Bürger und Ortsbürgermeister empört

Der Wertstoffsammelplatz Am Freizeitpark in Mellendorf in den ersten Tagen des neuen Jahres. Foto: A. Wiese

Wertstoffsammelplätze gleichen nach den Feiertagen einer Müllhalde

Wedemark (awi). „Fast alle Wertstoffsammelplätze in der Gemeinde Wedemark sehen zur Zeit aus wie wilde Müllkippen, Beschwerden aus allen Bereichen unserer Gemeinde hat es laut der Umweltbeauftragten Ursula Schwertmann in erheblicher Anzahl gegeben“. Mellendorfs Ortsbürgermeister Rudi Ringe ist hochgradig verärgert: „Heute war meine Hoffnung, dass kurzfristig Abhilfe geschaffen wird. Am Sammelplatz in Mellendorf war wenigstens der Glasmüll von außerhalb der Container weggeräumt. Aber es wurden zwischenzeitlich erneut Flaschen und Gläser abgestellt, da die Container nicht geleert worden sind“, berichtete der Kommunalpolitiker am Montag. Weiterhin sei es sehr verwunderlich, dass am Platz in Mellendorf nur vier Container stünden. Für ihn als Ortsbürgermeister und auch für viele Bürger sei nicht zu verstehen, dass die Abfallbeseitigungsgesellschaft es zu solchen Zuständen kommen lasse. „Wir als Mitglieder der Ortsräte und viele umwelt- und sauberkeitsbewusste Mitglieder von Bürger- und Verschönerungsvereinen geben uns mit Müllsammelaktionen große Mühe, unsere Orte und die angrenzende Umgebung sauber zu halten. Dieses Bemühen wird mit solcher Handlungs- oder besser Nicht-Handlungsweise ad absurdem gestellt“, macht Ringe seinem Unmut Luft. All dies hat er auch an die Chefetage von aha geschrieben und ist jetzt auf die Antwort gespannt.
Unabhängig vom Ortsbürgermeister haben sich mittlerweile auch zahlreiche Bürger mit dem gleichen Anliegen an die Gemeinde, die Abfallentsorgungsgesellschaft und die Presse gewandt. „Es geht mir darum klarzustellen, dass nicht nur der Bürger Pflichten hat“, schreibt eine Mellendorferin, die die Zustände am Wertstoffsammelplatz hinter der Jugendhalle ebenfalls unzumutbar findet.
Als sie sich an die Gemeinde gewandt habe, um auf die Missstände auf dem Sammelplatz für Altglas hinzuweisen, habe sie von ihrem Gesprächspartner zur Antwort bekommen, dass er die Telefonnummer der Firma, die das Altglas entsorge, auch nicht habe. Er könne auch nur bei aha anrufen. Auch wenn die Gemeinde nicht primär für die Entsorgung des Altglases zuständig sei, habe sie sich doch nicht ernst genommen gefühlt, ärgert sich die Mellendorferin über die Bemerkung des Gemeindemitarbeiters, es sei auch nicht zu verstehen, dass die Leute ihren Müll nach Silvester immer so schnell entsorgen müssten.


Der Kommentar:Wenn alle ein bisschen dazutun...
„Aus Ignoranz oder mit Absicht lässt aha oder vielmehr die von ihr beauftragte Firma die Wertstoffsammelplätze bestimmt nicht so aussehen. Sie wird schlicht und einfach nicht hinterherkommen, zumal die Witterungsbedingungen den Mitarbeitern ihre Aufgabe nicht gerade erleichtert haben. Nichtsdestotrotz ist der Ärger des Ortsbürgermeisters, der ebenso wie seine Amtskollegen sehr viel Freizeit opfert, damit es in Mellendorf schön aussieht, genauso verständlich wie der Ärger der Bürger, die ihr Altglas entsorgen wollen, es nicht loswerden oder einfach nur mit dem Anblick des überfüllten Platzes konfrontiert werden. Kein Verständnis kann man jedoch für diejenigen aufbringen, die ihre Flaschen neben die Container werfen, obwohl sie sehen, dass nichts mehr geht. Hauptsache, zu Hause ist alles wieder hübsch ordentlich. Wenn alle ein bisschen was dazutun, und zwar nicht die
Flaschen auf den Haufen, sondern zur Entzerrung der Situation, indem die Entsorger ein paar Sonderfahrten einplanen und die Bürger ihr Altglas ein paar Tage länger behalten, müsste das Problem doch in den Griff zu
bekommen sein.“