„Bienen sind faszinierende Tiere“

Jungimkerin Gabi Vorholt mit ihren beiden Bienenstöcken im Garten ihres Hauses in Bissendorf. Foto: A. Wiese

Imker informieren am 19. März im Gasthaus Zur Post

Abbensen (awi). Der Imkerverein Wedemark lädt am Freitag, 19. März, von 18.30 bis 21 Uhr zum Vortrag „Blühende Wedemark“ sowie zu einem Erfahrungsbericht einer Jungimkerin in das Gasthaus Zur Post in Abbensen ein. Bei der Veranstltung kann Hong von Wedemärker Imkern verkostet werden. Die Imker wollen am Freitag nicht nur die Bevölkerung über Imkerei und Bienen informieren, sondern damit wie in den vergangenen Jahren bereits um Nachwuchs werben, erklärte Christoph Schmieta vom Vorstand des Imkervereins Wedemark.
Bienen seien die wichtigsten Nutztiere nach Rind und Schwein und unentbehrlich für das gesamte Weiterbestehen des Ökosystems. Bienen aber auch andere blütenbestäubende Insekten benötigten für eine optimale Volksentwicklung eine kontinuierliche Versorgung mit Blütenpollen. Dieses kontinuierliche Trachtband ist in unserer Kulturlandschaft nur zur Zeit der Weiden-,Obst-, Raps- und Lindenblüte gegeben. In der Zeit davor und insbesondere im Sommer nach der Lindenblüte ist die Versorgung mit Pollen nicht oder nur schlecht gegeben, mit der Folge, dass es zu Mangelerscheinungen bei den Bienenvölkern und in Zusammenhang mit weiteren Faktoren auch immer wieder zu Bienenvölkerverlusten kommt. „Wir wollen mit der Veranstaltung auf eine Verbesserung der Pollenversorgung der Insekten in der Wedemark hinwirken und hoffen, dass viele Wedemärker unsere Veranstaltung besuchen und das kostenfreies Saatgut zur Verbesserung der Insektenweide in ihren Gärten ausbringen", erklärt Schmieta im Vorfeld. Bei den Firmen Borgas, Klipphahn und dem Raiffeisen Markt in Mellendorf liegen entsprechende Informationen und Pflanzlisten aus. Auch hoffen die Wedemärker Imker, dass die Gemeinde der Wedemark dem französischen Beispiel „Bienenfutter aus Paris“ folgt. Den Landwirten in der Wedemark stünden Mittel für die Anlage von Blühstreifen aus Töpfen der EU zur Verfügung, so Schmieta. Viele Landwirte nutzten diese Möglichkeit bereits – schön wäre es wenn es noch weitere tun würden. Derzeit sind in der Wedemark 65 Imkerinnen und Imker organisiert, jeder dieser Imker betreut im Schnitt acht Bienenvölker. Nach der Jubiläumsveranstaltung in 2008 konnten die Wedemärker Imker in 2008 und 2009 insgesamt 15 Neuimker gewinnen und wollen mit der geplanten Veranstaltung weitere Wedemärker für das Hobby der Imkerei begeistern, um die Zahl der Imker und der gehaltenen Bienenvölker zu steigern. Den Interessierten bieten sie wie in den Vorjahren Bienenpatenschaften an.
Jemand, der ein solches Angebot genutzt hat, ist Gabi Vorholt aus Bissendorf und damit ist sie jetzt trotz ihrer 54 Jahre offiziell „Jungimkerin". „Der Aufruf des imkerveriens 2009 hat mich bewogen, m ich beim Reinhold Hergemöller von den Wedemärker Imkern zu melden", berichtet Gabi Vorholt im Gespräch mit dem ECHO. Sie habe an den ersten Frühjahrsarbeiten teilgenommen, sei in den Verein eingetreten und habe die Erstausstattung mit Zagen, Beuten, Rähmchen, Wachsplatten, Anzug, Pfeife und Handwerkszeug sowie zwei Ableger bekommen, die sich dann auch selbst, wenn keine dabei war, eine Königin herangezogen hätten. Die„Altimker“ hätten für die „Jungen“ Patenschaften übernommen und sie mit Rat und Tat unterstützt. Zwei Bienenstöcke stehen bei Gabi Vorholt jetzt dicht am Haus und gespannt wartet sie jetzt nach dem langen Winter auf deren erste Ausflüge. Vom Küchenfenster kann sie alles gut beobachten. „Eine Belästigung durch die Bienen auf unserer Terrasse gibt es nicht", betont die Bissendorferin ausdrücklich. Sie freut sich auf alles, was sie noch über die fleißigen Tiere erfahren kann. Mit zwei anderen Jungimkern zusammen hat sie sich eine Honigschleuder gekauft und freut sich schon jetzt auf den ersten selbstproduzierten Honig der eigenen Bienenvölker. „Und die sammeln nicht nur bei mir im Garten, wo sie wohnen, sondern fliegen kilometerweit", weiß Vorholt zu berichten. Was sie an den Bienen so fasziniere, sei, dass diese mit zu den ältesten Tieren der Erde gehörten. Bereits vor 40 bis 50 Millionen Jahren habe man die Biene in Bernsteineinschlüssen nachweisen können. Die erdgeschichtlichen Veränderungen habe sie überlebt. „Und dann natürlich ihr perfekt organisierter Staat", schwärmt Gabi Vorholt von den Tieren, die allein nicht überleben können, sondern immer die Gemeinschaft brauchen. Wer jetzt neugierig geworden ist, sollte sich die Veranstaltung am nächsten Freitag ab 18.30 Uhr bei Knop in Abbensen nicht entgehen lassen. Axel Remmer spricht um 19 Uhr über „Insektenweide in der Wedemark“, Anna von Fischer berichtet ab 20 Uhr von ihren Erfahrungen als Jungimkerin. Weitere Infos unter (05130) 1022.