Brakelmann wird Ortsbürgermeisterin

Christa Bogenschütz (rechts) von der SPD ist als Ortsbürgermeisterin zurückgetreten. Die SPD-Ortsratsmitglieder haben gemeinsam mit ihrem Grünen-Kollegen entschieden, die bisherige Stellvertreterin Susanne Brakelmann von der CDU zur Bürgermeisterin und Reiner Fischer (SPD) zum Stellverterter zu wählen. Foto: A. Wiese

Nach dem Rücktritt von Christa Bogenschütz setzt Bissendorfer SPD ein Signal

Bissendorf (awi). Susanne Brakelmann von der CDU soll in der nächsten Ortsratssitzung am 3. Dezember um 20 Uhr in der Bücherei nach dem Rücktritt von Ortsbürgermeisterin Christa Bogenschütz zur neuen Ortsbürgermeisterin von Bissendorf gewählt werden, Reiner Fischer von der SPD zu ihrem Stellvertreter.
„Wir sind hier im Ortsrat Bissendorf immer besonders offen miteinander umgegangen. Ich habe stets Informationen an alle Ortsratsmitglieder weitergegeben und wir haben uns für die Sache stark gemacht“, sagt Christa Bogenschütz. Dieser vorbildliche Umgang miteinander war jetzt eine gute Basis, als es um die Personalentscheidungen ging. Bogenschütz hat ihr Amt mit Wirkung zum 8. November zuückgegeben, um sich ihrem beruflichen Wiedereinstieg widmen zu können, wie sie gestern in einem Pressegespräch erklärte. Dies kollidiere mit der Flut der Repräsentationsterminen bei Ehejubiläen und Geburtstagen, die zumeist Vormittagsbesuche erforderlich machten. Die vier SPD-Ortsratsmitglieder und Horst Menze von den Grünen, die mit ihren Stimmen nach der Kommunalwahl 2011 zunächst Fritz Schöning zum Ortsbürgermeister und nach dessen Rücktritt Bogenschütz zu seiner Nachfolgerin gewählt hatten. beratschlagten, wer das Amt nun übernehmen könne. Reiner Fischer erklärte sogleich, dass er mit seinen 67 Jahren kein Spitzenamt mehr ausfüllen wolle, aber, wie auch im SPD-Ortsverein, für die Stellvertreter-Position zur Verfügung stehe. Das Alter war auch für den über 70-jährigen Wolfgang Jansen das Argument gegen eine Wahl. Student Simon Baugarte steht tagsüber ebenso wenig für Termine zur Verfügung wie Horst Menze. Da beschlossen alle fünf die bisherige Stellvertreterin und Ortsbürgermeisterin von 2008 bis 2011, Susanne Brakelmann zu fragen. „Ich war baff, aber ich habe mich gefreut und ja gesagt“, erklärte Brakelmann gestern. Sie hat dadurch, dass sie nachmittags berufstätig ist, die Möglichkeit, die Repräsentationstermine vormittags wahrzunehmen. Und sie weiß, was auf sie zukommt. Allein im Dezember stehen 18 Geburtstage oder goldene Hochzeiten an. „Die Leute möchten besucht werden und das kann man auch nicht abends machen“, stellt Brakelmann fest. Der Ortsrat habe, indem er die Altersgrenze für die Geburtstage von 75 auf 80 hochgesetzt habe, die Zahl der zu Gratulierenden schon verringert. Aber einhellig waren Brakelmann, Bogenschütz und Fischer der Meinung, das Zuwendung und Zeit sehr wichtig für die Senioren seien. Sie wollen weiterhin versuchen, alle Ortsratsmitglieder in die Geburtstagsbesuche einzubinden, die Zeit und Gelegenheit dazu haben und sie wollen auch in Zukunft den harmonischen und offenen Umgang miteinander pflegen. Dass SPD und Grüne trotz Mehrheit ein CDU-Mitglied an die Ortsratsspitze wählen, das ist in der Wedemark seit vielen Jahren eine Premiere und ein positives Signal.