Bewegende Texte gegen das Vergessen

Lehrerin Franziska Frome-Ziegler (v. l.) mit den Schülerinnen der IGS-Geschichts-AG Charleen Stöber, Nadine Becker, Jule Glennemeier, Mareike Könne, Martha von Maltzahn, Alia Hofbauer, Céline Brockmann, Jelka Borgel und Birka Düerkop. Foto: B. Stache

Schülerinnen der IGS erinnern eindrucksvoll an die Schrecken des Holocaust

Mellendorf (st). Vor 80 Jahren, am 27. Januar 1945, wurden das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau (Auschwitz II) und die Konzentrationslager Auschwitz I und III befreit. Seit 1996 wird an diesem Tag in Deutschland den Opfern des Nationalsozialismus, ihren tragischen Schicksalen und dem Leid gedacht. „Was bedeuten dieser Tag und die Geschichte für junge Menschen heute?“, lautet eine Frage, mit der sich die Geschichts-AG der IGS Wedemark auf die Gedenkveranstaltung am Dienstagvormittag im Großgruppenraum des Campus W vorbereitet hatte. Neun geschichtsinteressierte Schülerinnen der AG, Charleen Stöber, Nadine Becker, Jule Glennemeier, Mareike Könne, Martha von Maltzahn, Alia Hofbauer, Céline Brockmann, Jelka Borgel und Birka Düerkop, haben sich mit den historischen Ereignissen, aber auch der Erinnerung an diese, befasst und für ihre Mitschüler der 8. bis 10. Klassen anschaulich aufbereitet - zur Erinnerung an die Millionen von Opfern und als Zeichen für die Zukunft. „Ich glaube, dass sich viele von uns noch nicht mit diesem Thema beschäftigt haben. Deshalb wollten wir mit dem heutigen Gedenktag darauf aufmerksam machen“, begründete die 14-jährige Martha von Maltzahn das besondere Engagement der Geschichts-AG. „Die Schülerinnen haben sich mit dem Thema Auschwitz und nationalsozialistische Verfolgung auseinandergesetzt und ihre Vortragsthemen für den heutigen Gedenktag selbst recherchiert“, berichtete Lehrerin Franziska Frome-Ziegler. Die Mitglieder der AG verlasen zur Gedenkveranstaltung, an der in fünf Durchgängen insgesamt zirka 450 Schüler teilnahmen, Texte, mit denen verschiedene Opfergruppen der NS-Vernichtungsmaschinerie vorgestellt wurden: Juden, Sinti und Roma, Homosexuelle, körperlich und geistig Behinderte sowie nicht angepasste Jugendliche. Nadine Becker, Charleen Stöber sowie Céline Brockmann zitierten darüber hinaus aus Tagebucheinträgen von Häftlingen im Konzentrationslager Bergen-Belsen. „Ich bin meinem Kollegen Joachim Kasten dankbar, dass er uns mit Bildmaterial und Texten aus der Gedenkstätte Bergen-Belsen unterstützt hat“, erklärte Frome-Ziegler. Zum aktuellen Umfrageergebnis der Bertelsmann-Stiftung, wonach 81 Prozent der Befragten sich nicht mehr mit dem Holocaust auseinandersetzen möchte, sagte die 14-jährige Alia Hofbauer: „Das finde ich schade.“ Unter dem Eindruck der IGS-Gedenkveranstaltung fügte Céline Brockmann (15) hinzu: „Wir wollen nicht, dass sich so etwas wie der Holocaust wiederholt. Daran muss man erinnern.“ Schulleiterin Heike Schlimme-Graab lobte das besondere Engagement ihrer neun Schülerinnen, die in Zusammenarbeit mit der Lehrerin Franziska Frome-Ziegler diesen Gedenktag vorbereitet und durchgeführt haben. „Da die Vorgänge um den Holocaust nicht vergessen werden dürfen und Fremdenfeindlichkeit auch heute noch in der Gesellschaft ein Thema ist und diskutiert wird, setzen wir als Schule ein Zeichen und nehmen unseren Bildungsauftrag sehr ernst“, machte sie deutlich. „Hier wird Demokratieverständnis gelebt – es ist ein Brückenschlag zwischen Vergangenheit und aktuellem politischen Geschehen“, unterstrich die Schulleiterin die Bedeutung der Gedenkfeier zur Erinnerung an Auschwitz und die Schrecken des Holocaust. Die Schülerinnen beendeten ihre eindrucksvollen Präsentationen gegen das Vergessen jeweils mit einer Schweigeminute.