Bodenständige Art kam gut an

Ute Lamla (von links), Ludwig Uphues (Arbeitskreis Hannoversche Moorgeest), Jürgen Trittin, Ute Lucker (Grüne-Wedemark) und Eike Lengemann gaben im Mooriz beim Treffen der Grünen Auskunft. (Foto: G. Gosewisch)

Polit-Profi Jürgen Trittin zu Gast im Mooriz

Resse (gg). „Wunderbar, wenn Naturschutz von den Bürgern selbst, wie hier in Resse, getragen wird“, sagte der Grüne-Bundestagsabgeordnete Jürgen Trittin bei seinem Wahlkampf-Besuch im Mooriz und verwies auf seine Erfahrung. Wenn für jeden das Moor erlebbar sei, ein EU-FFH-Gebiet, sei der Nutzen der EU klar. Und zur Abkürzung FFH (Fauna-Flora-Habitat) ergänzte er scherzhaft: „Ist ganz leicht zu merken, steht für Pflanzen, Viecher, Heimat – oder?“ Jürgen Trittins bodenständige und humorvolle Leichtigkeit kam gut an. Anprangern der Groko-Bundespolitik folgte, erfüllte die Erwartungen der Zuhörer. So gab es kräftiges Kopfnicken bei Sätzen wie „Frau Merkel redet immer nur, aber tut nichts“ oder „70.000 Arbeitsplätze im Bereich neue Energie sind vernichtet worden“. Jürgen Trittins hohe Professionalität im politischen Geschäft klang bei seinem Ergebnisrückblick an: „Ich war bis 2005 Umweltminister, habe 12 Klima-Konferenzen erlebt, zwei davon selber geleitet. Es ist viel erreicht worden, aber längst nicht genug.“ Abseits des Moorschutzes wurde schnell der Bogen zu weiteren Klima-Themen gespannt. Eike Lengemann, Bundestagskandidat der Grünen im hiesigen Wahlkreis, und Ute Lamla, Landtagswahl-Kandidatin der Grünen im Wahlkreis Neustadt/Wunstorf, forderten wie Jürgen Trittin ein Umsteuern: „Es muss viel mehr, viel schneller passieren.“ Stichworte dazu sind Abschaffung der Massentierhaltung oder der Ausstieg aus der Kohleverstromung.