„Blühende Wedemark“ mit sehr guter Resonanz

Die Vorsitzenden Reinhold Hergemöller (ganz links) und Christoph Schmieta (ganz rechts) freuten sich mit den beiden Referenten Anne von Fischer und Axel Remmert über einen sehr vollen Saal beim Aktionstag „Blühende Wedemark.“ Foto: L. Irrgan

Jeder kann etwas für die Bienen und deren Versorgung tun

Abbensen (ig). Mit einem so guten Zuspruch hatten die Verantwortlichen des Aktionstages „Blühende Wedemark“ nicht gerechnet. Der erste Vorsitzende des Imkerverein Wedemark, Reinhold Hergemöller freute sich über einen mit über 100 Besuchern gefüllten Saal im Gasthaus Zur Post. „Wir freuen uns sehr über die sehr gute Resonanz“, machte auch der zweite Vorsitzende, Christoph Schmieta deutlich. Wie wichtig eine intakte Bienenweide sei, machte Hergemöller gleich zu Beginn deutlich. „Doch diese ist leider nicht mehr gegeben, es finden sich nun viele große Flächen mit relativ wenig verschiedenen Arten.“ Doch es sei gerade die Artenvielfalt, welche das ganze Jahr über die Bienen mit Pollen versorgen würden. „Jeder kann jedoch etwas für die Bienen tun“, so Hergemöller, der auf das an diesem Abend ausliegende Saatgut verwies, welches die Besucher des Aktionsabends mitnehmen konnten und zuhause im Garten oder auch in Balkonkästen Blühpflanzen für eine Bienenweide anlegen können. In seinem Fachvortrag „Für Artenvielfalt, damit Bienen, Hummeln und Insekten nicht ins Gras beißen“ machte Imkervereinsmitglied und Gärtnermeister Axel Remmert die Notwendigkeit von artenvielfältigen Bienenweiden deutlich. Zu einer Verbesserung der Situation könnten neben Haus- und Grundstückseigentümern auch Landwirten und die Verantwortlichen der Gemeinde-und Stadtverwaltung beitragen. Gerade die öffentlichen Grünanlagen „wie Park- und Friedhofanlagen bieten großes Potential“, so Remmert, hier würde beispielsweise ein zeitlich versetztes Mähen schon viel bewirken, nicht auf einen Schlag würden dann die Nahrungsgrundlagen wegfallen. Auch das Anlegen von Blumenwiesen anstelle von reinen Rasenflächen würde neben der Versorgung der Insekten auch die Arbeit der Gemeinde erleichtern. „Die Rasenflächen werden in der Regel alle 10 Tage gemäht“, so Remmert, Blumenwiesen könne man über einen längeren Zeitraum in Ruhe lassen. Remmert, der bei Stadt Hannover als Gärtnermeister auch für die großen Friedhöfe zuständig ist, empfahl gerade hier für die großen Freiflächen das Anlegen von Blumenwiesen. Welche zahlreichen Pflanzen Grundstückseigentümer in ihren Gärten anlegen könnten, zeigte Remmert anhand von zahlreichen Bildern.
Einen weiteren Themenschwerpunkt bildete die Bienenpatenschaft, welche der Imkerverein zur Förderung von Naturschutz und auch zur eigenen Nachwuchsförderung anbietet. Bienenpaten bekommen vom Verein ein bis zwei Bienenvölker geschenkt, die für den Start in die Imkertätigkeit notwendigen Arbeitsmaterialien leiht der Verein kostenlos aus. Viel sei für einen Start nicht notwendig, betonte der Vereinsvorsitzende Hergemöller, die Jungimker bekommen zudem einen Paten, einen erfahrenen Imker, der mit Rat und Tat zur Seite steht. Über ihre Erfahrungen als Jungimkerin berichtete in einem lebhaften und interessanten Vortrag die 23jährige Anna von Fischer. Sie war vor gut einem Jahr auf den Aufruf zur Übernahme einer Bienenpatenschaft im ECHO aufmerksam geworden. „Ich habe mich schon früh für Insekten interessiert“, so von Fischer. Die Bienenpatenschaft hätte sofort ihr Interesse geweckt. „Es geht mir mehr um die Bienen als um den Honig, denn den ich esse gar nicht so gerne“, verriet die Studentin in ihrem Vortrag. Viele besondere Momente habe es in ihrem ersten Jahr als Imkerin gegeben, „Der erste Blick ins Volk gehört sicher dazu, genauso wie das erste Schleudern des Honigs und das erste etikettierte Glas.“ Die Betreuung durch einen erfahrenen Imker bezeichnete von Fischer als sehr gutes Zusammenspiel, der Patenimker habe ihr die vielen Erfahrungen ermöglicht „und nur durch sein Engagement konnte ich so viel über die Bienen und die Imkerei lernen.“ Zum Ende des Vortrags zog von Fischer ein statistisches Fazit ihres ersten Jahres als Imkerin. Neben 73 Kg Honig habe sie im ersten Jahr auch 24 Stiche erhalten, „auf sechs Gläser kommt so ein Bienenstich“, so von Fischer lächelnd. „Ich bin sehr froh, mit der Imkerei begonnen zu haben“, nach dem „Probe“-Jahr werden sie dabei bleiben. „Ich kann jedem, der sich für Bienen oder die Imkerei interessiert nur raten, einen Imker anzusprechen und möglicherweise selbst eine Patenschaft anzunehmen.“
Der Abend sei ein voller Erfolg, so der zweite Vorsitzende Christoph Schmieta „und weiter Aktionen werden folgen“, neben einem Tag der offenen Tür in einer Imkerei sei auch eine Aktion im Ferienkompass der Gemeinde geplant.