Blitzeinschlag in Eiche am See

Günter Baustian aus Bissendorf zeigt die Spuren des Blitzeinschlags in die Doppeleiche am Hastrasee in Kaltenweide, unter der er kurz zuvor noch gelegen hatte. Foto: A. Wiese

Bissendorfer warnt: „Sommergewitter nicht unterschätzen“

Bissendorf/Kaltenweide (awi). „Da habe ich aber wirklich Glück gehabt“, sagt der 76-jährige Günter Baustian aus Bissendorf er-
schrocken. Nur kurze Zeit, nachdem er seinen Stammplatz unter einer markanten Doppeleiche am Hastrasee bei Kaltenweide verlassen hatte, schlug ein Blitz in den Baum ein – an den verkohlten Spuren im Winkel zwischen den beiden Stämmen deutlich erkennbar. Günter Baustian hatte das Gewitter aufziehen sehen und seinen Badenachmittag abgebrochen, um sich mit dem Fahrrad auf den Heimweg zu machen. Keinen Moment zu früh, denn wenige Zeit später ging das Gewitter direkt über dem See nieder und als Baus-tian am nächsten Tag seinen Stammplatz aufsuchte, wurde er durch Holzkohle vor dem Baum auf das Naturereignis, das sich da abgespielt hatte aufmerksam. „Ein Blitz, der in einen Baum einschlägt, kann auf neben dem Baum stehende Personen überspringen“, weiß er und nimmt den aktuellen Vorfall zum Anlass, Sommergewitter nicht auf die leichte Schulter zu nehmen und noch einmal an ein paar eigentlich altbekannte Regeln zu erinnern: „Wenn man sich nicht in Gebäuden oder Fahrzeugen in Sicherheit bringen kann, wenn ein Gewitter losbricht, muss man auf jeden fall offenes Gelände und Hügel meiden, Gewässer sofort verlassen, die Füße zusammenstellen, in die Hocke gehen, die Arme an den Körper halten und den Kopf einziehen.“ Da Blitze besonders häufig in hohe Objekte wie Bäume, Masten und Türme einschlagen, gerade wenn diese frei stehen, sind diese ebenfalls zu meiden. Falsch ist es hingegen, sich hinzulegen, sondern den Kontaktbereich zum Boden zu minimieren. Am besten soll man mit zusammengestellten Füßen in der Hocke verharren und sich nicht mit den Händen abstützen. Gummisohlen sind zwar vorteilhaft, können aber gegen einen direkten Blitzschlag auch nicht schützend wirken. Am sichersten ist vorausschauendes Verhalten, wie es auch Günter Baustian bewiesen und sich gerade noch rechtzeitig auf den Heimweg gemacht hat. Denn ein Gewitter kommt niemals „aus heiterem Himmel“, sondern ist früh genug an den dunklen Wolken zu erkennen. Bekanntlich lässt sich die Nähe eines Gewitters durch die Zeitspanne zwischen Blitz und Donner abschätzen. Günter Baustian hat der Blitzeinschlag in „seinen“ Baum jedenfalls sehr beeindruckt.