Bürgerarbeit und Bildungspaket

vhs-Geschäftsführer Friedrich Noack.

Volkshochschule steht in den Startlöchern

Wedemark. Im neuen Jahr werden mit dem Beschäftigungsprojekt „Bürgerarbeit“ und dem „Bildungspaket für Kinder“ zwei neue Förderprogramme für Erwerbslose und Kinder aus „Hartz 4-Familien“ eingeführt. Bei beiden Projekten hat die vhs Hannover Land nach Auskunft ihres Geschäftsführers Friedrich Noack ein großes Interesse zur Durchführung und die Voraussetzungen zur Beteiligung bereits geschaffen, obwohl die rechtlichen und organisatorischen Voraussetzungen gegenwärtig noch nicht endgültig vorliegen. Beim Modellprojekt „Bürgerarbeit“ werden Langzeitarbeitslose zur Durchführung von gemeinnützigen Arbeiten im Rahmen eines zeitlich befristeten Arbeitsvertrages eingestellt. Noack dazu: „Durch Bürgerarbeit werden Ein-Euro-Jobs zum Teil ersetzt. Die vhs Hannover verfügt über alle Ressourcen zur Betreuung und dank einer zusätzlichen Förderung durch die Region Hannover ist die Tätigkeit für uns kostenneutral. Einsatzmöglichkeiten gibt es unter anderem im Hausservice für unsere gemeinnützigen Geschäftsstellen, der Pflege der Außenanlagen, bei der Archivierung unserer Dokumente, unserer kommunalen Kinoprojekte oder bei der Erstellung einer Chronik zur Geschichte der Erwachsenbildung in unserem Einzugsbereich“. Der Bildungsträger beabsichtigt vorerst zehn Personen einzustellen, die in Burgwedel, Garbsen, Neustadt a. Rbge. Wedemark und Wunstorf sinnvolle zusätzliche Aufgaben zum Nutzen der jährlich rund 20.000 vhs-Kunden leisten sollen. Noack: „ Bürgerarbeit ist grundsätzlich eine lobenswerte Initiative des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, denn sie trägt dazu bei, dass Menschen für die Unterstützung durch die Sozialgemeinschaft einen auch für ihre eigene Persönlichkeitsentwicklung wichtigen Gegenwert leisten“. Das „Bildungspaket“ für die bundesweit rund 2,3 Millionen Kinder und knapp 4.500 Kinder im vhs-Einzugsbereich ist für Friedrich Noack trotz der in dieser Angelegenheit noch nicht überall vorhandenen gesellschaftlichen Übereinstimmung und der Gefahr einer zu starken Bürokratisierung ein ganz wichtiger erster Schritt in die richtige Richtung. Noack: "Auf Grund der gesicherten Erfahrung unserer Einrichtung kommen finanzielle Unterstützungen nur allzu oft nicht bei den Kindern an, sondern werden von vielen Erziehungsberechtigen für Konsumgüter verwendet, die im krassen Gegensatz zu den Zielen einer sachgerechten Erziehung und Bildung stehen. Die vhs Hannover Land ist ebenso wie die anderen Volkshochschulen in der Region zur sofortigen Umsetzung des Programms bereit, wenn der Vermittlungsausschuss von Bund und Ländern sich geeinigt hat“. Noack hat gemeinsam mit den anderen VHS-Leitern aus dem Umland an einer Vorbesprechung teilgenommen, zu der Horst Karrasch, der Geschäftführer des JobCenter der Region Hannover eingeladen hatte. Das „Bildungspaket“ besteht aus den vier Komponenten Lernförderung, Schulbasispaket, Mittagessenzuschuss und außerschulische Bildung. Besonders bei der Lernförderung für Kinder mit gravierenden Leistungsmängeln und der außerschulischen Bildung sieht Noack die vhs Hannover Land auf Grund ihres bereits gegenwärtigen Veranstaltungsangebotes für Erzieherinnen, Pädagogen, Eltern sowie insbesondere Kinder und der ausgeprägten Kontakte zu Kindertagesstätten und Schulen bereits jetzt als gut aufgestellt. Da für die Lernförderung auch noch zusätzliche Mittel eingesetzt werden, die nicht unter den gegenwärtig geplanten Betrag von 120 Euro pro Kind und Jahr fallen, sind hier auch nachhaltige Fördermöglichkeiten gegeben.