Burgdorfer Modell als zukunftsweisend vorgestellt

Jan-Hinrich Brinkmann (rechts) trägt zum Burgdorfer Modell vor. Foto: B. Stache

SPD-Fraktion informiert sich über selbstbestimmtes Wohnen im Alter

Bissendorf (st). Zur SPD-Fraktionssitzung am Mittwochabend im Bürgerhaus in Bissendorf begrüßte Helge Zychlinski den Bürgermeister der Stadt Burgdorf Alfred Baxmann sowie Jan-Hinrich Brinkmann (Stadtplanung Burgdorf). Einziger Tagesordnungspunkt: Das Burgdorfer Modell – ein zukunftsweisendes Modell für selbstbestimmtes Wohnen im Alter. Zychlinski beschrieb zunächst die Situation der Senioren in der Wedemark: „Wir können der älteren Generation zum Thema Wohnen relativ wenig in der Wedemark anbieten. Wir haben zwar Betreutes Wohnen in Mellendorf und Pflegeeinrichtungen, müssen aber feststellen, dass dies allein den Bedarf und die Nachfrage nicht wirklich abdeckt.“ Es gebe Defizite im Geschosswohnungsbau und kaum barrierefreie oder barrierearme Mietwohnungen. Auch im Bereich der stationären Pflege baue sich ein Defizit in der Wedemark auf, führte Zychlinski aus. In der folgenden Präsentation stellte Jan-Hinrich Brinkmann das Burgdorfer Modell vor. Viele Seniorinnen und Senioren wünschen sich ein selbstbestimmtes Leben im Alter im angestammten Wohnumfeld. Aus diesem Grund wurde von der Stadt Burgdorf in Zusammenarbeit mit Partnern aus der Wohnungswirtschaft ein aus dem „Bielefelder Modell" weiterentwickeltes zukunftsweisendes, eigenes Wohnmodell für Burgdorf entwickelt. Kernstück dieses Burgdorfer Modells ist die Kooperation einer Wohnungsgesellschaft mit einem ambulanten Pflegedienst in bestehenden Wohngebieten. Hierdurch wird es vielen Seniorinnen und Senioren ermöglicht, auch im hohen Alter zu Hause zu bleiben, weil durch die Präsenz des Pflegedienstes vor Ort die ambulante Pflege eine stationäre Qualität erhält. Es gibt eine Art „Quartiersstützpunkt", in dem beispielsweise ein Wohncafé eingerichtet wird. Hier besteht die Möglichkeit, zu Mittag zu essen oder neue Menschen kennen zu lernen. Dadurch, dass in erster Linie bestehende Wohngebiete in das Konzept einbezogen werden, ergibt sich auch ein Mehrgenerationenansatz, da auch viele jüngere Menschen in diesen Wohngebieten leben und dazu beitragen, dass ein Miteinander von Jung und Alt entstehen kann, heißt es in der Beschreibung des Burgdorfer Modells. Das erste realisierte Projekt dieser Art ist die Heiligenbeiler Straße in Burgdorf, so der Referent: „Das läuft stabil.“ Aktuell in Planung ist das Wohnprojekt „Qx“ der Südheide eG, fügte Brinkmann an. Nach einer regen Diskussion dankte Zychlinski den Gästen für viele gute Anregungen aus Burgdorf.