Betreuerwechsel in der Seniorenresidenz

Zur Begrüßung gab es Blumen von Jörg Schmidt vom Verwaltungsbeirat (r.) und Verwalter Karl-Josef Conrads für Lydia Niedzella und Angela Unger vom Pflegedienst Caspar & Dase. Kai Dase (2. v. r.) freute sich für seine Mitarbeiterinnen über die nette Aufnahm

Eigentümer entscheiden sich für Caspar & Dase/ Private Verträge mit Sozialstation

Mellendorf (awi). Zum 1. März hat der Dienstleister für das Betreute Wohnen in der Seniorenresidenz Rebenweg gewechselt, von der Sozialstation Gesundheitszentrum & Pflege GmbH zum Pflegedienst Caspar & Dase. Bei einer Bewohnerversammlung am Montagmorgen trat zutage, dass dies nicht ganz ohne Verwirrung für die Senioren abgelaufen ist.
Die Versammlung der 28 Wohnungseigentümer hatte im Herbst 2009 mit 20:7 Stimmen einen Wechsel des bisherigen Dienstleis-ters für das Betreute Wohnen
beschlossen. Die Sozialstation
Gesundheitszentrum & Pflege GmbH, deren Geschäftsführer Wilfried Plumhof selbst Miteigentümer ist, hatte die Seniorenresidenz seit der Gründung 2006 betreut. Der Vertrag war 2008 verlängert worden und stand jetzt erneut zur Verlängerung an. „Wir waren jedoch von verschiedenen Seiten gebeten worden, ein Gegenangebot einzuholen“, erklärte Verwalter Karl-Josef Conrads am Montag in der Bewohnerversammlung. Und so habe bei der Eigentümerversammlung nicht nur die Sozialstation, sondern auch Caspar & Dase Gelegenheit bekommen, sein Konzept für das Betreute Wohnen vorzustellen. Im Anschluss habe es dann ein eindeutiges Votum für Caspar & Dase gegeben. Nach Conrads Schilderung am Montag werde dies leider nicht von der Sozialstation beziehungsweise deren Geschäftsführer Plumhof akzeptiert. Vielmehr habe dieser jetzt eine leerstehende Wohnung in der Seniorenresidenz angemietet und bisher die Generalschlüssel, die er lediglich in Zusammenhang mit seinem früheren Betreuungsvertrag per Vertrag von der Eigentümerversammlung zur Verfügung gestellt bekommen hatte, nicht ausgehändigt. Verwirrung herrschte auch über angeblich zumindest in einigen Fällen gekündigte Notrufverträge mit dem externen Gegensprech-Notrufsystem. Zusätzlich existiert noch eine Hausnotrufanlage, die vielen Bewohnern aber als Absicherung nicht ausreicht. Kai Dase teilte mit, dass noch am Montag die Johanniter ein neues Gegensprech-Notrufsystem bei denjenigen installieren würden, die dies wünschten.
Conrads begrüßte ebenso wie Jörg Schmidt und Rolf Reupke vom Verwaltungsbeirat das Team von Caspar & Dase an seinem ersten offiziellen Arbeitstag in der Seniorenresidenz und betonte man freue sich auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit. Kai Dase stellte als zuständige Mitarbeiterinnen Lydia Niedzella und Angela Unger vor und betonte, dass diese beiden jederzeit für die Senioren ansprechbar wären. Das betreffe auch Essenswünsche oder die Nutzung von Räumen für Feierlichkeiten im benachbarten Pflegeheim Kollmeier, mit dem es eine konstruktive Zusammenarbeit gebe. Dase stellte zudem den Terminplan für Aktivitäten im Monat März vor, der von Gymnastik über Gedächtnistraining bis zu Marktfahrten reichte.
Sozialstationsgeschäftsführer Wilfried Plumhof erklärte auf Nachfrage des ECHO, die Vorwürfe der Verwaltung der Seniorenresidenz in keiner Weise nachvollziehen zu können. Die Sozialstation erbringe seit 1. März mit Auslaufen des befristeten Vertrages keine betreuerischen Leistungen mehr in der Seniorenresidenz, habe aber sehr wohl private Pflegeverträge mit Bewohnern. Fakt sei, so Plumhof, dass die Mieter der Wohnungen nicht in allen Fällen mit den Eigentümern identisch seien. Bedauerlicherweise hätten diese aber vor ihrer Entscheidung eines Betreuerwechsels nicht den Willen ihrer Mieter hinterfragt oder sich sogar dagegen gerichtet. „Die Bewohner der Einrichtung sind in wesentlichen Punkten nicht an die Beschlüsse der Eigentümerversammlung gebunden“, betont Plumhof. So sei es ein herausragendes Kriterium des Betreuten Wohnens, dass unabhängig vom Willen der Eigentümer die Mieter über den Dienstleister für ambulante Pflegeleistungen selbst entscheiden könnten, ebenso auch über die Partner für zu liefernde Hilfsmittel. „Dieses unabdingbare Grundrecht auf freie Selbstbestimmung wurden in den vergangenen Woche massiv gestört und unterwandert“, so Plumhof. Ganz entschieden verwahrte er sich gegen den Vorwurf, einen Notruf-Vertrag gekündigt oder abgeschaltet zu haben. Da der Hausnotruf nach wie vor bei der Sozialstation auflaufe, besitze diese auch nach wie vor die Generalschlüssel zu Recht. Er habe dem Verwalter jedoch bereits mitgeteilt, dass er beabsichtige, die Schlüssel bei einem Notar zu hinterlegen. Voraussetzung sei, dass von allen seinen Kunden Wohnungsschlüssel habe, um im Notfall Hilfe leisten zu können. Darüberhinaus betonte Plumhof, den Beschluss der Eigentümerversammlung selbstverständlich zu respektieren.