CDU Kaminabend mit brennenden Themen

Editha Lorberg mit den Referenten Wilfried Lorenz (v. l.), Axel Hermeling und Rainer Kollmann beim Kaminabend des CDU-Gemeindeverband Wedemark. Foto: B. Stache
 
Der CDU-Bundestagsabgeordnete Wilfried Lorenz (links) konnte als Referent für den Kaminabend des CDU-Gemeindeverband Wedemark gewonnen werden. Foto: B. Stache

Bundestagsabgeordneter und Bundeswehrsoldaten stehen Rede und Antwort

Resse (st). Ist unsere Welt aus den Angeln geraten? Diese Frage stand beim Kaminabend des CDU-Gemeindeverband Wedemark im Mittelpunkt, zu dem dessen Vorsitzende Editha Lorberg (MdL) am Donnerstagabend in den Heidegasthof Löns nach Resse eingeladen hatte. In kleinem Kreis begrüßte sie die drei Referenten Wilfried Lorenz, CDU-Bundestagsabgeordneter und Mitglied des Verteidigungsausschusses des Deutschen Bundestages, Oberst Axel Hermeling von der 1. Panzerdivision aus Hannover sowie Stabsfeldwebel a. D. Rainer Kollmann. Lorberg eröffnete die Gesprächsrunde mit einem kurzen Blick auf derzeit aktuelle, weltweite Krisenherde, beispielsweise Terror durch den sogenannten „IS“ (Islamischer Staat), die Annexion der Krim durch Russland oder die Auseinandersetzungen in der Ukraine sowie die Ebola-Epidemie in Teilen Afrikas. „Ich glaube, es ist eine ganze Menge aus den Angeln geraten und wir sollten es auch klar und deutlich sagen“, machte der Bundestagsabgeordnete Lorenz zu Beginn seiner Ausführungen deutlich. „Krieg, Terror, Seuche. Alle drei sind Schreckenselemente. Die haben wir auf dieser Erde, auch in relativer Nähe.“ Mit Hinweis auf den Ukrainekonflikt erklärte er, dass sich Deutschland an die Regeln des 21. Jahrhunderts hält. „Wir setzen keine militärischen Mittel ein. Dieser Konflikt ist aus unserer Sicht militärisch nicht lösbar.“ Dies sei nur über Diplomatie möglich, so der CDU-Abgeordnete, der noch einmal an den sicherheitspolitischen Dreiklang erinnerte: Außenpolitik (Diplomatie), wirtschaftliche Zusammenarbeit und militärische Stärke. Zur aktuellen Materiallage der Bundeswehr sagte Lorenz: „Die sogenannte Schrottdiskussion geht völlig am Thema vorbei. Die Arbeit unserer Soldatinnen und Soldaten mit ihrem Material, um das uns alle anderen Staaten einschließlich USA beneiden, ist hervorragend.“ Im Bereich des Grundbetriebes sowie der Materialbeschaffung sei jedoch nicht alles in Ordnung, hieß es. Unter Hinweis auf das Attraktivitätsprogramm der Bundeswehr machte der Abgeordnete deutlich, dass zu gutem Material auch gut ausgebildetes Personal gehört. Oberst Hermeling berichtete über seine Erfahrungen während seines Afghanistaneinsatzes von Januar bis Mitte August 2014. Er war dort als Senior Advisor des 209. ANA-Korps (Afghan National Army). „In Afghanistan wird nach wie vor gestorben“, erklärte der Berufsoffizier. Während seines Auslandseinsatzes seien allein in diesem Korps 146 afghanische Soldaten durch Attentate und Kriegshandlungen ums Leben gekommen. Als eine positive Auswirkung des internationalen Engagements in Afghanistan verwies Hermeling unter anderem auf ein Bild, das sich ihm häufig bei Fahrten durch das Land bot: Kinder auf dem Schulweg, darunter viele Mädchen. „Wir haben im Zuge der Wahlen für die Bevölkerung eine gute Sicherheitslage herstellen können“, so der Oberst. Er machte deutlich, „dass wir es dort mit einem ganz anderen Kulturkreis zu tun haben“. Zur Materialausstattung deutscher Soldaten im Auslandseinsatz zeichnete auch er ein durchweg positives Bild. „Ich glaube, dass die afghanische Armee selber für ihre Sicherheit sorgen kann. Ich glaube, dass in Afghanistan der Taliban niemals ein friedlicher Mensch wird und ich glaube, dass wir in Zukunft, wenn wir von Afghanistan sprechen, einen dahinsiechenden Einsatz meinen“, schloss Oberst Hermeling seine Ausführungen. Anschließend informierte Stabsfeldwebel a. D. Kollmann, der seit 2006 regelmäßig Reservedienst bei der Panzerlehrbrigade 9 in Munster leistet, über die Einsatzausbildung der Bundeswehrsoldaten. Dazu gehören unter anderem die Waffenausbildung, der Impfstatus sowie die Sanitätsausbildung. Kollmann sprach auch über die Organisation der Familienbetreuungszentren der Bundeswehr – diese gelten als wichtige Bindeglieder zwischen den Soldatinnen und Soldaten im Einsatzland und ihren Angehörigen daheim. Zudem hilft besonders geschultes Personal den Angehörigen bei der Bewältigung von Problemen oder in schwierigen Situationen. „Die Einsatzvorbereitung der Bundeswehr ist gut, die Betreuung der Familien ist gut, die Einsatznachbereitung ist auch gut“, erklärte er abschließend. Es folgte eine rege Diskussion über sicherheitspolitische Themen wie die NATO-Osterweiterung und die Ukraine-Krise. Aber auch die Besoldung der Soldaten bei Auslandseinsätzen sowie die Rolle der Frau in der afghanischen Gesellschaft wurden thematisiert. Zum Ende des CDU-Kaminabends dankte Editha Lorberg den Referenten und überreichte ihnen einen Wedemark-Kalender 2015.