulturellen oder wirtschaftlichen Austausch, um die Freundschaft zwischen den USA und Deutschland zu stärken“, so Corinna Jess. Die amerikanischen Besucher sind überwiegend Milchbauern aus den Bundesstaaten Illinois, Iowa und Wisconsin. Ihre Deutschland-Informationstour führt sie eine Woche lang zu landwirtschaftlichen Organisationen und Einrichtungen in Berlin – mit dem Besuch des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Hamburg. Der Besuch der „Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen“ stand ebenso auf dem Programm wie ein Stadtbummel durch Lüneburg. Jörgen Hemme, der den Hof in 18. Generation führt, begrüßte die Gäste im Beisein seiner Tochter Alwine. Er gab ihnen zunächst einen Überblick über den landwirtschaftlichen Betrieb, den er in den vergangenen 20 Jahren um einen modernen Molkereibetrieb ergänzt hat, und erläuterte sein Konzept. Nach der Hofbesichtigung versammelte sich die Gruppe zu weiterführenden Gesprächen und Erfahrungsaustausch im Besucherraum. „Wir möchten vor dem Hintergrund eines Weltmarktes und der TTIP-Diskussion (Freihandelsabkommen USA – EU) mit dieser Begegnung herausfinden, wie der Handel hier in Deutschland funktioniert, wo die Gemeinsamkeiten, aber auch die Differenzen zwischen unseren beiden Ländern liegen, um eine gemeinschaftliche Basis zu schaffen“, erklärte Dic Gorder aus Mineral Point, einem kleinen Ort im Südwesten Wisconsins. Seine Mutter hieß mit Mädchennamen Grünenwald, sein Urgroßvater stammte aus Württemberg, berichtete der Landwirt.