Blumen für Niehoff am Frauentag

Einen großen Blumenstrauß für ihre 15jährige Tätigkeit bekam die Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde Wedemark, Regina Niehoff am Frauentag von den beiden Grünenpolitikerinnen Hermine Rüfer (rechts) und Angela Klingrad (links). Foto: L. Irrgang

Wedemärker Grüne fragen Gleichstellungsbeauftragte

Mellendorf (ig). Angela Klingrad und Hermine Rüfer hatten vergangenen Montag den Internationalen Weltfrauentag zum Anlass genommen, der Gleichstellungsbeauftragten der Gemeinde Wedemark Regina Niehoff zu ihrer 15jährigen Tätigkeit zu gratulieren. Mitgebracht hatten Klingrad und Rüfer jedoch nicht nur einen riesigen Blumenstrauß, auch wollten die beiden Grünen-Politikerinnen zahlreiche Fragen über die Tätigkeit einer Gleichstellungsbeauftragten stellen.
Viel sei in den vergangen Jahren passiert und initiiert worden, so Klingrad. Welches Projekt hat Ihnen am meisten Freude gemacht? „Es hat mir stets Freude gemacht, ein neues Projekt auf den Weg zu bringen. Besonders hervorheben möchte ich keines“, so Niehoff, „wichtig ist mir die Beständigkeit. Hierbei nannte Niehoff beispielhaft Minerva, „die den Wandel zum Familientreff vollziehen“, den Kinderschutzbund, Gegenwind e.V., den Frauengesprächskreis, Indian Child, Leben mit Krebs e.V., den Frauengesprächskreis, das Bündnis für Familie, das soziale Kaufhaus oder das Gesundheitsforum. Die Aufzählung sei bei weitem nicht abschließend, alle ins Leben gerufenen Institutionen seien für Hilfesuchende ein Anlaufpunkt geworden.
Ein Schwerpunkt in ihrem Aufgabebereich sei es, da zu sein „als Ansprechpartnerin vor Ort.“ Denn schon die Gespräche über die jeweiligen Probleme würden oftmals eine erste individuelle Hilfe sein. Kristallisiert sich jedoch ein Schwerpunkt heraus, ein Problem, was viele Menschen in der Wedemark beschäftigt“, so Niehoff, dann werden Vorträge oder Seminare organisiert.
Ein weiterer Schritt könne dann beispielsweise auch sein, das Problem in die Politik zu tragen, wie es zuletzt bei dem Projekt soziales Kaufhaus geschehen sei.
Ob denn bei so zahlreichen Projekten auch Platz für weitere Pläne vorhanden sei, interessierte Hermine Rüfer. Als ein ausbaufähiges Projekt nannte Niehoff hier den Wunschgroßelternservice, „hierfür würde ich sehr gerne mehr Wunschgroßeltern gewinnen, denn die Nachfrage von jungen Familien ist vorhanden.“
Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sei ein wichtiger Schwerpunkt. „Und das auch im direkten Dialog mit den Firmen.“ Dazu gibt es im Bündnis für Familie eine Arbeitsgruppe
Die sozialen Strukturen der Wedemark interessierten die Grünen-Politikerinnen sehr: „Nehmen Sie es wahr, dass besonders Frauen von Armut betroffen sind?“ Dies sei eine Tatsache, betonte Niehoff, „und zwar speziell die allein stehenden und erziehenden Frauen.“ Aufgrund dieser Tatsache sei vor langem auch das soziale Kaufhaus gegründet worden. Der sehr gute Besuch des Kaufhauses sei ein Indiz für die vorhandene Armut in der Gemeinde. „Auf den ersten Blick sieht man die schicken Einfamilienhäuser. Das täuscht.“
Dass die Gleichstellung auch die Verwaltungsspitze erreicht habe, betonte Niehoff mit dem Verweis auf die Erste Gemeinderätin Konstanze Beckedorf. Eine aktuelle Forderung der Grünen seien mehr Frauen in Aufsichtsräten, „was halten Sie dort von einer Frauenquote“, wollte Rüfer wissen. „Es sollte vermieden werden, eine Stelle als bloße „Quotenfrau“ zu bekommen“, machte Niehoff deutlich, aber eine solche Quote sei grundsätzlich geeignet, auch als Frau in einen Vorstand zu gelangen. „Es ist aber auch wichtig, gute Arbeit zu leisten, und nicht nur wegen der Quote dort zu sein, sonst überzeugen wir nicht als Frauen.“