Brelinger gegen Windpark Wedemark 03

Dieter Schröder (links) informiert im Brelinger Schützenhaus über den geplanten Windpark Wedemark 03 und die Aktivitäten der Bürgerinitiative Brelingen 03. Foto: B. Stache
 
In der Wedemark gibt es diesen Windpark bei Elze schon seit vielen Jahren. Foto: B. Stache

Interessengemeinschaft der Windkraftgegner „W 03" informiert öffentlich

Brelingen (st). „Mir ist wichtig zu betonen, dass wir grundsätzlich keine Gegner der Windkraft sind, sondern uns nur gegen die konkrete Planung Wedemark 03 wenden“, erklärte Dieter Schröder von der Bürgerinitiative Brelingen 03 am Montagabend bei einer Informationsveranstaltung im Schützenhaus Brelingen. In großer Sachlichkeit erläuterte Schröder den mehr als 50 interessierten Bürgern den momentanen Stand der Planung seitens der Region Hannover und der Gemeinde Wedemark zum Windpark Wedemark 03. Er gab einen Überblick über alle von der Region Hannover geplanten, auszuweisenden Vorranggebiete, darunter eine Fläche südlich von Brelingen an der Straße nach Wiechendorf. Die Gemeinde Wedemark beabsichtigt, dieses Vorranggebiet auf einen Bereich ostwärts der Kreisstraße 103 auszuweiten. Insgesamt könnten einer groben Vorplanung entsprechend zukünftig sechs Windräder mit einer Höhe von 200 Metern im Süden der Ortschaft Brelingen aufgestellt werden, die über Rotorblätter mit einem Durchmesser von 120 Metern verfügen, erklärte Schröder. „Bäume sind im Schnitt nur 30 Meter hoch“, warf eine Zuhörerin bei der Präsentation dieser Zahlen zum Vergleich ein. Die Einflüsse von Windkraftanlagen auf Mensch und Natur kamen ebenfalls zur Sprache: Geräuschbelästigung, Schattenwurf, Nächtliches Blinklicht, Infraschall und Vogeltod. Seitens der Region soll der Abstand von Windkraftanlagen zu Wohnbebauung 800 Meter betragen, wurde erklärt. „Wir sind der Meinung, 2000 Meter wären besser“, betonte Vortragender Dieter Schröder, der bedauerte, dass es klare Vorgaben zum Schutz von Natur und Tieren gebe – „nur für uns Menschen gibt es das nicht“. Er verwies auf die Natur- und Landschaftsschutzgebiete in der Umgebung von Brelingen, in denen Störche und der Rote Milan als besonders schützenswerte Tierart leben. In einer Übersicht präsentierte er zudem die gesundheitlichen Schäden, die von Windkraftanlagen durch den erzeugten Infraschall ausgingen. Genannt wurden Schlafstörungen, Angstzustände, Kopfschmerzen, Unruhe und Nervosität sowie Depressionen. Eisabfall und Geräusche stellten zudem eine gesundheitliche Gefährdung dar. Die Lebensqualität in der Nähe von Windkraftanlagen werde durch den permanenten Geräuschpegel, den Schattenschlag sowie das nächtliche Blinklicht eingeschränkt, wurde erklärt. In der Brelinger Initiative contra Wedemark 03 engagieren sich viele Bürger. „Wir haben bereits mehr als 500 Unterschriften gegen die konkrete Windkraft-Planung gesammelt und der Region Hannover sowie der Gemeinde Wedemark übergeben“, sagte Dieter Schröder. Die Bürgerinitiative hat einen Fachanwalt eingeschaltet und bei der Region Einspruch gegen die Wedemark-03-Planung eingelegt. „Wir hoffen, dass der Einspruch angenommen wird und die Gemeinde unseren Bürgerwillen berücksichtigt. Wir Bürger der Initiative möchten nicht, dass so dicht an unsere Bebauung dieser Windpark Wedemark 03 entsteht“, machte Schröder deutlich. Nach seiner Auffassung sei die Zerstörung des Landschaftsbildes durch den geplanten Windpark Wedemark 03 ein Gegensatz zur Wohlfühlgemeinde Wedemark. Auf die Frage, wie die politischen Entscheidungsträger zu diesem Thema stehen, erklärte Dieter Schröder, dass der Ortsrat sich in seiner nächsten Sitzung damit beschäftige, ebenso der Gemeinderat. Ein Teilnehmer mahnte während der Infoveranstaltung der Bürgerinitiative vor dem finanziellen Risiko, das die Gemeinde mit der Windpark-Aktion Wedemark 03 eingehe. „Wenn das schiefgeht, zahlen wir alle die finanziellen Vorleistungen.“ Dieter Schröder erinnerte an Gerichtsverfahren, nach denen bereits existierende Windkraftanlagen nachträglich ihren Betrieb einstellen mussten. Er hofft, dass sich noch viele Bürger der Aktion Brelingen 03 anschließen und sich in die Mitgliederliste der Interessengemeinschaft eintragen, die sich als GbR formiert hat. „Wir müssen über die Unterschriftenliste noch stärker gegen den Windpark Wedemark 03 vorgehen“, betonte Schröder. Ein Teilnehmer schlug eine Demonstration vor, wie unlängst gegen SuedLink Alt 091 oder einst 2012 gegen die Ausweitung des Sand- und Kiesabbaus am Brelinger Berg – beide erfolgreich.