Bürgerappell zum Ausbau der K107

Wennebostel (awi). Der Ortsrat Wennebostel hat dem geplanten Ausbau der K107 am Dienstagabend nach einer langen und wortreichen Sitzung, zu der 30 Zuhörer gekommen waren, zugestimmt. „Der Ausbau ist ein Gewinn für Wennebostel“, ist nicht nur Ortsbürgermeister Achim von Einem von der CDU überzeugt. Auch die SPD steht hinter der Vorlage. Eine Anliegerinitiative hat sich am Donnerstag schriftlich an die Mitglieder des Verwaltungsausschusses gewandt und ihre Bedenken gegen den Ausbau deutlich gemacht. Auf den beiden zurückliegenden Ortsratssitzungen in Wennebostel, sowie anlässlich einer von den Bürgern initiierten Straßenbegehung unter fachkundiger Begleitung von Claudia Amelung im letzten Herbst hätten zahlreiche Bürger ihrer Sorge Ausdruck verliehen, dass durch den geplanten Straßenumbau der wertvolle straßenbegleitende Baumbestand irreversibel geschädigt werden könnte. Sowohl die Aussagen der Baumsachverständigen als auch die von Prof. Weihs im vorliegenden „Baumgutachten“ getroffenen Feststellungen nährten die Sorgen um den alten ortsbildprägenden Eichenbestand, geben die Anlieger zu bedenken. Im Gutachten werde zusammenfassend festgestellt: „In der Verbindung mit der bei der Mehrzahl der Bäume ohnehin zu verzeichnenden Vitalitätsschwächung ist davon auszugehen, dass auch bei der Wahl von wurzelschonenden Tiefbauverfahren mehr oder weniger starke Wurzelverluste auftreten, die zu einer weiteren Vitalitätsabnahme der alten Bäume führen werden.“
Die Anlieger treten daher an die Politiker mit der Bitte heran, die Entscheidung über den Straßenumbau zu überdenken. Der Erhalt des in der Wedemark recht einzigartigen landschaftstypischen innerörtlichen Eichenbestandes sollte oberste Priorität haben. Sie möchten die politischen Handlungsträger ermutigen, in diesem
Zusammenhang nicht nur ökonomischen Sachzwängen zu folgen. Sie führen an, die zur Begründung für den Straßenausbau angeführte Entwässerungsproblematik sei nach Angaben von Anliegern seit der Ausfräsung des Kanals entschärft.
Die zusätzliche Regenwassermenge vom Neubaugelände der Firma Sennheiser, die im Wesentlichen zu einer Überlastung des Kanalnetzes beigetragen hatte, könne anderweitig, zum Beispiel Richtung Wennebosteler Kirchweg /Beeke abgeleitet werden. Eine teilweise Verbreiterung des Straßenquerschnittes innerörtlich und eine Erweiterung des Kurvenradius sei nicht inhaltlich begründbar, da bereits jetzt ein LKW-Durchfahrverbot auf ganzer Länge der Straße bestehe und der außerörtliche Straßenanschluss Richtung Gailhof etwa einen Meter schmaler sei, sodass ein Lkw- Begegnungsverkehr auf dem Straßenkörper sowieso nicht möglich sei. Die Baumaße für den geplanten Straßenausbau richteten sich nicht nach örtlichen Erfordernissen, sondern seien so bemessen, dass sie den Erfordernissen für den Erhalt von Fördergeldern dienen. Eine Tempo-30-Regelung auf der Straße werde nach den gesetzlichen Bestimmungen nach Bau des Sennheiser-Kindergartens ohnehin wirksam werden, sodass durchfahrtbeschleunigende Maßnahmen, wie die geplante Verbreiterung des Kurvenradius sinnlos würden. Natürlich hätten die Bürger ein Interesse an der Verbesserung der jetzigen Straßensituation und wollten konstruktiv an Problemlösungen mitwirken: Eine teilweise Ausbesserung oder Neuanlage des Fußweges sei ebenso notwendig wie eine neue Straßendecke und eine Entschärfung der Einmündung zur Lindenstraße.Die Kapazität der Abwasserkanäle müsse aktuell neu bewertet und gegebenenfalls angepasst werden.
In diesem Sinne bitten die Anlieger die Politik um eine Neubewertung der Situation und einen Aufschub der Entscheidung.