CDU besichtigte REWE Group-Lager

Betriebsleiter René Koblenz (vorne ohne Warnweste) führte die CDU-Mitglieder durch das REWE-Group-Kopflager in Berkhof und erläuterte die Betriebsstrukturen. Fotos: A. Wiese
 
Die Qualitätskontrolle der eingehenden Ware hat im Kopflager der REWE-Group Fruchtlogistik einen hohen Stellenwert.

Politiker bestaunten bei ihrer Sommertour Größenverhältnisse in Berkhof

Berkhof (awi). Die CDU-Ratsfraktion hat ihre traditionelle Sommertour letzte Woche im Zentrallager Berkhof der REWE-Group Fruchtlogistik begonnen und wurde von Betriebsleiter René Koblenz freundlich empfangen. Seit November 2015 ist der Standort kurz vor der Autobahn in Betrieb, erläuterte Koblenz den Politikern um die zurzeit kommissarisch amtierende Fraktionsvorsitzende Susanne Brakelmann. Hier werden in großem Stil Obst und Gemüse zwischengelagert innerhalb weniger Stunden an die Zentrallager in ganz Norddeutschland weiterverteilt. Das Kopflager in Berkhof ist das zweite seiner Art, drei gibt es mittlerweile in Deutschland, zwei weitere sind geplant.
Berkhof versorgt den Norden, beliefert sieben Zentrallager von Kiel über Stelle und Norderstedt bis Lehrte und Güstrow in Mecklenburg-Vorpommern. Lediglich regionale Erzeuger beliefern die Zentrallager direkt ohne Umwege über die Kopflager. Im Sommer sind die insbesondere vom Ausland belieferten Umschlaglager daher längst nicht so ausgelastet wie im Winter, erklärte Betriebsleiter Koblenz den aufmerksam lauschenden CDU-Politikern, die sich während des Vortrages Snack-Gurken, Cocktail-Tomaten und Weintrauben schmecken ließen.
Für die Weiterverteilung hat die REWE-Group Transportdienstleis-ter im Einsatz. Der Fokus liege auf Qualität und Frische, stellte René Koblenz klar heraus. Daher wird die eingehende Ware in Berkhof akribisch geprüft, bevor sie das Kopflager wieder verlässt, das als regionales Füllhorn diene und auf Schwankungen kurzfristig reagieren könne. Die Ware wird in Berkhof im Zeitraum zwischen 18 Uhr abends und 2 Uhr nachts angenommen und auf 14.500 Quadratmeter Lagerfläche mit zwei Temperaturbereichen (zwölf und vier Grad Celsius) zwischengelagert. Das Hauptgeschäft findet in Berkhof von Sonnabend bis Donnerstag statt und startet jeweils ab 17 Uhr. Die Arbeitszeiten für die Mitarbeiter stellen damit eine Herausforderung dar, denn auch Feiertage sind nicht ausgenommen. „Silvester waren wir um Mitternacht gerade soweit durch, dass wir uns das Feuerwerk über Berkhof anschauen konnten“, schmunzelt Koblenz. 2.000 Paletten täglich mit rund 160.000 bis 180.000 Colli werden in Berkhof täglich bewegt. Tagsüber von 9 bis 16 Uhr ist in Berkhof lediglich die Disposition besetzt, die Nachbestellungen mit der Verwaltung in Norderstedt koordiniert. Nachts ab 1 Uhr ist eine nachgelagerte Schicht im Einsatz, die sich vor allem um die Lager-Re-Organisation kümmert. Jetzt im Sommer arbeiten im Kopflager in Berkhof rund 45 Mitarbeiter, im Winter sind es deutlich mehr. Die Schwankungen gleicht die REWE-Group über Personaldienstleister aus. Mitarbeiter für die nicht gerade arbeitnehmerfreundlichen Arbeitszeiten zu akquirieren, gestalte sich schwierig, räumt René Koblenz ein. Auf dem Parkplatz fallen viele Pkw mit polnischen Nummernschildern auf. Alle Beschäftigten sind Vollzeitkräfte. Es seien neben Logistikfachkräften auch Quereinsteiger und Ungelernte darunter, bestätigt der Betriebsleiter. Allein zwölf Mitarbeiter kümmern sich um die Qualitätskontrolle der Waren, die in der Regel nicht länger als acht bis zwölf Stunden im Kopflager Berkhof sind. Sogar ein richtiges Labor gibt es am Standort. Verkostungs- und Erprobungsartikel gehen nach Öffnen der Kisten übrigens an die Langenhagener Tafel. Was es in Berkhof nicht gibt, sind Bananen. Die sind so nachgefragt und ein laut Koblenz schwierig zu händelnder Artikel, dass es dafür bei REWE eine eigene Logistik gibt. Die CDU-Politiker waren nach dem zweistündigen Besuch sehr beeindruckt von der straffen Organisation im Kopflager – und durchgefroren, denn auf zwölf Grad war bei den sommerlichen Außentemperaturen keiner so wirklich vorbereitet.