„Bin mit jeder Faser Wedemärker“

Helge Zychlinski (r.) ist am Donnerstag von 60 SPD-Mitgliedern zum Bürgermeisterkandidaten seiner Partei gewählt worden. Die SPD-Bundestagsabgeordnete und SPD-Vorsitzende Caren Marks und Ex-Bürgermeister Tjark Bartels gratulierten als erste bei der Versammlung im Gasthaus Goltermann in Elze. Foto: A. Wiese

Helge Zychlinski mit breiter Zustimmung zum SPD-Bürgermeisterkandidaten gewählt

Elze (awi). Der Bürgermeisterkandidat der SPD für die Wahl am 9. Februar heißt Helge Zychlinski. Die SPD-Mitgliederversammlung wählte ihn am Donnerstagabend mit 60 Ja-Stimmen. Der 34-jährige SPD-Ratsfraktionschef Zychlinski freute sich über das Ergebnis. „Ich freue mich auf den Wahlkampf. Ich bin mit jeder Faser meines Körpers Wedemärker.“
Vier Neinstimmen und zwei Enthaltungen fielen bei der breiten Zustimmung nicht ins Gewicht. Zychlinski war der einzige Kandidat. Wie berichtet hatten sich im Vorfeld die fünfköpfige Findungskommission und der Ortsvereinsvorstand einstimmig für Zychlinski ausgesprochen. Der Leiter der Findungskommission, Jürgen Benk, sagte am Donnerstagabend, dass es noch zwei andere Bewerbungen gegeben habe. Beide Bewerber hätten aber ihre Bewerbung zurückgezogen, als man ihnen mitgeteilt habe, dass Kommission und Vorstand sich für Zychlinski entschieden hätten, und darum gebeten, dass ihre Namen nicht genannt würden. Eine Nachfrage aus den Reihen der Mitglieder, nach welchen Kriterien sich die Kommission für Zychlinski und gegen die anderen beiden Kandidaten entschieden habe, wies Benk mit Verweis auf den Persönlchkeitsschutz zurück. Die SPD-Bundestagsabgeordnte und SPD-Vorsitzende in der Wedemark, Caren Marks, und auch Ex-Bürgermeister Tjark Bartels sprachen sich ausdrücklich für Zychlinski aus. Marks erklärte, sie kenne ihn seit vielen Jahren als politischen Weggefährten und schätze ihn seit elf Jahren als Mitarbeiter in ihrem Abgeordnetenbüro. Zychlinski sei ein verlässlicher Ideen- und Ratgeber und gut vernetzt. „Wir wollen, was wir gemeinsam geschaffen haben, in der Wedemark weiterführen“, so Marks.
Ausführlich hatte sich Helge Zychlinski vor der offiziellen Wahl seinen Genossen vorgestellt und sich ausdrücklich bei den Mitgliedern bedankt, die sich nach dem Mitgliederbrief bei ihm gemeldet hätten. Es habe viel Zuspruch, aber auch Kritik gegeben. Für beides sei er dankbar. Ausdrücklich betonte Zychlins-ki in seiner Vorstellung immer wieder seinen engen Bezug zur Wedemark: Hier sei er aufgewachsen und zur Schule gegangen, an der er sich bereits als Schülersprecher engagierte. Er sei sehr wedemarkgeprägt und lebe heute mit seiner Frau und seiner Tochter in Elze.
Zum Zeitpunkt der Bürgermeisterwahl am 9. Februar sei er fast auf den Tag genau 20 Jahre SPD-Mitglied und habe seitdem auch immer in Funktion in der Partei und im Ortsvereinsvorstand gestanden. Er habe in Mellendorf Abitur gemacht, berichtete der 34-Jährige und arbeite seit elf Jahren im Büro der Bundestagsabgeordneten Caren Marks. Er sei zuständig für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, die Kontaktpflege zur Presse in Berlin und die Redaktion der Homepage, Info-Broschüren und die Organisation von Veranstaltungen.
Mittlerweile sei ihm die Leitung der sieben Mitarbeiter in den drei Büros in Hannover, Berlin und der Wedemark übertragen. Ihm obliege unter anderem die Abstimmung mit der Bundestagsfraktion und er habe die Budgetverantwortung über die Sachmittel im Wahlkampfbüro. Berufsbegleitend studiere er Politik und Verwaltungswissenschaften an der Fernuniversität Hagen und plane dies, im nächsten Jahr abzuschließen. Kommunalpolitisch aktiv ist Helge Zychlinski bereits seit 1997. Ehrenamtlich im Rat sitzt er für die SPD seit 2001, in der Regionsversammlung seit 2006. Seit 2006 bis 2012 war er erster stellvertretender Bürgermeister und löste dann Jürgen Benk als Fraktionsvorsitzenden ab. „Ich habe es immer geschätzt, dass wir mit Tjark Bartels und unseren Partnern im Rat ein Team waren“, betonte Zychlinski. Die Erfolgsbilanz der Wedemark könne sich sehen lassen, doch es gebe auch noch einiges zu tun. „Wir werden den tollen Prozess der Gemeindeentwicklungsplanung zu ende bringen und uns der gewaltigen Herausforderung des Raumordnungsprogramms 2015 in der Region stellen. Dort müssen wir mit starker Stimme auftreten.“
Infrastruktur erhalten
Wichtig sei, an Infrastruktur zu erhalten, was man aufgebaut habe. Wichtig sei Bedingungen dafür zu schaffen, um Untenehmen in die Wedemark reinziehen zu können. Dafür müsse die Wirtschaftsförderung aufgestockt werden. Sehr am Herzen liege ihm als Vorsitzender der Arbeitsgruppe Windkraft, diese für alle Bürger zur Verfügung zu stellen. „Ich möchte einen Bürgerwindpark“, erklärte Zychlinski. Auch in der Verwaltung sei die Arbeit noch nicht getan. Die Mitarbeiter dort seien engagiert und hoch motiviert, doch werde sich auch die Verwaltung der Frage des demografischen Wandels stellen müssen, gab Zyvhlinski zu bedenken. Er wolle die Gemeinde als Dienstleister ausbauen und mit der Verwaltung und den Bürgern zusammen ein Leitbild für die Wedemark erarbeiten. Vor allem aber wolle er die Bürgerbeteiligung stärker in den Vordergrund rücken, zum Beispiel mit einem Bürgerhaushalt.