Bürgerinitiative kämpft weiter

Bürgermeister Helge Zychlinski (von rechts) und Ortsbürgermeister Peter Reuter hören den Ausführungen von Angela Janczikowski zum Anliegen der Bürgerinitiative Negenborn zu. Foto: B. Stache

Bürgermeister Helge Zychlinski sagt beim Ortstermin in Negenborn Unterstützung zu

Negenborn (st). Die Bürgerinitiative (BI) Negenborn setzt ihren Kampf fort, um eine Verbesserung der Verkehrssituation im Zuge der Landesstraße L383 innerorts zu erreichen. Am Donnerstagnachmittag, rechtzeitig zum Einsetzen des Feierabendverkehrs, machte sich Bürgermeister Helge Zychlinski ein Bild von der Lage vor Ort. Auf Höhe der Kapelle in Negenborn wurde er von der BI-Sprecherin Angela Janczikowski und einigen Anwohnern begrüßt. Die Sprecherin beschrieb die besonderen Belastungen der Bevölkerung durch den gestiegenen Fahrzeugverkehr und die damit verbundenen Probleme, unter anderem beim sicheren Überqueren der Landesstraße. Das Problem hätten nicht nur Kinder und ältere Mitmenschen, es beträfe mittlerweile alle Altersgruppen, wurde festgestellt. „Wo sollen wir hier sicher rübergehen?“, fragte Angela Janczikowski mit Blick auf die stark befahrene Straße vor starker Lärmkulisse. Die Bürgerinitiative Negenborn fordert eine Geschwindigkeitsreduzierung im Ort und eine sichere Querungshilfe, beispielsweise durch einen Zebrastreifen. Sie fand damit offene Ohren beim Bürgermeister. Dieser hatte sich zu Jahresbeginn mit der Bitte an den Niedersächsischen Verkehrsminister Bernd Althusmann gewandt, sich der Angelegenheit in Negenborn anzunehmen. Angeschrieben wurden auch die Landtagsabgeordneten Editha Westmann (CDU) und Rüdiger Kauroff (SPD). Die Abgeordneten hatten vor wenigen Tagen einen Termin beim Verkehrsminister. „Ein Ergebnis dazu gibt es noch nicht“, erklärte Helge Zychlinski. Im Frühjahr möchte er sich mit beiden Abgeordneten abstimmen, um festzustellen, was gemeinsam mit der Gemeindeverwaltung getan werden kann. „Damit es hier zu einer Veränderung kommt“, betonte der Bürgermeister. „Das Land will ich aber nicht aus seiner Verantwortung rauslassen“, machte er deutlich und verwies auf Landesrecht beim Bodenabbau und Rohstoffgewinnung. Vor allem der Lkw-Verkehr vor Ort sei überwiegend durch den benachbarten Kiesabbau am Brelinger Berg verursacht, heißt es dazu seitens des Rathauses. „Es ist unzumutbar, dass das ganze Land vom Rohstoffabbau profitiert, die Negenbornerinnen und Negenborner dafür aber erheblichen Verkehrsbelastungen und -gefährdungen ausgesetzt sind“, machte Helge Zychlinski seinem Unmut Luft. Durch die hohe Verkehrsbelastung im Zuge der L383 dürfe Negenborn nicht in zwei getrennte Ortsteile zerfallen, erklärte Angela Janczikowski. „Wir wollen Geschwindigkeit rausnehmen und eine Hilfe zur Querung“, fasste Bürgermeister Helge Zychlinski das Bürgerbegehren und seine Forderung an das Land Niedersachsen zusammen.