Bürgermeister begrüßt Henry Wanyoike

Henry Wanyoike (M.) signierte für Bürgermeister Tjark Bartels eine Autogrammkarte. Dabei: Henrys Führer Joseph Kibunya, Regina Bühne, Martin Rönnau von der Christoffel Blindenmission und der stellvertretende Schulleiter Andreas Schmidt.Foto: A. Wiese
 
Der blinde Marathonläufer Henry Wanyoike vertraute sich beim Training mit den Schülern auch einigen jungen Leuten an, die ihn auf der Bahn an einem Bändchen am Handgelenk führten wie sonst Joseph Kibunya. Hier auf dem Foto läuft Luisa Bogenschütz eine Run

Blinder Marathonläufer trainiert mit den Schülern und wirbt für sein Projekt

Wedemark (awi). Der mehrfache Paralympicssieger Henry Wanyoike aus Kenia hat als Botschafter der Christoffel Blindenmission (CBM) und des Internationalen Paralympic Committees (IBC) am Freitag einen Tag am Gymnasium Mellendorf verbracht und ist dabei auch von einem Internet-TV-Sender begleitet worden.
Wanyoike gab vor der Kamera zunächst ein Interview, zeigte dann gemeinsam mit Martin Rönnau von der CBM den Neunt- und Zehnklässlern einen Film über sein Wirken und seine Botschaft und ging dann mit den Schülern auf den Sportplatz, um zunächst ein Warm up zu absolvieren und dann ein paar Runden auf der Aschebahn zu drehen. Dort begrüßte ihn auch Bürgermeister Tjark Bartels, der sehr beeindruckt vom Schicksal und Wirken des blinden Marathonläufers ist. Die Bissendorferin Regina Bühne, die Wanyoikes Aufenthalt in der Wedemark organisierte und gestaltete, freute sich über die Wertschätzung, die der Bürgermeister dem Kenianer entgegen brachte. „Der Bürgermeister möchte Henry bei seinem nächs-ten Aufenthalt in der Wedemark gerne ganz offiziell empfangen, damit er sich ins Goldene Buch der Wedemark eintragen kann und vielleicht sogar eine Spendengala für Henrys Projekt „Theresias House of Hope“ organisieren, berichtete Bühne erfreut. Nach seinem Training mit den Schülern am Freitag besuchte Henry Wanyoike das Grab seines Freundes Bengt Pflughaupt auf dem Mellendorfer Friedhof. Der Wedemärker Journalist ist der Autor von Henrys Lebensgeschichte „Mein langer Lauf ins Licht“ und hat sich darüberhinaus sehr für Henry und seine Projekte engagiert. Er starb im September letzten Jahres im Alter von 49 Jahren. Pflughaupts Einsatz für Wanyoike führte unter anderem im November zur posthumen Verleihung des Laureus-Award für Courage. Pflughaupt und Wanyoike hatten eine besonders enge Verbindung, so dass nicht verwunderlich ist, dass der Besuch am Grab seines Freundes den Sportler sehr mitnahm. Doch am Nachmittag trat er nach einer kurzen Ruhepause in Bissendorf schon wieder zum Laufen an, mit einigen Freiwilligen, die sich auf den kurzfristigen Aufruf im ECHO hin bei Regina Bühne gemeldet hatten. Abends gab es ein gemütliches Sit in bei der Gastgeberin zu Hause und am nächsten Tag ein Treffen mit Tors-ten Kühnöhl. Der Songwriter und DJ hat nämlich die Hymne „Henry go 4 gold“ geschrieben. Am Sonntag lief Henry dann den Halbmarathon in Hannover, in 1.18.13, war damit noch ein wenig schneller als eine Woche zuvor in Bonn und landete auf Platz 28. So war sein Deutschland-Aufenthalt in dreifacher Hinsicht erfolgreich: Sportlich, als CBM-Botschafter in verschiedenen Schulen und als Werbeträger für sein Projekt Theresias House of Hope. Gleich neben dem Kanjeru-Slum, in dem Henry seine ersten Lebensjahre verbracht hat, entsteht das Haus für bedürftige Kinder in diesem Slum. Gebaut wird es von Handwerkern, die hier leben und das Geld nötig brauchen. Im Haus der Hoffnung sollen die Kinder der Ärmsten im Alter von drei bis fünf Jahren, viele Waisen, die durch Verwandte aufgezogen werden, jeden Tag eine warme Mahlzeit bekommen und auf den Schulunterricht vorbereitet werden. Henry hatte die sterbenskranke Namensgeberin Theresia in ihren letzten Lebensmonaten begleitet, da-raufhin hatte sie die Gründung des House of Hope noch vor ihrem Tod mit verschiedenen Aktionen angestoßen. Wenn es auch aus der Wedemark Unterstützung für das Projekt geben würde, wie es der Bürgermeister offenbar signalisiert hat, wäre das für Henry Wanyoike eine große Freude. Möglicherweise wird Wanyoike der Wedemark bereits im August schon wieder einen Besuch abstatten.