Brelinger Bergrettung 2.0 läuft an

„Bergrettung, die zweite“ ist angesagt: Bürger aus Brelingen und Negenborn haben eine Bürgerinitiative gegen eine mögliche SuedLinktrasse über den Brelinger Berg, wie in der ALT _091 angedacht, gegründet und suchen jetzt engagierte Mitstreiter aus der Wedemark.

Bürgerinitiative gegen mögliche SuedLinktrassierung formiert sich

Wedemark (awi). Aus Sicht der Gemeinde Wedemark gibt es in Sachen SuedLink aktuell nichts Neues. „Wir warten unter anderem auf die Ergebnisse der Forderung der Kabelkonferenz in Kassel“, so Pressesprecher Hinrich Burmeister gestern auf Nachfrage. In Brelingen und Negenborn formiert sich derweil eine Bürgerinitiative zur Abwendung einer möglichen SuedLinktrasse über den Brelinger Berg.
Nachdem im Jahr 2012 die erste „Bergrettung“ erfolgreich eine Ausweitung des Sand- und Kiesabbaus am Brelinger Berg verhindert habe, so Georg Pfeiffer gegenüber der Presse, organisiert die „Bürgerinitiative Brelinger Berg“ jetzt erneut Widerstand. Auch wenn der Antrag des Übertragungsnetzbetreibers TenneT zum Suedlinktrassenkorridor Mitte-West mit seinen Alternativen von der Bundesnetz-agentur als unzureichend zurückgewiesen worden sei, sei die Alternative _091 über den Brelinger Berg, durch die Große Heide und durch die Hannoversche Moorgeest noch lange nicht vom Tisch, warnen die Mitglieder der Bürgerinitiative. Zurzeit erwecke es den Anschein, dass Ruhe in Sachen SuedLink herrsche und die Alternative _091 vorerst auf Eis liege, doch dieser Schein trüge, warnen die Organisatoren der Initiative. Der politische Druck sei hoch, denn die Energiewende mit ihren Zielvorgaben lässt einen wirklichen Aufschub nicht zu. Wenn es mit „SuedLink“ weitergehe, würden die Entscheidungen schnell getroffen und die Fristen zum Einspruch kurz sein. Das macht es aus Sicht der Bürgerinitiative erforderlich, jetzt die Wedemärker, denen der Brelinger Berg am Herzen liegt, zu informieren, für diese Problematik zu sensibilisieren und für Protestaktionen zu mobilisieren. Die „Bürgerinitiative Brelinger Berg“ ist gegenwärtig mit der präzisen Formulierung von Raumwiderständen gegen die Trassenführung über den Brelinger Berg (zum Beispiel die konkrete Benennung bedrohter Tierarten im Trassenkorridor) beschäftigt und ruft die Wedemärker, denen Naturerhalt, Landschaftsbild und Naherholungswert wichtig sind, auf, sich am Widerstand gegen SuedLink ALT _091 zu beteiligen. Möglich ist dies online über www.bi-brelinger-berg.de beziehungsweise info @bi-brelinger-berg.de.
Unterdessen ist auch die CDU-Landtagsfraktion nicht untätig geblieben und fordert ihrerseits die Landesregierung zum Handeln auf. „Beim Thema SuedLink sind weiterhin viele Fragen offen“, lautet das Fazit des umweltpolitischen Sprechers der CDU-Landtagsfraktion, Martin Bäumer, nach der letzten Sitzung des Umweltausschusses. Auf Antrag der CDU habe die Landesregierung den Ausschuss über die von der Bundesnetzagentur an Tennet gestellten Nachforderungen für die Bauplanung der SuedLink-Trasse unterrichtet. „Ziel war es zu klären, inwieweit sich diese Nachforderungen auf Niedersachsen auswirken – eine Antwort ist die Landesregierung aber wie so oft schuldig geblieben“, sagt Bäumer in einer Presseerklärung. Auch in der Frage, inwiefern sich Rot-Grün für einen möglichst transparenten und akzeptablen Weg des Netzausbaus in Niedersachsen einsetze, herrsche weiter Unklarheit. „Zwar räumt die Landesregierung inzwischen ein, sich auf einem Teilstück der SuedLink-Trasse in den Verlauf eingemischt zu haben – einen eigenständigen Vorschlag für den gesamten niedersächsischen Trassenverlauf lehnt sie aber nach wie vor ab. Das ist zu wenig“, kritisiert Bäumer. Die CDU wollte deshalb in ihrer Fraktionssitzung gestern über einen Antrag zur Energiewende beraten, der die Landesregierung zum Handeln auffordert.