Bissendorf-Wietzer beklagen sich über Lärm

Fordern Unterstützung von Politik und Verwaltung zum Thema Lärmschutz für Bissendorf-Wietze: Manfred Kleinke (v. r.), Bernd Schützendübel und Christian Heimberger. Foto: A. Wiese

BfW drängt auf Behandlung der Thematik im Ortsrat

Bissendorf-Wietze (awi). Anwohner der Landwehrwiesen, aber auch Betroffene anderer Straßen in Bissendorf-Wietze hatten am Freitag gemeinsam mit der BfW zu einem Pressetermin eingeladen, um vor Ort zum fehlenden akiven Lärmschutz eine Stellungnahme abzugeben. Anwohner Andreas Langreder sprach von einer „drastischen Einschränkung der Lebens- und Wohnqualität" und forderte von Politik und Verwaltung „Verständnis und Unterstützung". Durch die aktuelle Bauleitplanung sei man wieder auf das Thema gestoßen, so Langreder. Darin werde Bissendorf-Wietze als schöne Waldsiedlung verkauft und lediglich passiver Lärmschutz vorgegeben. „Das passt nicht", ärgern sich Langreder und seine Nachbarn: „Wir führen diese Diskussion um den Lärmschutz jetzt seit 30 Jahren und Fortschritte sind nicht erkennbar." In anderen Bereichen der A 352 seien Geschwindigkeitsbeschränkungen und Lärmschutzmaßnahmen möglich, im Bereich Bissendorf-Wietze offensichtlich nicht. BFW-Sprecher Manfred Kleinke forderte die Unterstützung prominenter Politiker wie der SPD-Bundestagsabgeordneten Caren Marks, „die Druck bei den zuständigen Stellen des Bundes beziehungsweise des Landes machen". Messergebnisse, die Mitglieder der BfW und Anwohner durchgeführt hätten, zeigten bereits jetzt erschreckende Werte. „Wenn das geplante Logistik-Zentrum am Flughafen kommt, wird der Lastwagen-Verkehr mit Sicherheit noch zunehmen. Das macht mir Angst", befürchtet Kleinke. „Das Maß ist voll, noch höhere Belastungen können die Bürger hier nicht ertragen. Lärm macht krank", unterstützt ihn sein BfW-Kollege und Ortsratsmitglied Bernd Schützendübel. Zugezogene ärgerten sich, wenn sie erkennen würden, dass sie nachts die Fenster nicht öffnen könnten, auch er selbst habe bereits daran gedacht wegzuziehen, aber man hänge ja auch an dem, was man geschaffen habe und zudem seien die Grundstücke eben wegen der Lärmbelastung nur mit Verlust zu verkaufen, erklärt Andreas Langreder. Schließlich komme zur Lärmbelastung durch die Autobahn auch noch der erheblich angestiegene Fluglärm hinzu. „Wir haben einen entsprechenden Antrag zur Behandlung des Themas, um mittelfristig eine Geschwindigkeitsreduzierung und Lärmschutzmaßnahmen zu erreichen, an den Rat gestellt. Die Verwaltung hat uns mitgeteilt, zunächst müsse der Ortsrat das Thema diskutieren", berichtet Kleinke. „Die BfW hat dem Ortsbürgermeister mitgeteilt, dass die Einberufung einer Ortsratssitzung gewünscht wird, aber bisher kam noch keine Reaktion", ergänzt Bernd Schützendübel. Die Aufforderung an die Anwohner, selbst für passiven Lärmschutz zu sorgen, empfinden diese als Provokation: „Ich möchte im Sommer draußen auf der Terrasse sitzen können und nicht mit geschlossenem Fenster im Wohnzimmer", meint Franz-Jürgen Schirmer aus Bissendorf-Wietze. Unverständnis herrscht bei den Anwohnern auch darüber vor, warum der eigentlich im Rahmen einer Komplettsanierung vorgeschriebene Lärmschutz bei der Sanierung der A 352 im Jahr 2004 „verpennt" worden ist. „Wir hören von der Politik immer nur, was alles nicht geht", ärgert sich Schirmer. Manfred Kleinke fordert den Bau eines Erdwalls längs der Autobahn in westlicher Richtung, der entsprechend bepflanzt werden könnte. Vorbild könnte der Wall sein, den man von der Brücke am Isernhägener Damm aus sehen könne. „Wir werden dran bleiben und die dicken Bretter bohren", so Kleinke. Die Anwohner um Andreas Langreder wünschen sich von der Gemeinde Wedemark mehr Transparenz zum Thema Lärmschutz wie zum Beispiel umfassende Informationen auf der Homepage der Gemeinde.