CDU-Chef Thümler zur Schulpolitik

CDU-Landtagsfraktionsvorsitzender Björn Thümler (l.) im Gespräch mit CDU-Bürgermeisterkandidat Dirk Hallmann (r.) sowie Vertretern des CDU-Gemeindeverbands, des Gemeinderates und der Schulen. Foto: A. Wiese

„Gemeinsames Oberstufenzentrum ist rechtlich ohne Gesetzesänderung unmöglich“

Wedemark (awi). Weil die Äußerung des SPD-Bürgermeisterkandidaten Helge Zychlinski beim Speed Dating, ihm schwebe in der Wedemark ein gemeinsames Oberstufenzentrum vor, für Unruhe in der Schullandschaft und der Bevölkerung gesorgt hatte, luden die CDU-Landtagsabgeordnete und Gemeindeverbandsvorsitzende Editha Lorberg und CDU-Bürgermeisterkandidat Dirk Hallmann kurzerhand den Fraktionschef der CDU im Landtag, Björn Thümler, nach Mellendorf ein, wo er Vertretern der weiterführenden Schulen und Gemeinderatspolitikern der CDU für Fragen zur Verfügung stand. „Denn Schulpolitik“, so Editha Lorberg, „ist Landessache und nicht kommunale Angelegenheit. Björn Thümler kam auch gleich zur Sache: „Bildungspolitik sorgt immer für Aufregung. Wir sind ja alle Fachleute, haben wir doch alle mal auf der Schulbank gesessen. Doch mancher sollte sich erst mal genau die Rechtslage angucken. Ein Oberstufenzentrum – und dieser Begriff ist eindeutig besetzt – losgelöst von den Schulformen Gymnasium und IGS ist mit der heutigen Gesetzeslage in Niedersachsen nicht möglich. Und eine Gesetzesänderung wird das Land nicht für einzelne Gemeinden anstrengen.“ Was allerdings anhand der geltenden Gesetzeslage möglich und auch landesweit praktiziert werde, sei eine Kooperation der Oberstufen beider Schulen. Diese mache durchaus Sinn, wenn Kurse in Fächern gebildet werden sollten, die nicht so stark frequentiert würden. So könne beispielsweise am Gymnasium ein Leistungskurs Musik eingerichtet werden, der auch von der IGS angewählt werden könnte, und die IGS biete einen naturwissenschaftlichen Leistungskurs an, der von Schülern des Gymnasiums besucht werden könne. Wenn man jedoch eine Kooperation meine, solle man diese auch so benennen und nicht mit falschen Begriffen die Pferde scheu machen, so Björn Thümler vor Elternvertretern verschiedener Schulen am Mittwochabend.
Thümler nahm auch Stellung zur Entwicklung der Schullandschaft allgemein. Dass die klassische Vierteilung nicht mehr funktioniere, zeige die Abstimmung mit den Füßen. Es gebe eine starke Verschiebung zugunsten von IGS und KGS. Die Leidtragenden seien Realschule und Hauptschule. In der Wedemark sei die Entwicklung genauso wie im ganzen Land spürbar. Dass jedoch die Schülerzahlen am Gymnasium nicht so stark eingebrochen seien wie erwartet, habe Auswirkungen auf die Raumverteilung: Die beim Neubau des Schulzentrums angestellten Berechnungen gingen nicht mehr auf. Das Gymnasium hat massiven Raummangel, seine Schüler sind mittlerweile in den Gebäuden auf dem gesamten Campus verteilt. „Raumprobleme müssen in gemeinschaftlichen Gesprächen mit allen Schulen gelöst werden“, sagte dazu CDU-Bürgermeisterkandidat Dirk Hallmann. Es könne nicht angehen, dass die Konsequenzen aus Planungen, die nicht so einträfen wie angenommen, auf dem Rücken einer Schule ausgetragen würden. Hallmann sprach sich für eine bunte und vielfältige Schullandschaft mit Gleichbehandlung aller Schulen aus, betonte aber wie übrigens auch Björn Thümler und Editha Lorberg, dass er nichts gegen IGSen haben und die IGS Wedemark voll akzeptiert sei.